NASA-Studie zeigt Feinstaubquellen

Foto: The Nation
Foto: The Nation

BANGKOK: Nach Abschluss der Luftqualitätsüberwachung und Datenerhebung im Rahmen des ASIA-AQ-Projekts im März letzten Jahres hat das thailändische Forschungsteam unter der Leitung der Geo-Informatics and Space Technology Development Agency (GISTDA) in Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden seine Untersuchungen zu den Einflussfaktoren der Luftverschmutzung fortgesetzt. Die wissenschaftliche Kooperation erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der NASA.

Kürzlich fand ein ASIA-AQ-Wissenschaftsteam-Meeting statt, bei dem Wissenschaftler thailändischer Universitäten und Forschungseinrichtungen, darunter GISTDA, auf ein Team von NASA-Wissenschaftlern unter der Leitung von James H. Crawford sowie auf Wissenschaftler anderer am ASIA-AQ-Projekt beteiligter Länder trafen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die vorläufige Datenanalyse, die in Malaysia durchgeführt wurde.

Foto: The Nation
Foto: The Nation

Erste Analysen, die während des Treffens vorgestellt wurden, zeigen, dass die Verbrennung von Biomasse ein entscheidender Faktor für die Feinstaubbelastung (PM2,5) im Norden Thailands ist. Diese Schlussfolgerung basiert auf verschiedenen Messungen, darunter die Erfassung primärer und sekundärer organischer Aerosole mit luftgestützten Instrumenten der NASA sowie atmosphärischer Verbindungen, die mit Verbrennungsprozessen in Zusammenhang stehen. Zusätzlich wurden bodengestützte Überwachungsdaten berücksichtigt, die von Forschern aus der Republik Korea in Chiang Mai während der ASIA-AQ-Kampagne gesammelt wurden.

Foto: The Nation
Foto: The Nation

Die NASA bestätigte in diesem Zusammenhang, dass der Feinstaub (PM2,5) in Nordthailand hauptsächlich auf Verbrennungsprozesse zurückzuführen ist. Während die Luftverschmutzung in Bangkok durch eine Kombination aus menschlichen Aktivitäten und Biomasseverbrennung verursacht wird, zeigen die Daten, dass regionale Unterschiede bei den Emissionsquellen eine differenzierte Betrachtung erfordern. Dieses Verständnis ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung gezielter Strategien zur Reduzierung der Luftverschmutzung.

Ein wesentlicher Aspekt der Forschungsarbeiten ist die Unterscheidung zwischen primären Aerosolen, die direkt aus Emissionsquellen stammen, und sekundären Aerosolen, die durch chemische Reaktionen in der Atmosphäre entstehen. Erste Ergebnisse der ASIA-AQ-Kampagne deuten darauf hin, dass der größte Teil der PM2,5-Staubpartikel sekundärer Natur ist und sowohl aus menschlichen Aktivitäten als auch aus Rauchpartikeln der Biomasseverbrennung resultiert. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Auswirkungen von Verbrennungsprozessen weiter zu erforschen und gezielt anzugehen.

Foto: The Nation
Foto: The Nation

Pakorn Apaphan, Direktor von GISTDA, betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen thailändischen Wissenschaftlern, GISTDA und der NASA im vergangenen Jahr vertieft wurde, um detaillierte Erkenntnisse über die Ursachen der Luftverschmutzung in Thailand zu gewinnen. Die Forschungsergebnisse werden in einen gemeinsamen Bericht von GISTDA und der NASA einfließen, der Ende Februar 2025 veröffentlicht werden soll.

„In der Zwischenzeit wird die laufende wissenschaftliche Überprüfung sicherstellen, dass die Öffentlichkeit ein umfassendes Verständnis der Dynamik der Luftverschmutzung in Thailand erhält, das auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen und zuverlässigen Forschungsergebnissen basiert“, erklärte Pakorn abschließend.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Konrad Benz 05.02.25 11:30
Khun Lingenhöle
Wird die Luft besser? Sie haben recht, wenn man einigen frisierten Pickups beim Beschleunigen zusieht und noch 5 Minuten später die schwarzen Wolken sich nicht verzogen haben, LKW Fahrer die mit 50 ihre Pubertätsphase nicht überwinden konnten und ohne Krach, Gepfeife sich unwohl fühlen, Plastikverbrennungen aller Orten, 100 Meter zu Fuß gehen an einen Gesichtsverlust oder an eine Ordnungswidrigkeit grenzt, Altöl im Acker entsorgt wird, Tümpel, Teiche sowie Flüsse und Kanäle als bequemes Endlager angesehen werden, darf man sich die Frage stellen: Wieviel ist wirklich dran, wer behauptet dass sie ihr eigenes Land lieben und respektieren?
Helmut Lingenhöle 04.02.25 23:55
Luftverschutzung
Natürlich sind alle und alles mitschuldig an der sehr schlechten Luft, auch im Isaan. Solange die Regierung nicht fähig ist, ein Umweltbewusstsein der Einwohner zu erzeugen, auch unter Androhung und Umsetzung von Strafen wird die Luft besser. grossspurige Studien und Veröffentlichungen helfen nicht, aber eine Pflicht für für eine Mülltonne pro Haushalt wäre mal ein Anfang. Ein Nachbar (höherer Angegstellter der Gemeinde)hat bis Dato keine Mülltonne. Alle 1 bis2 Wochen die Plastik Ansammlung zusammen fegen und dann anzünden die dabei freigestzten Schadstoffe sind immens. Wer morgens um 7 Uhr duch die Ortschaften fährt, wird in jeder Ortschaft das gleiche sehen, auch abends. Die schlechte Luft auf die Nachbarländer schieben ist aber doch deutlich einfacher als einmal durch zu greifen.
Bernhard Winter 04.02.25 19:10
@ Khun Jörg
Danke, schöner hätte man es nicht ausformulieren können :-)
Jörg Obermeier 04.02.25 12:20
thomas covenant 04.02.25 10:00
Die Luftverschmutzung sollte wir mal nicht allein auf die Feinstaubwerte reduzieren. Da zählen genauso Ammoniak, Benzo(a)pyren, Benzol, Kohlenmonoxid, Ozon und Schwefeldioxid plus ein paar andere noch dazu. Ohne bestreiten zu wollen, dass großflächiges Abbrennen von Feldern die Feinstaubwerte auch großflächig steigen lässt, existieren trotzdem keine geheimen Luftkanäle die diesen Dreck übermäßig in Städte wie Bangkok, Pattaya oder Hua Hin etc. pp transportieren würden. Dass es just zu dieser Jahreszeit in diesen Städten zu massiven Luftverschmutzungen kommt hat daher nur ganz am Rande mit den Brandrodungen zu tun. Vielmehr liegt es überwiegend an Inversionswetterlagen die um diese Jahreszeit nicht unüblich sind und den Luftaustausch b e- bzw. verhindern. Verursacher an dem „hausgemachten“ Dreck in den Städten ist dabei in erster Linie der Verkehr, sprich Verbrenner jeglicher Art und die Industrie.
Konrad Benz 04.02.25 11:41
Khun Winter
Abgase aus Fabriken sind menschliche Aktivitäten.
thomas covenant 04.02.25 10:00
@winter
nein. wenn sie sich ein bisschen informieren, dann sehen sie, dass der feinstaub von den bränden hunderte von kilometern verbreitet werden. die belastung durch verkehr und industrie ist in bkk jahraus und jahrein in etwa die gleiche (was nicht heissen soll, dass das zu verharmlosen ist). die feinstaub belastung steigt immer dann, wenn felder abgebrannt werden. und leider sind da unsere laotischen und kambodschanischen nachbarn schlimmer (siehe die nasa feuer karten) mit viel mehr bränden.
Herbert Thielen 04.02.25 09:50
NASA-Studie
GISTDA und NASA haben gemessen und die Zahlen / Fakten liegen auf dem Tisch. Und wenn jetzt mit derselben Energie, mit welcher "die Öffentlichkeit ein umfassendes Verständnis der Dynamik der Luftverschmutzung erhält", in eine sinnvolle Ursachenbekämpfung verwandelt wird, dann macht dieses Land den ersten Schritt, mit dem bekanntlich jede lange Reise beginnt. Und wenn diese Studie nicht zu Altpapier nach dem Prinzip "gelesen, gelocht, geheftet" verkommen soll, dann sollten zeitnah Aktivitäten entwickelt werden, die der Gesundheit / Lebensqualität der Bevölkerung förderlich sind. Die Zeit des schönredens und verdrängens ist vorbei......
thomas covenant 04.02.25 09:50
nichts neues
bestätigt lediglich was schon seit jahren bekannt ist. die nasa feuer app hat das schon seit jahren gezeigt.
Bernhard Winter 04.02.25 04:10
Menschliche Aktivitäten in Bangkok ..
.. dürfte wohl hauptsächlich den Verkehr meinen? Im Stadtgebiet von Bangkok bestimmt eine größere Feinstaubquelle als abbrennende Reisfelder :-)
Maximilian Blaha 03.02.25 23:28
NASA GISTDA
,,, Messungen, Forschungen, Studien, für was - für wen? Jeder mit IQ >120 weis auch so dass die übermäßige, temporäre Feinstaubbelasung in Thailand vom Abfackeln der Felder kommt. Nur die Beamten in Bangkok rätseln alle Jahre wieder! Halbherzige Weisungen sind zu wenig!
Jörg Obermeier 03.02.25 22:40
@ Wilfried Stevens
Sicher? Da steht für den Norden Hauptursache "Verbrennungsprozesse". Für Bangkok eine Kombination von "menschliche Aktivitäten UND Biomasseverbrennung". Nochmal nachlesen was da oben steht?
Jörg Obermeier 03.02.25 20:40
Kann mir jemand erklären, was unter "menschlichen Aktivitäten" zu verstehen sein soll?

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.