CP will Airport-Bahn-Megaprojekt beenden

Antrag auf Vertragsende für Hochgeschwindigkeitsstrecke

Visualisierung der geplanten Drei-Flughäfen-Hochgeschwindigkeitsbahn im Eastern Economic Corridor Thailands. Bild: KI-Visualisierung
Visualisierung der geplanten Drei-Flughäfen-Hochgeschwindigkeitsbahn im Eastern Economic Corridor Thailands. Bild: KI-Visualisierung

BANGKOK: Die Zukunft des Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts zur Verbindung der drei Flughäfen Don Mueang, Suvarnabhumi und U-Tapao ist ungewiss. Der CP-Konzern hat die Thailändische Staatsbahn (SRT) offiziell um die Auflösung des gemeinsamen Investitionsvertrags gebeten. Als Begründung nennt das Unternehmen die fehlende Möglichkeit, eine Investitionsförderung durch das Board of Investment (BOI) zu erhalten und die Baufreigabe („Notice to Proceed“, NTP) zu erteilen.

Wie die Wirtschaftszeitung „Krungthep Turakij“ berichtet, befasste sich der Verwaltungsrat der SRT am Donnerstag (9. Juli 2026) mit der festgefahrenen Situation des Projekts. Das Vorhaben wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der SRT und der Asia Era One Co. Ltd. umgesetzt, an der die CP Group Mehrheitsanteile hält.

Seit 2021 keine Einigung im Streitfall

Bereits seit 2021 wird über Änderungen des Investitionsvertrags verhandelt. Das thailändische Kabinett hatte entsprechende Anpassungen im Oktober 2021 grundsätzlich gebilligt, um die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie zu berücksichtigen. Trotz mehrjähriger Gespräche unter mehreren Regierungen konnte bislang jedoch keine Einigung erzielt werden.

SRT-Gouverneur Anan Phonimdaeng bestätigte nach der Verwaltungsratssitzung den Eingang des Schreibens von CP. Die SRT will den Vorgang nun bis August 2026 dem Policy Committee des Eastern Economic Corridor (EEC) zur Entscheidung vorlegen.

EECO berät über Vertragsauflösung

Nach Medienberichten hat das Eastern Economic Corridor Office (EECO) bereits für den 15. Juli 2026 eine Sitzung des Ausschusses zur Verwaltung des Investitionsvertrags angesetzt. Dort sollen EECO, SRT und CP eine mögliche einvernehmliche Vertragsauflösung vorbereiten, bevor der Fall an das EEC-Politikkomitee weitergeleitet wird.

Sollte der Vertrag mit Asia Era One beendet werden, hätte dies auch Auswirkungen auf den Betrieb des Airport Rail Link, da beide Vereinbarungen miteinander verknüpft sind. Mit dem Ende des Hauptvertrags würde auch das Betriebsrecht des privaten Betreibers entfallen. Der derzeitige Vertrag für den Zugbetrieb läuft am 30. September 2026 aus.

Notfallplan für Airport Rail Link

Nach Angaben der SRT werden bereits Notfallpläne ausgearbeitet, um Beeinträchtigungen für die Fahrgäste zu vermeiden. Dazu könnten Gespräche mit dem privaten Betreiber über eine befristete Fortführung des Betriebs gehören. Ob eine solche Übergangslösung rechtlich möglich ist, werde derzeit noch geprüft.

Offen ist außerdem die Frage einer möglichen finanziellen Entschädigung für die bereits von Asia Era One getätigten Investitionen. Nach Angaben der SRT werden die Investitionskosten derzeit gemeinsam mit der Finanzabteilung überprüft. Nach vorläufigen Erkenntnissen müssten Ausgaben und Einnahmen einschließlich anfallender Zinsen miteinander verrechnet werden. Eine endgültige Berechnung liegt bislang jedoch noch nicht vor.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.