BANGKOK: Nach einer Straßenabsenkung nahe dem Kreisverkehr Wongwian Yai in Bangkok haben die Behörden rund 60 Menschen aus drei Geschäfts- und Wohngebäuden im Umkreis von 30 Metern vorsorglich evakuiert.
Die Betroffenen wurden vorübergehend in Hotels untergebracht und sollen nach derzeitiger Planung etwa eine Woche lang nicht in ihre Gebäude zurückkehren. Die Kosten für Unterkunft, Entschädigungen und weitere Ausgaben übernimmt der Auftragnehmer der Mass Rapid Transit Authority of Thailand (MRTA).
Wasser spülte Erdreich in den Tunnelbau
Auslöser der Sicherheitsmaßnahmen war eindringendes Wasser in einen Entwässerungsschacht am tiefsten Punkt des Tunnelbaus. Dadurch wurde Erdreich in den Tunnel gespült, was zu dem Straßeneinbruch führte und Bedenken hinsichtlich der Standsicherheit benachbarter Gebäude auslöste. Die Behörden überwachen die Situation deshalb rund um die Uhr.

Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt verschaffte sich gemeinsam mit Vizegouverneur Wisanu Subsompon und der stellvertretenden Permanent Secretary Kanokwan Iamlim am Donnerstag (9. Juli 2026) vor Ort einen Überblick über die Lage. Nach Angaben der Stadtverwaltung haben sich sowohl der Wasserstand als auch die Geschwindigkeit der Bodenbewegungen inzwischen stabilisiert. Die Überwachung werde dennoch ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Sensoren überwachen die Gebäude
Zur Kontrolle möglicher Gebäudebewegungen installierte das Department of Disaster Prevention and Mitigation zwei Echtzeit-Messsysteme des Typs „Rescue Guardian“. Die Sensoren erfassen kontinuierlich Neigungen und strukturelle Veränderungen der Gebäude und lösen bei auffälligen Bewegungen sofort Alarm aus. Zusätzlich unterstützen Ingenieure der nationalen Urban Search and Rescue-Einheit die Untersuchungen der betroffenen Bauwerke.

Generatoren, Beleuchtungsanlagen sowie weiteres Spezialgerät wurden für den nächtlichen Einsatz bereitgestellt. Rettungsdienste und freiwillige Helfer stehen für mögliche Notfälle in Bereitschaft.
Einsatzleitzentrum koordiniert Arbeiten
In unmittelbarer Nähe der Schadstelle wurde ein Einsatzleitzentrum eingerichtet, in dem die Bangkok Metropolitan Administration (BMA), die MRTA, das Bauunternehmen, Bezirksbehörden, Polizei und Rettungskräfte ihre Maßnahmen koordinieren. Vorrangiges Ziel ist es, das Wasserleck abzudichten und zu verhindern, dass weiteres Erdreich in den Tunnel gelangt. Gleichzeitig werden Fahrbahn, Bodenbewegungen, Wasseraustritt und der Zustand der umliegenden Gebäude fortlaufend überwacht.

Aus Sicherheitsgründen bleibt ein rund 200 Meter langer Abschnitt der Prajadhipok Road zwischen der Kreuzung Ban Khaek und dem Kreisverkehr Wongwian Yai in Fahrtrichtung stadtauswärts gesperrt. Die Sperrung soll Erschütterungen durch den Verkehr reduzieren, die den Untergrund zusätzlich destabilisieren könnten. Zwei Fahrstreifen der Gegenrichtung wurden vorübergehend für den stadtauswärtigen Verkehr freigegeben. Autofahrer, die von der Memorial Bridge oder der Phra Pok Klao Bridge kommen, werden gebeten, bereits an der Kreuzung Ban Khaek auf die Itsaraphap Road, Lat Ya Road oder Somdet Chao Phraya Road auszuweichen.
Lösungen für den Schulverkehr
Die Behörden prüfen zudem mögliche Auswirkungen auf den Schulverkehr, da sich in der Umgebung mit der Suankularb Wittayalai School und der Suksanari School zwei große Bildungseinrichtungen befinden. Nach Angaben von Gouverneur Chadchart könnten – ähnlich wie nach einem früheren Straßeneinbruch nahe dem Vajira Hospital – zusätzliche Schulbusangebote eingerichtet werden, um das Verkehrsaufkommen zu verringern. Weitere Maßnahmen sollen bekannt gegeben werden, sobald die Dauer der Straßensperrung feststeht.

Die Bangkok Metropolitan Administration und das Department of Disaster Prevention and Mitigation betonten, dass die Einschränkungen erst aufgehoben werden, wenn Ingenieure die Sicherheit der Gebäude, der Straße und der umliegenden Infrastruktur bestätigt haben.