Tourismusabgabe weiter umstritten

Luftfahrtbranche fordert Einzug über TDAC statt Airlines

Die Luftfahrtbranche spricht sich gegen den Einzug der geplanten Tourismusabgabe über Airlines aus. Bild: Airports of Thailand (AOT)
Die Luftfahrtbranche spricht sich gegen den Einzug der geplanten Tourismusabgabe über Airlines aus. Bild: Airports of Thailand (AOT)

BANGKOK: Die von der thailändischen Regierung geplante Tourismusabgabe von mindestens 300 Baht soll nach dem Willen des Tourismus- und Sportministeriums über die Fluggesellschaften eingezogen werden. Vertreter der Luftfahrtbranche halten dieses Modell jedoch für technisch kaum umsetzbar und sprechen sich stattdessen für eine Erhebung über die Thailand Digital Arrival Card (TDAC) aus.

Das Ministerium hatte die Fluggesellschaften im vergangenen Monat gebeten, die Gebühr im Auftrag des Staates einzuziehen. Da das zugrunde liegende Gesetz thailändische Staatsangehörige von der Abgabe ausnimmt, wurde vorgeschlagen, die Gebühr zunächst von allen Fluggästen zu erheben und thailändischen Reisenden anschließend zu erstatten. Die dabei entstehenden Verwaltungskosten sollte der Staat übernehmen.

Fluglinien fordern andere Lösung

Nach Angaben von Sheldon Hee, Regional Vice President Asien-Pazifik der International Air Transport Association (IATA), würde ein Einzug über die Airlines erhebliche praktische Probleme verursachen. Bei der Buchung würden Fluggesellschaften in der Regel weder Nationalität noch Passdaten oder Wohnanschrift der Reisenden erfassen. Zudem sei unklar, wie am Flughafen mit Passagieren verfahren werden solle, die die Abgabe nicht bezahlt hätten. Die Zahlung von Gebühren gehöre nicht zu den üblichen Abläufen der Fluggesellschaften.

Auch die Airlines Association of Thailand (AAT) lehnt das Vorhaben ab. Die thailändischen Fluggesellschaften nutzten unterschiedliche Buchungs- und Verwaltungssysteme. Hinzu kämen mehr als 100 ausländische Airlines, die Thailand anfliegen. Eine Integration der Tourismusabgabe in die Flugtickets würde die Umsetzung zusätzlich erschweren.

TDAC gilt als bessere Lösung

Nach Einschätzung der Luftfahrtverbände wäre die Erhebung über die Thailand Digital Arrival Card die praktikablere Lösung. Das digitale Einreisesystem wird bereits von allen ausländischen Besuchern vor der Einreise genutzt und vom Immigration Bureau verwaltet, das direkt der Regierung untersteht.

Die Tourismusabgabe wurde bereits 2020 vorgeschlagen, bislang jedoch wegen Regierungswechseln und technischer Schwierigkeiten nie eingeführt. Der größte Teil der Einnahmen soll künftig in eine Versicherung für Touristen fließen, während der verbleibende Anteil für die Instandhaltung touristischer Attraktionen sowie den Ausbau der Infrastruktur vorgesehen ist. Die endgültige Höhe der Gebühr soll sich unter anderem nach den Kosten für Unfallversicherungen und Behandlungen in privaten Krankenhäusern richten. Studien zufolge bleiben thailändische Krankenhäuser jährlich auf unbezahlten Behandlungskosten ausländischer Besucher in Höhe von rund 2,5 Milliarden Baht sitzen.

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