Nahostkrise: Geschehen am Sonntag

Nahostkrise: Geschehen am Sonntag

Trump ist überzeugt: «Der Krieg ist vorbei»

WASHINGTON: US-Präsident Trump ist auf dem Weg in den Nahen Osten. Obwohl die Verhandlungen über ein Friedensabkommen im Gaza-Krieg erst die erste Hürde genommen haben, zeigt sich der Republikaner optimistisch.

Nach Auffassung von US-Präsident Donald Trump ist der Krieg im Gazastreifen ungeachtet noch ausstehender Friedensverhandlungen vorbei. «Der Krieg ist zu Ende», sagte der Republikaner in der Air Force One zu Journalisten auf dem Weg in den Nahen Osten. Er gehe davon aus, dass die Waffenruhe halte.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte dagegen zuvor gesagt, der Kampf sei noch nicht vorbei. «Es liegen noch große Sicherheitsherausforderungen vor uns.» Einige Feinde versuchten, sich zu erholen, um erneut anzugreifen, sagte der israelische Regierungschef.

Trump reist nach Israel, um heute Vormittag (Ortszeit) zunächst Geiselfamilien zu treffen und dann vor der Knesset - dem israelischen Parlament - eine Rede zu halten. Am Nachmittag will Trump zu einer «Nahost-Friedenszeremonie» anlässlich des von ihm vermittelten Abkommens zwischen Israel und der islamistischen Hamas in den ägyptischen Küstenort Scharm el Scheich weiterreisen. In der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) wird der Präsident laut Plan des Weißen Hauses wieder zurück in Washington sein.

Die Kriegsparteien hatten sich vor wenigen Tagen in indirekten Verhandlungen auf eine Waffenruhe, die Freilassung von Geiseln und Gefangenen sowie einen teilweisen Rückzug von Israels Truppen in Gaza geeinigt. Trotz dieser positiven Schritte ist längst nicht sicher, ob der Krieg dauerhaft endet.


London kündigt eigene Gaza-Konferenz an

LONDON: Die Briten wollen bei der Planung des Wiederaufbaus im Gazastreifen eine führende Rolle spielen. Damit sind sie nicht allein.

Auch Großbritannien will eine Konferenz zur Zukunft des Gazastreifens abhalten. Das wird der britische Premierminister Keir Starmer nach Angaben des Londoner Regierungssitzes in Ägypten ankündigen, wo er an der Zeremonie zur Unterzeichnung des Friedensplans teilnimmt. Zuvor hatte bereits die deutsche Bundesregierung angekündigt, mit Ägypten eine Wiederaufbaukonferenz organisieren zu wollen.

Das Vereinigte Königreich werde eine führende Rolle in der nächsten Phase des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Friedensplans spielen, das werde Starmer darlegen, hieß es in der Mitteilung weiter. Demnach soll bei einer mehrtägigen Konferenz in Großbritannien darüber beraten werden, wie der Gazastreifen sich wieder erholen und wieder aufgebaut werden kann. Es solle auch darum gehen, der Palästinensische Autonomiebehörde (PA) bei Reformen zu helfen, damit sie Gazas Wiederaufbau unterstützen könne.

Zu den erwarteten Teilnehmern gehören demnach unter anderem Deutschland, Italien, Saudi-Arabien, Jordanien und die PA sowie Vertreter der internationalen Entwicklungsfinanzierung, darunter die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und die Weltbank. Wann die Konferenz stattfinden soll, war zunächst unklar.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte betont, die gemeinsam mit Ägypten geplante Konferenz «muss eine sein, wo Israel und die Vereinigten Staaten dabei sind». Deutschland werde zudem humanitäre Hilfe leisten und den Aufbau einer Administration im Gazastreifen unterstützen.


Trump vor Abflug nach Israel: «Alle jubeln gleichzeitig»

WASHINGTON: Geisel-Familien, Rede im Parlament, «Friedenszeremonie» in Ägypten: US-Präsident Trump ist auf dem Weg in den Nahen Osten. Vor seiner Abreise betont er eine Besonderheit, die ihm auffalle.

US-Präsident Donald Trump ist auf dem Weg in den Nahen Osten. Bevor er in den Regierungsflieger in Washington stieg, sagte er zu Journalisten über den Verhandlungserfolg im Gaza-Krieg: «Alle jubeln gleichzeitig. Das ist noch nie zuvor passiert. Normalerweise jubelt nur einer, während der andere das Gegenteil tut.» Dies sei das erste Mal, dass alle begeistert seien. Trump ergänzte, es sei ihm eine Ehre, involviert zu sein - man werde eine «großartige Zeit» haben. «Es wird etwas sein, das es so noch nie gegeben hat.»

Trump reist nach Israel, um am Montagvormittag (Ortszeit) zunächst Geiselfamilien zu treffen und dann vor der Knesset - dem israelischen Parlament - eine Rede zu halten. Am Nachmittag will Trump zu einer «Nahost-Friedenszeremonie» anlässlich des von ihm vermittelten Abkommens zwischen Israel und der islamistischen Hamas in den ägyptischen Küstenort Scharm el Scheich weiterreisen. In der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) wird der Präsident laut Plan des Weißen Hauses wieder zurück in Washington sein.


Zwei Knesset-Abgeordnete wollen Trump-Rede boykottieren

TEL AVIV: In Israel wird US-Präsident Trump wegen seines Gaza-Friedensplans gefeiert. Er darf in der Knesset sprechen. Doch für einige Abgeordnete hat der Geisel-Deal einen bitteren Beigeschmack.

Mindestens zwei israelische Abgeordnete wollen den für Montag erwarteten Redeauftritt von US-Präsident Donald Trump in der Knesset boykottieren. Trumps Friedensplan, der eine Waffenruhe und die für den frühen Montagmorgen erwartete Übergabe der Geiseln ermöglichte, sei das Gegenteil eines Sieges im Krieg, wurde der Abgeordnete Amit Halevi in israelischen Medien zitiert. Halevi gehört der Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanjahu an.

In Teilen von Netanjahus Regierungskoalition ist die Vereinbarung umstritten, da sie neben der Rückkehr der Geiseln auch die Freilassung von rund 2.000 palästinensischen Häftlingen vorsieht, darunter auch lebenslänglich verurteilte.

Auch der Vorsitzende der ultraorthodox-nationalistischen Noam-Partei, Avi Maoz, kündigte an, er werde dem Trump-Auftritt fernbleiben.


Erwartete Geiselrückkehr: Netanjahu spricht von historischem Ereignis

TEL AVIV: Ein ganzes Land wartet auf die Rückkehr der Geiseln. Israels Regierungschef spricht vom Beginn eines neuen Weges - und warnt zugleich: Der Kampf sei noch nicht vorbei.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat vor der erwarteten Übergabe der Geiseln aus dem Gazastreifen von einem «historischen Ereignis» gesprochen. «Morgen ist der Beginn eines neuen Weges. Ein Weg des Aufbaus, ein Weg der Heilung», sagte Netanjahu in einer Videoansprache. Der Tag werde neben der Freude über die Rückkehr der entführten Geiseln aber auch von Trauer über «die Freilassung der Mörder» geprägt sein, fügte er in offensichtlicher Anspielung auf die palästinensischen Gefangenen hinzu, die Israel im Gegenzug für die Geiseln freilassen will.

Israel habe mit vereinten Kräften enorme Siege errungen, betonte Netanjahu. Doch der Kampf sei noch nicht vorbei. «Es liegen noch große Sicherheitsherausforderungen vor uns.» Einige Feinde versuchten, sich zu erholen, um erneut anzugreifen, so der Regierungschef.

Präsident Izchak Herzog hatte kurz zuvor auf dem sogenannten Geiselplatz in Tel Aviv gesagt, viele der Feinde und Kritiker Israels neigten dazu, dem Land zu unterstellen, den konstanten Kampf gegen die Gegner zu suchen. Das sei nicht wahr. «Sobald die Geiseln zurück sind, wird Israel keinen Krieg führen. Israel ist verpflichtet, dieses Abkommen einzuhalten, und will nach Frieden mit seinen Nachbarn streben und endlich eine Wende in der Zukunft der Region herbeiführen», sagte er.

Es ist geplant, dass die Hamas die Geiseln unter Ausschluss der Öffentlichkeit ans Internationale Komitee vom Roten Kreuz übergibt. Aus Kreisen der Terrororganisation hieß es, alle lebenden und möglichst auch die toten Geiseln würden bis Montagmorgen um 5.00 Uhr (MESZ) übergeben. Nach Treffen mit Angehörigen und einer ersten ärztlichen Untersuchung im Militärlager Reim am Rande des Gazastreifens werden die Freigelassenen dann voraussichtlich in Krankenhäuser geflogen. Im Gazastreifen befinden sich noch 48 der am 7. Oktober 2023 verschleppten Geiseln. 20 von ihnen sollen nach israelischen Informationen noch am Leben sein.


Alabali Radovan: Dreistelliger Millionenbetrag für Gaza

BERLIN: Weite Teile des Gazastreifens liegen in Schutt und Asche. Deutschland werde sich beim Wiederaufbau beteiligen, sagt die zuständige Ministerin Alabali Radovan - und nennt eine Summe.

Deutschland wird den Wiederaufbau in Gaza nach den Worten von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan mit einem dreistelligen Millionenbetrag unterstützen. Ein Teil der Entwicklungshilfe sei nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 eingefroren worden und stehe jetzt wieder zur Verfügung, sagte die SPD-Politikerin im «Bericht aus Berlin». Der genaue Betrag stehe aber noch nicht fest. «Es wird ein dreistelliger Millionenbeitrag sein.»

Deutschland werde aber auch direkte Übergangshilfen leisten, etwa mit Notunterkünften, die schon bereitstünden. Zugleich machte Alabali Radovan deutlich, dass die Gesamtsumme für den Wiederaufbau Gazas sehr hoch sei und nicht von Deutschland allein gestemmt werden könne. «Das müssen wir gemeinsam in der internationalen Gemeinschaft leisten.»

Deutschland will dazu gemeinsam mit Ägypten zu einer Wiederaufbau-Konferenz einladen. «Die wird in den nächsten Wochen stattfinden», sagte die Ministerin. Details dazu erwarte sie in den kommenden Tagen.


Israels Präsident hinterlässt in Klinik Botschaft an Geiseln

TEL AVIV: Israel bereitet sich auf die Rückkehr der Geiseln vor. Sie sollen zunächst in Krankenhäusern betreut werden. Der Präsident besuchte eine Klinik schon mal.

Der israelische Präsident Izchak Herzog hat sich im Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv über die Vorbereitungen auf die Aufnahme der Geiseln nach der geplanten Übergabe durch die islamistische Hamas informiert. «Das Wichtigste ist, dass wir alle zu Hause wiedersehen, dass alle sicher zurückkehren und dass das israelische Volk gute Nachrichten erhält», sagte er einem Bericht des Nachrichtenportals «ynet» zufolge bei dem Besuch. Herzog hinterließ den Geiseln, die im Ichilov-Krankenhaus in Empfang genommen werden sollen, eine Willkommens-Nachricht: «Wie gut, dass Sie nach Hause gekommen sind.»

Nach ihrer Freilassung sollen die Menschen in Krankenhäusern untersucht und behandelt werden und dort auch mit Angehörigen zusammenkommen. Nach israelischen Informationen sind 20 der insgesamt 48 Geiseln noch am Leben.

Aus Kreisen der Hamas hieß es, die Terrororganisation werde alle lebenden und möglichst auch die toten Geiseln bis Montagmorgen 5.00 Uhr MESZ übergeben. Die Rückkehr soll vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz unter Ausschluss der Öffentlichkeit organisiert werden. Nach Treffen mit Angehörigen und einer ersten ärztlichen Untersuchung im Militärlager Reim am Rande des Gazastreifens werden die Freigelassenen dann voraussichtlich in Krankenhäuser geflogen.


Hamas-Kreise: Geisel-Übergabe an drei Orten im Gazastreifen

GAZA/TEL AVIV: Israel wartet auf die Geiseln, die am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen verschleppt wurden. Die Vorbereitungen zur Übergabe laufen.

Die islamistische Hamas will die vor zwei Jahren verschleppten Geiseln, die noch am Leben sind, an drei verschiedenen Orten des Gazastreifens an Mitarbeiter des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Hamas-Kreisen. Als Zeitpunkt der Übergabe wurde Montagmorgen genannt. Nach israelischen Berichten könnte dies aber schon vorher geschehen.

Übergeben sollen im Rahmen der Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas auch möglichst alle toten Geiseln übergeben werden. Eine 72 Stunden lange Frist für die Übergabe läuft am Montagmittag ab.

Nach Angaben Israels sind von den insgesamt 48 Geiseln noch 20 am Leben. Es besteht die Sorge, dass die Hamas nicht alle sterblichen Überreste übergeben könnte. Als Hintergrund waren in Medienberichten die massiven Zerstörungen im Gazastreifen genannt worden, die ein Auffinden der Leichen verhindern könnten.


Trump in Nahost: Geisel-Freilassungen und Zeremonie in Ägypten

TEL AVIV/SCHARM EL SCHEICH: Ob die Kämpfe in Gaza auch längerfristig enden, ist völlig offen. Die jüngste Einigung der Hamas und Israels ist für US-Präsident Trump trotzdem schon jetzt Grund genug, Frieden in Nahost zu feiern.

Bei einem Kurzbesuch im Nahen Osten will US-Präsident Donald Trump am Montag die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gaza-Krieg feiern und auf weitere Schritte zum Frieden hinwirken. Im israelischen Parlament wird er zunächst Angehörige der Hamas-Geiseln treffen, deren Freilassung bis zum Montagmorgen erwartet wird. Anschließend will Trump vor der als Knesset bekannten Volksvertretung eine Rede halten.

Am Nachmittag wird Trump im Nachbarland Ägypten erwartet. Im Urlauberort Scharm el Scheich ist dem Weißen Haus zufolge eine «Nahost-Friedenszeremonie» geplant zum Abkommen zwischen der islamistischen Hamas und Israel, das Trump vermittelt hatte. Die Kriegsparteien hatten sich in dem Ort vor wenigen Tagen in indirekten Verhandlungen auf eine Waffenruhe, die Freilassung von Geiseln und Gefangenen und einen teilweisen Rückzug von Israels Truppen in Gaza geeinigt. Trotz dieser positiven Schritte ist längst nicht sicher, ob der Krieg dauerhaft endet.

Ägypten zufolge werden mehr als 20 Staats- und Regierungschefs erwartet. Anreisen werden unter anderem UN-Generalsekretär António Guterres, Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie Jordaniens König Abdullah II. Die Gastgeber sprechen von einem internationalen Gipfeltreffen zum Gazastreifen - ob dort neue Beschlüsse gefasst werden zu dem seit zwei Jahren laufenden Krieg, ist allerdings offen. Trump wird voraussichtlich noch am selben Tag seine Rückreise in die USA antreten.


Waffenruhe in Kraft - so sieht der Fahrplan Nahost jetzt aus

Im Gazastreifen schweigen die Waffen. In Kürze sollen alle Geiseln freikommen und palästinensische Gefangene aus der Haft in Israel entlassen werden. Was passiert darüber hinaus als Nächstes?

Tel Aviv (Gaza) - Im Gaza-Krieg ist eine Waffenruhe in Kraft getreten, und ein Besuch von US-Präsident Donald Trump in der Region steht am Montag bevor. Die israelischen Truppen haben sich Armeeangaben zufolge zu den vereinbarten Demarkationslinien zurückgezogen, kontrollieren aber weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens. So geht es nun weiter:

* Eine 72 Stunden lange Frist zur Freilassung der Geiseln läuft am Montagmittag ab. Aus Kreisen der Hamas hieß es, die Terrororganisation werde alle lebenden und möglichst auch die toten Geiseln bis spätestens Montagmorgen 5.00 Uhr MESZ übergeben. Nach israelischen Berichten könnte dies bereits vorher geschehen. Die Rückkehr soll vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz ohne öffentliche Zeremonie und ohne Medienvertreter organisiert werden. Nach Treffen mit Angehörigen und einer ersten ärztlichen Untersuchung im Militärlager Reim am Rande des Gazastreifens werden die Freigelassenen dann voraussichtlich in Krankenhäuser geflogen. * Israel soll im Gegenzug laut Trumps Friedensplan rund 250 wegen schwerer Straftaten zu lebenslanger Haft verurteilte palästinensische Häftlinge und etwa 1.700 weitere Palästinenser freilassen, die nach dem Massaker am 7. Oktober 2023 inhaftiert wurden. Nach israelischen Medienberichten veröffentlichte das Justizministerium eine Namensliste der 250 Palästinenser, von denen viele an tödlichen Anschlägen auf Israelis beteiligt waren. Bis zuletzt herrschte den Berichten zufolge aber Uneinigkeit zwischen Israel und der Hamas über Namen auf der Liste. * Im Rahmen der Vereinbarung werden die Hilfslieferungen in den Gazastreifen ausgeweitet - nach Angaben beider Seiten fahren in der ersten Phase rund 600 Lkw mit humanitärer Hilfe pro Tag ein. Zuletzt kamen nach Angaben der für Palästinenserangelegenheiten zuständigen israelischen Behörde Cogat täglich im Schnitt rund 300 Lastwagen mit Hilfslieferungen, in den Wochen zuvor waren es rund 200. * Voraussichtlich bis Dienstag soll der Grenzübergang Rafah nach Ägypten wieder für den zivilen Personenverkehr oder für den Transport von Verwundeten geöffnet werden. Auch die Rückkehr von vertriebenen Palästinensern sollte dann wieder möglich sein. * In einer zweiten Verhandlungsphase sollen dann weitere Streitpunkte geklärt werden, mit dem Ziel, den Krieg vollständig zu beenden. So sollen sich die israelischen Soldaten weiter aus dem Gazastreifen zurückziehen und von ihnen gehaltene Gebiete an eine internationale Stabilisierungstruppe, die für Sicherheit sorgen soll, übergeben werden. Der Plan sieht auch eine Entwaffnung der Hamas vor. Das lehnt die Terrororganisation bislang ab. Sollte es in der Frage keine Einigung geben, könnte der Krieg wieder ausbrechen. * Die USA planen, ein Kontrollzentrum zur Überwachung des Abkommens einzurichten. Sie haben dafür einem Bericht zufolge bereits Soldaten nach Israel geschickt. Der Sender ABC meldete unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter, US-Soldaten seien bereits in Israel eingetroffen. Zuvor hatte das Weiße Haus mitgeteilt, dafür 200 Soldaten entsenden zu wollen. Sie werden demnach nicht im Gazastreifen selbst eingesetzt. Auch andere Staaten, darunter Ägypten, Katar und die Türkei, sollen bei dem Kontrollzentrum mitwirken. * US-Präsident Trump wird am Montagmorgen in Israel erwartet. Er ist eingeladen worden, vor dem israelischen Parlament, der Knesset, eine Rede zu halten. Trump könnte auch bei der Freilassung der Geiseln vor Ort sein. Er will anschließend nach Ägypten reisen, um dort am Nachmittag an einer offiziellen Zeremonie anlässlich der mühsam errungenen Einigung teilzunehmen. An dem Spitzentreffen von gut 20 Staats- und Regierungschefs nimmt auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teil.


Zustimmung zur Gaza-Einigung kein Rückhalt für US-Politik

Der Iran hat den Gaza-Friedensplan zwar begrüßt, betrachtet ihn jedoch lediglich als Schritt zur Beendigung der Gewalt. Nicht jedoch als Zustimmung für US-Präsident Trumps Nahostpolitik.

Teheran - Die grundsätzliche Zustimmung des Irans zum Gaza-Abkommen darf laut Außenminister Abbas Araghtschi nicht als Unterstützung für die Nahostpolitik von US-Präsident Donald Trump missverstanden werden. «Herr Trump bringt seine bevorzugten Positionen in unterschiedlichen Formaten zum Ausdruck - diese stehen jedoch meist im Widerspruch zu unseren ideologischen Überzeugungen», sagte Araghtschi im staatlichen Fernsehen.

Irans Unterstützung für die Friedensinitiative dient demnach ausschließlich dem Ziel, die Gewalt zu beenden. Ein realistischer Friedensausblick für die palästinensischen Gebiete sei jedoch nicht erkennbar. «Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen der aktuellen Lage und der sehr unklaren Zukunftsperspektive», sagte Araghtschi. Insbesondere habe Israel wiederholt gezeigt, dass es sich nicht an solche Abmachungen halte.

Die Unterstützung militanter Gruppen wie der Hamas und der Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates sind ein zentraler Bestandteil der außenpolitischen Doktrin des Irans. Seit der islamischen Revolution von 1979 erkennt Teheran Israel nicht als Staat an und vermeidet eine namentliche Erwähnung. Stattdessen ist stets vom «zionistischen Regime» die Rede.


Merz reist nach Ägypten zur Gaza-Friedensfeier

BERLIN: Nach zwei Jahren Gaza-Krieg soll in Ägypten ein Waffenruhe-Abkommen unterzeichnet werden. Merz kündigt deutsches Engagement für die Einhaltung an und humanitäre Hilfe.

Bundeskanzler Friedrich Merz reist am Montag nach Ägypten zu einem Spitzentreffen von gut 20 Staats- und Regierungschefs, wo feierlich das Abkommen über eine Waffenruhe nach zwei Jahren Gaza-Krieg unterzeichnet werden soll. «Deutschland wird sich bei der Umsetzung des Friedensplans engagieren, zunächst vor allem für die Einhaltung eines stabilen Waffenstillstands und für humanitäre Hilfe», erklärte ein Regierungssprecher in Berlin. «Der Bundeskanzler unterstreicht mit der morgigen Reise dieses Engagement.»

Die Feier beginnt am Nachmittag im Badeort Scharm el-Scheich. Anreisen wird auch US-Präsident Donald Trump, dessen Friedensplan Israel und die islamistische Hamas Ende der Woche zugestimmt hatten. Ihre Teilnahme bereits bestätigt haben auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und UN-Generalsekretär António Guterres. Auch Großbritanniens Premierminister Keir Starmer wird teilnehmen.

Nach Inkrafttreten der Waffenruhe am Freitag soll es bis Montagmittag zur Freilassung aller noch lebenden Geiseln im Austausch gegen palästinensische Gefangene kommen.

Vormittags landet Trump in Israel, trifft sich vormittags mit Angehörigen der Geiseln, hält dann eine Rede im Parlament und reist anschließend weiter nach Ägypten.


Alle Hamas-Tunnel müssen zerstört werden

TEL AVIV: Israels Verteidigungsminister sieht die Zerstörung aller Hamas-Tunnel im Gazastreifen trotz der Waffenruhe als nächste große Aufgabe. Dabei setzt er auch auf internationale Unterstützung.

Auch nach der Waffenruhe mit der islamistischen Hamas plant Israel die Zerstörung aller verbliebenen unterirdischen Tunnel im Gazastreifen, in denen sich die Kämpfer der Terrororganisation verschanzt haben. Verteidigungsminister Israel Katz schrieb dazu auf der Plattform X: «Die große Herausforderung Israels nach der Phase der Rückführung der Geiseln wird die Zerstörung aller Terrortunnel der Hamas im Gazastreifen sein.»

Dies solle sowohl direkt durch die israelische Armee geschehen sowie «mittels des internationalen Mechanismus, der unter Führung und Aufsicht der USA eingerichtet wird», schrieb Katz. Er habe die Armee angewiesen, «sich auf die Durchführung dieser Aufgabe vorzubereiten». Das Ziel bleibe, den Gazastreifen zu entmilitarisieren und die Terrororganisation Hamas zu entwaffnen.

Nach einem ersten Rückzug der israelischen Armee kontrolliert das Militär nach Medienberichten noch 53 Prozent des Gazastreifens. Ein weiterer Rückzug wird an die Bereitschaft der Hamas geknüpft, ihre Waffen niederzulegen - was die Terrororganisation jedoch bislang ablehnt.

Während des zweijährigen Gaza-Kriegs hatte die Armee nach Angaben zahlreiche Tunnel zerstört. Wie viel von dem weit verzweigten unterirdischen Netz noch besteht, ist unklar. Laut früheren Berichten war es mehrere hundert Kilometer lang und verlief auch unter städtischen Gebieten.


Ratspräsident Costa reist für EU zu Gaza-Gipfel nach Ägypten

BRÜSSEL: Nach der Einigung zwischen Israel und Hamas wird an der ägyptischen Küste ein internationales Gipfeltreffen geplant. Aus Brüssel reist der EU-Ratspräsident an.

EU-Ratspräsident António Costa reist am Montag zu der in Ägypten geplanten Zeremonie zur Unterzeichnung des Gaza-Abkommens. Er werde die Europäische Union bei der Zeremonie zum Nahost-Friedensplan im Küstenort Scharm el Scheich vertreten, teilte eine Sprecherin mit.

«Der Plan bietet eine echte Chance, einen gerechten und nachhaltigen Frieden zu schaffen, und die EU ist fest entschlossen, diese Bemühungen zu unterstützen und zu seiner Umsetzung beizutragen», hieß es. US-Präsident Donald Trump und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatten Costa demnach zu dem internationalen Gipfel eingeladen.

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