US-Militär informiert über Tod eines weiteren Soldaten
TAMPA: Am Samstag haben die USA nach iranischem Beschuss den Tod zweier weiterer US-Soldaten im Iran-Krieg gemeldet. Nun steigt die Zahl der Todesfälle weiter.
Das US-Militär hat den Tod eines weiteren seiner Soldaten im Iran-Krieg gemeldet. Am Samstag sei ein US-Soldat im Nordirak bei einer kontrollierten Sprengung nicht detonierter Kampfmittel aus einer abgeschossenen iranischen Einwegdrohne ums Leben gekommen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein weiterer Soldat wurde demnach verletzt und wird weiterhin wegen einer leichten Verletzung medizinisch behandelt. Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 17.
Am Samstag hatte das US-Militär erstmals seit den Anfangstagen des Iran-Kriegs wieder den Tod von Soldaten infolge von iranischem Beschuss gemeldet. Sie seien am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten, teilte Centcom mit. Das US-Militär informierte in dem Zuge auch über einen weiteren Soldaten, der noch vermisst werde.
Nun erklärten die Streitkräfte, dass man nach einer gründlichen Suche am Ort des Geschehens bislang nicht identifizierte sterbliche Überreste gefunden habe. Derzeit laufe ein Prozess zur Identifizierung, hieß es. Die «New York Times» und das «Wall Street Journal» berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten beziehungsweise eine mit der Angelegenheit vertraute Person, es werde davon ausgegangen, dass es sich um die Überreste eines nach dem iranischen Angriff vermissten US-Soldaten handele.
«Frankfurter Allgemeine Zeitung» zum Krieg gegen Iran
(...) Weder die USA noch das iranische Regime dürften ein Interesse daran haben, den Krieg wieder voll entfesselt aufzunehmen.
Trump steht wegen der anstehenden Wahlen unter innenpolitischem Druck; Teheran ist (...) nicht nur militärisch massiv geschwächt, das Land liegt auch wirtschaftlich am Boden. Und doch ist kaum zu erwarten, dass bald Ruhe einkehren wird. Denn beide Seiten scheinen sich darauf verlegt zu haben, eine Verhandlungslösung in ihrem Sinne erzwingen zu wollen. Die nicht enden wollende Kraftprobe ist damit zu einer Frage der Schmerztoleranz geworden. Das militärisch schwächere Iran ist der Supermacht Amerika offenbar ebenbürtiger, als es Trump recht sein kann. Mit der Straße von Hormus hat Teheran einen Hebel in der Hand, den es nicht hergeben wird - und dem [Trump] (...) bislang nichts entgegenzusetzen hat.
Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken
TEHERAN: Wie konnten die USA und Israel die politische und militärische Führungsebene im Iran ausschalten? Außenminister Araghtschi spricht mit einem konservativen Medienaktivisten über den ersten Kriegstag.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat in einem Interview überraschend offen über Sicherheitslücken vor dem Krieg mit den USA und Israel gesprochen. Im Gespräch mit dem konservativen und regierungstreuen Medienaktivisten Dschawad Mogoi schilderte der Minister ausführlich seine Erlebnisse des ersten Kriegstags am 28. Februar. Iranische Medien veröffentlichten Ausschnitte des Interviews, das bislang nicht in voller Länge online ist.
Araghtschi erklärt darin unter anderem, dass mehrere wichtige Entscheidungsgremien aus Politik und Militär gleichzeitig tagten, als die Luftangriffe auf Teheran erfolgten. Am ersten Kriegstag wurden einflussreiche Politiker und Generäle getötet, darunter auch Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei. Morgens noch habe Araghtschi dessen Stabschef getroffen, um Chamenei über den Stand der Verhandlungen mit den USA zu informieren.
«Entscheidend ist meiner Ansicht nach, dass sie über diese Sitzungen informiert waren», sagte der Minister mit Blick auf Israel und die USA. «Das deutet möglicherweise auf eine Sicherheitslücke hin, die bestand und wahrscheinlich noch immer besteht». Araghtschi sagte, die Sicherheitslücke beschränke sich nicht nur auf Infiltration «Manchmal betrifft sie auch die Beeinflussung der Ausrichtung von Entscheidungsprozessen», fügte er hinzu und betonte: «Mehr möchte ich dazu nicht offen sagen.»
Iran meldet Angriff auf unfertiges Atomkraftwerk
TEHERAN: Die USA haben laut dem Iran ein im Bau befindliches Atomkraftwerk angegriffen. Es sollte bis 2030 fertiggestellt werden.
Der Iran hat einen Angriff auf ein im Bau befindliches Atomkraftwerk gemeldet. Die iranische Atomenergiebehörde verurteilte den Angriff im Südwesten Irans, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Demnach griffen die USA mit mehreren Geschossen an.
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA teilte mit, der Bau befinde sich in einem sehr frühen Stadium. Beim letzten IAEA-Besuch habe sich dort kein nukleares Material befunden, teilte sie auf der Plattform X mit. Auch wenn in diesem Fall kein radiologisches Risiko durch den Angriff vermutet werde, rufe IAEA-Chef Rafal Grossi erneut zu militärischer Zurückhaltung im Umfeld von Atomeinrichtungen auf.
Der Iran hatte den Beginn der Bauarbeiten am Standort Darchowein an der Grenze zum Irak Ende 2022 verkündet. Der Druckwasserreaktor in der Provinz Chusestan sollte eine Leistung von 300 Megawatt haben. Angekündigt wurde der Bau nahe dem großen Fluss Karun bereits vor mehr als 15 Jahren. Das Kernkraftwerk sollte um 2030 fertiggestellt werden.
Das einzige Kernkraftwerk Irans im Betrieb liegt in der Hafenstadt Buschehr.