Iran droht mit Vergeltung bei Ausweitung von US-Angriffen
TEHERAN: US-Präsident Donald Trump droht mit Angriffen auf kritische Infrastruktur im Iran. Die Militärführung der Islamischen Republik will zurückschlagen.
Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump, kritische Infrastruktur im Iran anzugreifen, warnt der Iran vor massiven Gegenschlägen. Dann werde sämtliche in der Region verbleibende Infrastruktur zum Ziel von Angriffen, hieß es in einer Stellungnahme des militärischen Hauptquartiers Chatam al-Anbjia, die die Nachrichtenagentur Fars verbreitete.
Der Iran hatte in Vergangenheit mehrfach Produktionsstätten zur Rohstoffgewinnung sowie zivile Infrastruktur in den Nachbarländern angegriffen. Am Mittwoch hatte Trump mit einer Ausweitung von Angriffen gegen den Iran gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, «es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln», sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News.
Iran meldet Angriff auf Flughafen in Nordosten des Landes
TEHERAN: Zuletzt beschränkten sich Angriffe auf den Iran meist auf die südliche Küste des Landes. Jetzt spricht der Iran jedoch auch von einer Attacke im Nordosten.
Nach iranischen Angaben soll es zu einem Angriff im Nordosten des Landes gekommen sein. Geschosse seien am Flughafen von Semnan eingeschlagen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Gouverneursverwaltung. Es habe keine Toten oder Verletzten gegeben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Im Statement der Gouverneursverwaltung hieß es lediglich, dass der «Feind» für den Angriff verantwortlich sei. Das US-Militär hatte berichtet, am Mittwochabend (deutscher Zeit) eine neue Angriffswelle auf den Iran gestartet zu haben.
«DNA»: Wer hat im Iran-Konflikt den längeren Atem?
STRAßBURG: Zur festgefahrenen Lage im Iran-Konflikt schreibt die französische Zeitung «Les Dernières Nouvelles d'Alsace» am Donnerstag:
«Die diplomatischen Bemühungen sind erneut Luftangriffen und Beschimpfungen gewichen. Und die strategisch äußerst wichtige Straße von Hormus, deren Sperrung der Iran schon seit langem angedroht hatte, steht im Mittelpunkt dieser neuen Konfrontationsrunde. (...)
Der Iran nutzt und missbraucht seine Macht, Schaden anzurichten, während die Vereinigten Staaten ohne klare oder zumindest erkennbare Strategie vorgehen. Und der Ausgang dieses Kampfes um den Golf von Hormus, der zunehmend die Züge eines Sumpfes annimmt, scheint von zwei Unbekannten abzuhängen: Welcher der beiden Gegner hat mehr zu verlieren, und welcher wird ausdauernder sein?
Das Mullah-Regime kümmert sich kaum um sein Volk, wird aber nicht ewig mit der Blockade seiner Häfen leben können. Die Trump-Regierung muss ihrerseits die öffentliche Meinung zufriedenstellen und die Zwischenwahlen gewinnen. Dazwischen, als Geiseln gefangen, sind die Nachbarländer und die Weltwirtschaft auf die Rolle machtloser und besorgter Zuschauer reduziert.»
Jordanien meldet erneuten iranischen Beschuss
AMMAN: Oft trifft es die Golfstaaten, wenn der Iran angreift. Doch auch in Jordanien werden immer wieder Angriffe abgewehrt.
Die jordanische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht acht iranische Raketen abgefangen. Sie seien auf das Staatsgebiet des Königreichs gerichtet gewesen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf das Militär. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben. Trümmerteile seien beseitigt worden.
Im Osten des Landes liegt eine vom US-Militär genutzter Militärstützpunkt, der vom US-Militär. Nach US-Angriffen auf den Iran griff die islamische Republik in der Nacht auch erneut in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait an. Auch iranische Medien berichteten unter Berufung auf die Revolutionsgarden über Angriffe auf US-Ziele in Jordanien.