Explosionen in Damaskus während Macron-Besuch
DAMASKUS: Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren besucht ein EU-Staatschef Syrien: Emmanuel Macron ist in Damaskus - als in der Hauptstadt zwei Explosionen zu hören sind.
Während des Syrien-Besuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat es in der Hauptstadt Damaskus zwei Explosionen gegeben. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, war zunächst eine Explosion zu hören. Wenige Sekunden später sei in der Nähe des Hotels, in dem Macron nach Angaben der Beobachtungsstelle untergebracht ist, eine zweite, stärkere Detonation zu hören gewesen. Die Explosionen hätten unter den Bewohnern der Stadt Besorgnis ausgelöst.
Rettungskräfte und Krankenwagen seien umgehend zum Ort des Geschehens gefahren. Zudem hätten Sicherheitskräfte das umliegende Gebiet abgesperrt. Offizielle Angaben zur Ursache der Explosionen sowie zu möglichen Schäden oder Opfern lagen zunächst nicht vor.
Macron war am späten Montagabend als erster Staatschef eines EU-Mitgliedslandes seit 2010 zu einem Besuch nach Syrien gereist. Ungeachtet der Berichte über die Explosionen meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA, Macron treffe derzeit im Präsidentenpalast mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa zusammen. Der Pariser Élysée-Palast teilte mit, Präsident Macron gehe es gut. Er befindet sich im syrischen Präsidentenpalast, wo erweiterte Gespräche mit Delegationen beider Länder laufen.
Industrieproduktion legt stärker zu als erwartet
WIESBADEN: Die Kennzahlen in der deutschen Industrie zeigen trotz der Verwerfungen durch den Iran-Krieg nach oben. Ökonomen sind uneins, ob dies bereits eine tragende Entwicklung ist.
Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat sich im Mai besser als erwartet entwickelt. Die Gesamtproduktion sei im Vergleich zum Vormonat April saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Plus von lediglich 0,1 Prozent gerechnet. Allerdings wurde der monatliche Anstieg der Produktion im verarbeitenden Gewerbe im April von 0,4 Prozent auf 0,2 Prozent nach unten revidiert.
«Die positive Entwicklung der Produktion im Mai 2026 ist maßgeblich auf die Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen», berichteten die Statistiker. Dort stieg die Produktion saison- und kalenderbereinigt im Mai um 3,6 Prozent zum Vormonat.
Senior Economist Jens-Oliver Niklasch von der LBBW sieht eine Fortsetzung der allmählichen Belebung in der deutschen Industrie. «Das ist nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass diese Zahlen noch in die Phase des Iran-Krieges fallen, in der die Unsicherheit besonders groß war.» Vermutlich habe es in Deutschland im zweiten Quartal keinen Rückgang der Wirtschaftsleistung gegeben. Das wäre eine gute Nachricht.
Nach Ansicht von Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, ändert das Plus im Mai nichts daran, dass sich die deutsche Industrieproduktion weiter auf niedrigem Niveau seitwärts bewegt. Insbesondere der starke Rückgang des Ölpreises spreche aber für eine moderate Erholung in der zweiten Jahreshälfte. «Mehr ist nicht drin, weil das Reformpaket der Bundesregierung die erodierte Standortqualität trotz einzelner Fortschritte nicht wesentlich verbessert und China der deutschen Industrie zusetzt», betonte Krämer.
Trauerfeiern für Chamenei gehen in Pilgerstadt Ghom weiter
TEHERAN: Drei Tage lang folgten Anhänger von Irans getötetem obersten Führer in der Hauptstadt Teheran den Trauerfeierlichkeiten für Ajatollah Ali Chamenei. Bald soll er beerdigt werden.
Im Iran gehen die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei den vierten Tag in Folge weiter. In der iranischen Stadt Ghom, dem Zentrum der schiitischen Geistlichkeit des Landes, leitete am frühen Morgen der 93 Jahre alte Kleriker Abdullah Dschawadi-Amoli das Totengebet, wie Staatsmedien berichteten. Menschenmassen waren auf Luftaufnahmen in der Pilgerstadt zu sehen.
Am Mittwoch sind Zeremonien im Nachbarland Irak geplant, ehe Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll.
Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt getötet worden. Anschließend führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten.