Nahostkrise: Geschehen am Freitag

Nahostkrise: Geschehen am Freitag

Netanjahu gratuliert Trump - Treffen in den USA geplant

JERUSALEM: Das Verhältnis der beiden Regierungschefs galt zuletzt als angespannt, jetzt planen sie ein baldiges Wiedersehen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach Angaben seines Büros mit US-Präsident Donald Trump telefoniert und ihm zum 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten gratuliert. In dem Gespräch habe Netanjahu die USA als Garant globaler Freiheit bezeichnet und die enge Bindung zwischen beiden Ländern hervorgehoben. Beide hätten sich darauf verständigt, sich «in naher Zukunft» in den USA zu treffen.

Zuletzt galt das Verhältnis zwischen Netanjahu und Trump als sehr angespannt - vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und unterschiedlicher Vorstellungen über das weitere Vorgehen in der Region. Weitere Details zu dem Termin des geplanten Treffens nannte Netanjahus Büro zunächst nicht.


Mehrtägige Trauerfeiern für Chamenei im Iran

TEHERAN: Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei schließlich beerdigt werden. Mehrere Tage lang herrscht dafür im Iran Ausnahmezustand.

An diesem Samstag beginnen im Iran die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei. Zunächst sind drei Tage lang Zeremonien in der Hauptstadt Teheran geplant. Sein Leichnam soll dann in die Pilgerstadt Ghom sowie den Irak gebracht werden, ehe Chamenei am kommenden Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beerdigt wird.

Chamenei war am 28. Februar im Alter von 86 Jahren durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt gezielt getötet worden. Mehr als fünf Wochen führten die USA und Israel daraufhin Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten. Bis zu seinem Tod regierte der Ajatollah den Iran mit absoluter Härte.


Israel wirft türkischem Außenminister «Aufruf zum Völkermord» vor

TEL AVIV: Die formelle Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch Israel löst eine schwere diplomatische Krise aus. Ankara spricht von Ablenkung, Tel Aviv von Vernichtungsrhetorik.

Israels Außenminister Gideon Saar hat seinem türkischen Kollegen Hakan Fidan eine «Entmenschlichung des jüdischen Volkes» sowie «Aufruf zum Völkermord» vorgeworfen. Laut einer von Saar auf der Plattform X veröffentlichten Videoübersetzung sagte Fidan in einem Interview mit dem Sender CNN Türk, die israelische Politik und Denkweise seien zu einer Last geworden, die die Menschheit nicht länger ertragen könne. Zudem bezeichnete er demnach Israel als ein Problem für die gesamte Menschheit und forderte internationalen Druck auf das Land.

Saar bezeichnete auf X die Aussagen als widerwärtig und sprach von einem «Paradebeispiel für Anstiftung zum Völkermord». Die Bezeichnung des jüdischen Volkes als «unerträgliche Last» gleiche einer Entmenschlichung und sei die «klassische, schreckliche Sprache der schlimmsten Vernichtungsregime der Geschichte». Saar rief die zivilisierte Welt und die Nato-Verbündeten auf, den «expliziten Aufruf zur Auslöschung Israels unmissverständlich zu verurteilten».

Anlass für Fidans Äußerung war Israels formelle Anerkennung des Völkermords an den Armeniern (ab 1915). Die türkische Regierung sprach von einem politischen Vergeltungs- und Ablenkungsmanöver. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, Israel versuche, «die eigenen Verbrechen zu vertuschen» und die Türkei mit Verleumdungen zu überziehen.


«Sme»: Gut am Iran-Deal ist nur die Schwächung Trumps

BRATISLAVA: Die slowakische Tageszeitung «Sme» schreibt am Freitag zur Entwicklung im Iran-Krieg Israels und der USA:

«Dass von der 60-Tage-Frist für eine Einigung über die Meerenge von Hormus schon fast 20 Tage ohne irgendeinen Fortschritt vergangen sind, veranschaulicht die Zukunft des Memorandums mit dem Iran: Es ist für den Abfalleimer. (...) Die oberste Priorität von (US-Präsident Donald) Trump ist die Verminderung der negativen Auswirkungen des Konflikts auf die globalen und inländischen Märkte. (...) Auf der Grundlage des 14-Punkte-Plans kann es jedoch keinen langfristigen Waffenstillstand, erst recht keinen dauerhaften Frieden geben. (...)

Aber eine sachliche Vereinbarung ist auch gar kein Ziel (...). Das erstrangige Ziel sind die Midterm-Wahlen. Also ungünstige Auswirkungen, vor allem die Inflation, auf die Wirtschaft jetzt sofort wegzukriegen. Und dass der von der Hormus-Blockade ausgelöste Preisschock vorerst ausgebügelt ist, scheint tatsächlich bei den sonst so volatilen Märkten angekommen zu sein. Diesen Anschein einer Beruhigung schon als Gewissheit, also als Erfolg des Trump-Stabs zu verkünden, geht trotzdem nicht.

Nach Verstreichen eines Drittels der Frist - die sicher noch verlängert wird - gilt jedenfalls, dass ein wiederholtes Öffnen und Schließen der Meerenge zum wahrscheinlichsten Szenario wird. Angesichts der kommenden (Midterm-)Wahlen, die darüber entscheiden werden, ob Trump die Katastrophe bleibt, die er jetzt ist, oder ob er zu einer «lahmen Ente» wird, könnten wir uns also zynisch wünschen, dass die Islamisten weiter auf Tanker und Nachbarn schießen.»


Ausländische Gäste im Iran zu Trauerfeier für Chamenei

TEHERAN: Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei schließlich beerdigt werden. Mehrere Tage lang herrscht dafür im Iran Ausnahmezustand.

Der Iran hat kurz vor Beginn der Trauerfeiern für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei zahlreiche Staatsgäste empfangen. Das iranische Staatsfernsehen zeigte am Freitag unter anderem, wie Regierungsvertreter aus China, Belarus, dem Irak und Turkmenistan in der Hauptstadt Teheran landeten.

An diesem Samstag beginnen in Teheran die offiziellen Trauerfeierlichkeiten. Es werden mehrere Millionen Menschen aus dem Iran und Nachbarländern erwartet. Der Sarg des früheren Staatsoberhaupts wurde schon in der Großmoschee Mosalla aufgebahrt.

Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt gezielt getötet worden. Mehr als fünf Wochen führten die USA und Israel daraufhin Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten. Auch Dutzende iranische Generäle und einflussreiche Politiker wurden getötet.

Die Zeremonien dauern bis Montag an. Chameneis Leichnam soll dann in die Pilgerstadt Ghom und in den Irak gebracht werden, ehe er am kommenden Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beerdigt wird. Aus Sicherheitsgründen will der Iran für mehrere Tage seinen Luftraum sperren.

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