Nahostkrise: Geschehen am Freitag

Nahostkrise: Geschehen am Freitag

Iran droht wegen angeblicher israelischer Militärflieger

TEHERAN: Am Donnerstag kam es zu einem Zwischenfall in der Straße von Hormus. Jetzt droht der Iran wegen angeblicher israelischer Militärflugzeuge im Luftraum der Nachbarschaft.

Irans oberste Militärführung hat wegen angeblicher israelischer Militärflugzeuge im Luftraum in der Nachbarschaft der Islamischen Republik eine Drohung ausgesprochen. Es betrachte die Flugzeuge «im Anflug auf den Iran» als Gefährdung, hieß es in einer Stellungnahme des Hauptquartiers Chatam al-Anbjia, die die Nachrichtenagentur Fars verbreitete. Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden.

Sollten die USA Israel nicht Einhalt gebieten können, behalte sich der Iran «das Recht vor, auf solche Maßnahmen zu reagieren», hieß es in der Stellungnahme weiter. Wo genau sich die israelischen Flugzeuge befinden sollen, wurde nicht deutlich.

Erst am Donnerstag war es zu einem Zwischenfall in der Straße von Hormus gekommen. US-Medien zitieren aus anonymen Quellen, wonach eine iranische Drohne ein Schiff in der Meerenge getroffen habe. Die Weltschifffahrtsorganisation stoppte vorläufig eine Evakuierungsmission in der Region. Der Iran hatte gewarnt, dass nur Transite entlang der von Teheran festgelegten Routen sicher seien.


50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

TEL AVIV: Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Zum 50. Jahrestag stellt das israelische Staatsarchiv nun die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit.

Das israelische Staatsarchiv gibt zum 50. Jahrestag der Flugzeugentführung von Entebbe erstmals eine umfassende Sammlung historischer Dokumente frei. Die Behörde veröffentlicht alle Akten zur «Operation Entebbe», darunter auch bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente. Die Unterlagen sollen der Öffentlichkeit einen detaillierten Einblick in das Handeln der damaligen israelischen Regierung ermöglichen.

Am 27. Juni 1976 entführten palästinensische und deutsche Terroristen eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Athen nach Paris. Sie wollten die Freilassung von Inhaftierten in Israel, Frankreich, Deutschland und der Schweiz erzwingen, darunter auch Gefangene der linksextremen deutschen Terrorgruppe Rote Armee Fraktion (RAF).

Nach einem Zwischenstopp in Libyen flogen die Entführer nach Entebbe in Uganda. Die Terroristen ließen die meisten nicht-jüdischen Passagiere frei und hielten mehr als 100 jüdische und israelische Geiseln fest, bis eine israelische Militäreinheit diese in einer gewagten Aktion am 4. Juli 1976 befreite. Bei dem Einsatz starben alle Entführer, drei Geiseln, mehrere ugandische Soldaten sowie der israelische Kommandeur Jonatan Netanjahu, ein Bruder des heutigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Laut dem Staatsarchiv dokumentieren die Protokolle die Beratungen, die strategischen Bedenken sowie die verschiedenen Szenarien der israelischen Regierung während der Krise. Die Akten bildeten den komplexen Entscheidungsprozess ab, welcher der letztendlich erfolgreichen Militäroperation vorausging, hieß es.

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