Proteste nach Tod junger Palästinenser im Westjordanland
RAMALLAH/TEL AVIV: Seit Beginn des Gaza-Kriegs nimmt auch die Gewalt im Westjordanland zu. Nun wurden bei Konfrontationen ein 15-jähriger und ein 19-jähriger Palästinenser erschossen - und der Protest wächst.
Nach dem Tod zweier junger Palästinenser im besetzten Westjordanland ist es dort zu Protesten gekommen. Ein 15-Jähriger und ein 19-Jähriger aus der Ortschaft Beit Ummar waren nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums am Sonntagabend von israelischen Soldaten erschossen worden. Zwei weitere Jugendliche hätten Schussverletzungen erlitten.
Die israelische Armee teilte zu dem Vorfall mit, Palästinenser hätten Brandflaschen auf eine israelische Siedlung geworfen und Reifen in Brand gesetzt. Zwei von ihnen seien «ausgeschaltet», ein weiterer «außer Gefecht gesetzt» worden. In Beit Ummar wurde am Montag aus Protest gegen den Tod der beiden jungen Palästinenser gestreikt.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 nimmt auch im Westjordanland die Gewalt zu. Die israelische Armee geht dort immer wieder mit Großeinsätzen gegen militante Palästinenser vor. Binnen zweieinhalb Jahren sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah mehr als 1.000 Palästinenser im Westjordanland getötet worden. Gleichzeitig kommt es verstärkt zu Gewalt radikaler Siedler gegen Palästinenser.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.
Verletzte und Vermisste nach Unfall in Gas-Fabrik
DOHA: Die Flüssiggasanlage im katarischen Industriegebiet Ras Laffan ist eine der wichtigsten Gasaufbereitungsanlagen der Welt. Nach einer Explosion suchen Rettungskräfte nach Vermissten.
Bei einem Unfall in der Gasanlage Ras Laffan in Katar sind 54 Menschen verletzt worden, 18 Personen gelten als vermisst. Rettungskräfte seien auf der Suche nach den Vermissten, teilte das katarische Innenministerium auf der Plattform X mit.
Am Sonntag sei es bei der Inbetriebnahme der Barzan Versorgungsanlage zu einer Explosion und einem Brand gekommen, gab der Betreiber Qatar Energy auf X bekannt. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor. In den vergangenen Monaten war es im Zuge des Krieges zwischen den USA und Iran auch zu iranischen Angriffen auf Flüssiggasanlagen in Katar gekommen.
Ras Laffan ist das Zentrum der katarischen Gasindustrie. Nach Angaben von Qatar Energy befindet sich dort der weltweit größte Standort für die Verarbeitung und den Export von Flüssigerdgas (LNG). Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas, das vor allem in Ras Laffan verschifft wird.