Irans Top-Verhandler unterwegs nach Hause - Gespräche gehen weiter
TEHERAN: Nach ersten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz reisen Irans oberste Verhandler ab nach Hause. Aber vor Ort soll es die Woche über weitergehen.
Irans Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi sind von den Verhandlungen mit den USA in der Schweiz auf dem Weg zurück nach Teheran. Nach 18 Stunden intensiver Gespräche seien die beiden nun unterwegs, hieß es in einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
Am Sonntag hatten sich Vertreter der USA, Irans und der Vermittlerstaaten Pakistan und Katar zu Gesprächen in einem Luxusresort in der Nähe von Luzern getroffen. Pakistan sprach zuletzt davon, dass im weiteren Wochenverlauf in kleineren Arbeitsgruppen weiterverhandelt werde. In einem Bericht zur Abreise von Irans Top-Verhandlern hieß es nun ebenfalls, ein weiteres Vorgehen für die kommenden 60 Tage sei vereinbart worden und die Gespräche würden in dieser Woche weitergehen.
«The Telegraph»: Iran verfügt über ein erhebliches Druckmittel
LONDON: Zu den Verhandlungen zur Beilegung des Irankriegs schreibt die britische Zeitung «The Telegraph» am Montag:
«Kaum jemand wird glauben, dass US-Präsident Donald Trump einen Krieg wieder aufnehmen will, den er offensichtlich um fast jeden Preis beenden möchte. Das Hauptziel des Präsidenten besteht nun darin, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, die der Iran anscheinend als Verhandlungsmasse einsetzen will, wann immer er nicht bekommt, was er will.
Teheran glaubt, die Welt erpressen zu können, indem es damit droht, die wichtige Wasserstraße nach Belieben zu sperren - ein eklatanter Verstoß gegen das internationale Seerecht und das Recht auf freien Handel.
Aus Sicht des Präsidenten kommt es in erster Linie darauf an, die Meerenge offenzuhalten, um den ungehinderten Transport der rund 20 Millionen Barrel Öl zu gewährleisten, die dort täglich durchfließen müssen. Eine Sperrung hätte wirtschaftliche Folgen, die Trump nicht länger hinnehmen will. Damit haben die Iraner ein erhebliches Druckmittel in der Hand, das sie offenkundig bei jeder Gelegenheit zu nutzen bereit sind.»