Ifo: Konjunkturaussichten leicht verbessert
MÜNCHEN: Die deutsche Wirtschaft ist in der längsten Stagnationsphase seit 1949 gefangen. In diesem Jahr haben sich die Aussichten mit dem erhofften Kriegsende im Iran leicht aufgehellt.
Die deutsche Wirtschaft könnte sich dank des erhofften Endes des Iran-Kriegs und hoher Staatsausgaben in diesem Jahr etwas besser entwickeln als zuletzt befürchtet. Das Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für dieses Jahr auf 0,8 Prozent leicht angehoben. Auch im kommenden Jahr könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt demnach um 0,8 Prozent zulegen. Die Nachwirkungen des kriegsbedingten Energiepreisschocks jedoch werden laut Ifo noch lange zu spüren sein: Für dieses Jahr erwartet das Institut eine Inflationsrate von 2,9 Prozent, im nächsten Jahr noch 2,7 Prozent.
Im Frühjahr hatten die Münchner Ökonomen ihre Wachstumserwartungen nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran in einem «Eskalationsszenario» auf 0,6 Prozent gesenkt, nun sind es wieder 0,2 Prozentpunkte mehr. Sowohl Deutschland als auch der Euroraum liegen nach wie vor weit hinter dem erwarteten Wachstum der Weltwirtschaft von über zwei Prozent zurück. Die Langfristaussichten bleiben düster: Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser und seine Kollegen gehen davon aus, dass das Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft bis Ende des Jahrzehnts auf 0,1 Prozent sinken wird.
China begrüßt Abkommen zwischen USA und Iran
PEKING: China begrüßt die Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran. Für die zweite Phase der Verhandlungen hofft Peking auf eine «rationale und pragmatische Haltung».
China hat das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Kriegs begrüßt. Die Unterzeichnung des Memorandums der ersten Phase sei «von positiver Bedeutung für die Entspannung der Lage und die Festigung der Waffenruhe», erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. China hoffe, dass alle beteiligten Parteien den Geist der Vereinbarung wahrten und ihre Zusagen einhielten. Probleme ließen sich nicht mit Waffengewalt lösen.
Zugleich rief Peking beide Seiten auf, die Verhandlungen der zweiten Phase mit einer «rationalen und pragmatischen Haltung» anzugehen. China werde weiterhin eine aktive und konstruktive Rolle spielen.
Das USA-Iran-Rahmenabkommen ist nach Angaben aus der Nacht von Vermittlerstaat Pakistan mit «sofortiger Wirkung» in Kraft getreten. Eine endgültige Vereinbarung, auch zum Streit um das iranische Atomprogramm, soll im Rahmen weiterer Verhandlungen innerhalb von 60 Tagen erzielt werden.