«Le Figaro»: Trump steckt im Iran in einer Falle
PARIS: Zum Iran-Krieg schreibt die französische Zeitung «Le Figaro» am Freitag:
«Die Beerdigung des iranischen Führers, der am ersten Tag von Donald Trumps Krieg gegen den Iran getötet wurde, endet mit einem "Feuerwerk". Frustriert über die Haltung des Irans hat der US-Präsident das "Ende des Waffenstillstands" verkündet und neue Bombardements angeordnet. (...) Trump war an das äußerst komplexe Problem des iranischen Atomprogramms mit einer einfachen Idee herangegangen: Indem er die iranische Führung beseitigte, würde er deren Nachfolger zu einem besseren "Deal" zwingen als das Abkommen von Barack Obama.
In Wirklichkeit ist er in eine Falle getappt. Nach den Bergen Afghanistans und den Sandwüsten Mesopotamiens hat sich die Straße von Hormus für die Vereinigten Staaten zu einer strategischen Sackgasse entwickelt. Das iranische Regime verkündet seinen Sieg, nachdem es den Regen aus amerikanischen und israelischen Raketen überstanden hat. In der Hoffnung, dass der US-Präsident sich nicht erneut auf einen ruinösen totalen Krieg einlassen wird, eröffnet es das Feuer auf Schiffe, die sich weigern, eine Durchfahrtsgebühr zu zahlen, und nimmt damit den internationalen Handel als Geisel. Trump, der versprochen hatte, Amerika nicht mehr in endlose Kriege zu verwickeln, ist in einem Konflikt ohne Ausweg verstrickt. Er lernt auf die harte Tour eine grundlegende Erkenntnis der Geopolitik: Man kann keinen Frieden erzwingen, wenn man den Krieg nicht gewonnen hat! (...)»
«Scarlet Lady» legt nach Routen-Streit auf Kreta an
CHANIA: Türkei und Ägypten verweigern der «Scarlet Lady» mit LGBTQ-Gästen die Einfahrt - auf Kreta gibt es jetzt Ausflüge.
Nach der Weigerung der Türkei und Ägyptens, das mit überwiegend LGBTQ-Passagieren gecharterte Kreuzfahrtschiff «Scarlet Lady» einlaufen zu lassen, hat das Schiff am Freitagmorgen außerplanmäßig den Hafen von Souda auf der griechischen Insel Kreta erreicht. An Bord befinden sich rund 1.860 Passagiere und 1.139 Besatzungsmitglieder, wie der griechische Rundfunk ERT berichtete. LGBTQ ist eine Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer - auf Deutsch lesbische, schwule, bisexuelle, trans und queere Menschen.
Die «Scarlet Lady» ist für eine einmonatige Themenkreuzfahrt des US-Reiseveranstalters Atlantis Events gechartert. Ursprünglich sollte das Schiff unter anderem die türkischen Häfen Ku?adas? und Istanbul anlaufen. Die türkischen Behörden untersagten dies mit Verweis auf «moralische Werte» des Landes. Anschließend verweigerte nach griechischen Medienberichten auch Ägypten die Einfahrt, woraufhin die Route kurzfristig geändert wurde.
Nach Genehmigung durch das griechische Schifffahrtsministerium erhielten die Passagiere die Möglichkeit zu Ausflügen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf Kreta. Nach dem Aufenthalt in Souda soll die «Scarlet Lady» ihre Reise planmäßig in Richtung Montenegro fortsetzen, berichtete ERT unter Berufung auf die zuständigen Behörden.
Verdächtige nach Anschlägen festgenommen
DAMASKUS: Erstmals seit langem ist mit dem französischen Präsidenten wieder ein EU-Staatschef in Syrien zu Besuch - da gehen mehrere Sprengsätze hoch. Die Täter sollen Verbindungen zur Terrormiliz IS haben.
Wenige Tage nach den Bombenanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus während eines Besuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sind mehrere Tatverdächtige festgenommen worden, die Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben sollen. Das teilte der für den Großraum Damaskus zuständige Sicherheitschef Ahmad al-Dalati mit.
Das syrische Innenministerium hatte am späten Donnerstagabend die Festnahme der vermutlich für die Anschläge verantwortlichen Zelle gemeldet. Die Identitäten der Festgenommenen und ihre mutmaßlichen Rollen bei den Anschlägen sollen erst nach Abschluss der Untersuchungen bekanntgegeben werden, wie es hieß.
Am Dienstagvormittag waren nahe dem Tourismusministerium im Zentrum der Millionenstadt Damaskus zwei Sprengsätze detoniert. Das Gebäude liegt unweit des Hotels, in dem Macron übernachtete. Nach Angaben des syrischen Gesundheitsministeriums wurde ein Mensch getötet, 31 weitere wurden verletzt, die meisten von ihnen leicht. Es war der zweite Bombenanschlag in der syrischen Hauptstadt innerhalb einer Woche.