Wieder nächtliche Explosionen im Iran
TEHERAN: Das US-Militär bombardiert in der nunmehr zehnten Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik Iran. Von dort werden wieder Explosionen in mehreren Gebieten des Landes gemeldet.
Nach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele im Iran melden örtliche Medien in der Nacht wieder Explosionen in mehreren Gebieten der Islamischen Republik. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan und der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman gemeldet. Der regierungstreue Sender Press TV berichtete zudem von US-Angriffen im Gebiet der Stadt Schiras im zentralen Süden Irans.
Die Nachrichtenagentur Fars meldete mehrere Explosionen im Bereich der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie bei der Großstadt Bandar Abbas. Das US-Militär greift nach eigenen Angaben in der nunmehr zehnten Nacht in Folge an.
Behörde: Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen
MASKAT: Während das US-Militär seine Angriffe im Iran fortsetzt, kommt es in der Straße von Hormus erneut zu einem Vorfall. Der Iran pocht darauf, dass Schiffe eine von Teheran festgelegte Route nehmen.
In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordöstlich des omanischen Ortes Limah.
Erst am Vortag war vor der Küste des Omans ein Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Der Iran verlangt, dass Schiffe eine Route entlang der eigenen Küste nehmen.
Die Führung in Teheran hatte zuvor wiederholt erklärt, nur die vom Iran vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, ist der wesentliche Grund, warum der Krieg zwischen den USA und dem Iran derzeit wieder eskaliert.
Das US-Militär greift auch in dieser Nacht - der zehnten in Folge - wieder Ziele im Iran an. Die Nachrichtenagentur Fars meldete mehrere Explosionen im Bereich der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie bei der Großstadt Bandar Abbas.
Wadephul setzt auf Fortsetzung des E3-Formats mit London
NOUAKCHOTT: Der britische Premierminister Andy Burnham hat kurz nach seiner Ernennung das Kabinett neu geordnet. Der deutsche Außenminister sendet ein wichtiges Signal der Zusammenarbeit.
Außenminister Johann Wadephul setzt darauf, dass das politische E3-Format aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit der Regierung des neuen britischen Premierministers Andy Burnham nahtlos fortgesetzt wird. Ihm sei schon vor der Regierungsbildung signalisiert worden, dass die neue britische Regierung «ein großes Interesse daran hat, dass das E3-Format weiter wichtig bleibt in der Zukunft», sagte der CDU-Politiker am Rande seines Besuchs in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott.
Wadephul gratulierte Ed Miliband zur Berufung zum neuen Außenminister des Vereinigten Königreiches. «Wenn Sie sehen, dass die gesamte Situation um den Iran herum praktisch in einer Sackgasse gelandet ist, dass Verhandlungen notwendig werden, dann denke ich, ist es gut zu wissen, dass Frankreich, Großbritannien und Deutschland bereitstehen, hier eine Rolle zu übernehmen», fügte der Bundesaußenminister hinzu. Das Format sei «eine große praktische Maßnahme», damit Europa «gesprächs- und handlungsfähig ist».
Derzeit gebe es keine praktischen Gespräche, weder im Ukraine-Format noch im Iran-Kontext, kritisierte Wadephul. «Aber ich glaube, sie sind notwendig. Wir können ja nicht beide Kriege immer nur fortsetzen, sondern brauchen endlich in beiden Kriegen einen Ansatz für Diplomatie.» Der Bundesregierung sei die Kontinuität im E3-Format von großer Wichtigkeit.
USA starten neue Angriffe gegen Iran
WASHINGTON: Die USA bombardieren erneut den Iran. Wie lange wird die Angriffswelle diesmal andauern?
Das US-Militär hat eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Die um 16.00 Uhr US-Ostküstenzeit (22.00 Uhr deutscher Zeit) begonnen Angriffe zielten darauf ab, die militärischen Mittel des Irans, um Handelsschiffe in der Straße von Hormus attackieren zu können, zu schwächen, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Zu den genauen Zielen der neuen Angriffe wurden keine Angaben gemacht.
Damit greifen die USA in der inzwischen zehnten Nacht in Folge Ziele der Islamischen Republik an. Teheran hatte zuvor Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region ausgeführt.
Trump schließt Netanjahu-Festnahme aus
WASHINGTON/NEW YORK: New Yorks Bürgermeister lässt prüfen, ob er den israelischen Ministerpräsidenten in New York festnehmen lassen könnte. Trump tritt dem entschieden entgegen.
US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den USA ausgeschlossen, sollte dieser im September zur UN-Generaldebatte nach New York reisen. «Benjamin Netanjahu wird während seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten von Amerika in keiner Weise und unter keinen Umständen festgenommen werden», schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social - und reagierte damit auf Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani.
Mamdani hatte kürzlich in einem Interview mit der «New York Times» gesagt, er stehe in «aktivem Austausch» mit der Rechtsabteilung der Stadt New York darüber, ob er die Befugnis habe, den israelischen Regierungschef festnehmen zu lassen. Er sei ein «Kriegsverbrecher». «Ich bin der Meinung, dass Netanjahu nach Den Haag gehört», so Mamdani im Interview.
Die israelische Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie gehe fest von einer Teilnahme Netanjahus an der UN-Generaldebatte im September aus. Mamdanis Aussagen hätten keinerlei legale Basis.
Gegen Netanjahu liegt seit November 2024 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) wegen des Vorwurfs der Kriegsverbrechen im Gazastreifen vor. Netanjahu weist die Vorwürfe entschieden zurück. Israel erkennt das Gericht nicht an und fordert eine Aufhebung der Haftbefehle. Auch die USA erkennen den Gerichtshof nicht an.
Nach Tod von US-Soldaten: Trump droht Iran mit Rache
WASHINGTON: Am Wochenende wird der Tod von drei US-Soldaten bekannt. Nun verschärft US-Präsident Trump seine Drohungen.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit besonders harter Vergeltung gedroht. «Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er habe unter anderem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine entsprechend angewiesen - was genau das US-Militär auf Trumps Anordnung hin tun soll, ließ der Präsident offen.
Am Wochenende hatte das US-Militär erstmals seit den Anfangstagen des Iran-Kriegs wieder den Tod von drei weiteren US-Soldaten nach iranischem Beschuss verkündet. Zwei von ihnen waren demnach am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten. Ein dritter sei bei einer «kontrollierten» Sprengung nicht detonierter Kampfmittel aus einer abgeschossenen iranischen Einwegdrohne ums Leben gekommen. Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen Militärs steigt damit auf 17.
Zuletzt hatte das US-Militär die neunte Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Teheran meldete Explosionen in mehreren Landesteilen und reagierte wieder mit Vergeltungsangriffen auf Bahrain und Kuwait.
Libanons Präsident Aoun trifft Trump in Washington
BEIRUT/WASHINGTON: Zum ersten Mal seit 2009 wird wieder ein libanesischer Präsident im Weißen Haus erwartet. Staatschef Joseph Aoun hofft dabei auf Garantien von US-Präsident Donald Trump.
Libanons Präsident Joseph Aoun wird am Dienstag zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus erwartet. Es ist der erste Besuch eines libanesischen Staatschefs im Weißen Haus seit 2009. Im Mittelpunkt der Gespräche steht der aktuelle Konflikt zwischen Israel und der vom Iran unterstützen Hisbollah im Libanon.
Die US-Regierung vermittelt derzeit zwischen Israel und dem Libanon. Ziel der Gespräche ist eine dauerhafte und nachhaltige Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah. Die libanesische Regierung ist keine Kriegspartei in dem Konflikt. Die Hisbollah ist an den Gesprächen nicht beteiligt.
Aoun erhofft sich von dem Treffen mit Trump auch ein Einwirken der USA auf Israel, damit das Land seine Truppen aus dem Südlibanon abzieht. Trotz der Waffenruhe greift Israel weiter Ziele im Libanon an und hält Truppen im Süden des Landes. Beirut und die Hisbollah betrachten die von Israel kontrollierte und selbst deklarierte «Sicherheitszone» als völkerrechtswidrige Besetzung. Das rund 620 Quadratkilometer große Gebiet entspricht etwa sechs Prozent der Landesfläche.
Beschuss auf Kuwait - Sirenen
MANAMA/KUWAIT-STADT: Ein weiteres Mal ist der Konflikt zwischen dem Iran und den USA eskaliert. In den Golfstaaten kommt es weiter zu Angriffen.
In Kuwait ist es nach Militärangaben erneut zu iranischen Angriffen gekommen. Die Luftverteidigung sei im Einsatz, um feindliche Raketen und Drohnen abzufangen, teilte die Armee auf X mit.
Mögliche Explosionen seien auf Abfangmaßnahmen der Luftverteidigung zurückzuführen. Weitere Einzelheiten zu den Angriffen oder möglichen Schäden waren zunächst nicht bekannt.
Auch in Bahrain heulten erneut die Sirenen auf. Das bahrainische Innenministerium rief die Bevölkerung auf, sich an einen sicheren Ort zu begeben. Die USA attackieren seit Tagen wieder Ziele im Iran, während Teheran Vergeltungsangriffe auf Länder mit US-Militärbasen in der Region durchführt. Bahrain und Kuwait sind Verbündete der USA.
Chalil al-Haja wird neuer Anführer der Hamas
GAZA: Nach interner Wahl übernimmt Chalil al-Haja die Führung der Hamas. Er ist auch Unterhändler bei den Verhandlungen über eine Beendigung des Gaza-Kriegs.
Chalil al-Haja ist nach Angaben der Hamas neuer Chef der Islamistenorganisation. Zuvor gab es eine interne Wahl über den Posten innerhalb der Terrororganisation. Seit Israels Tötung von Jihia al-Sinwar im Oktober 2024 wurde die Hamas von einem fünfköpfigen Führungsrat geleitet, dem auch al-Haja angehörte. Er ist auch Unterhändler bei den Verhandlungen über eine dauerhafte Friedensregelung für den Gazastreifen.
Al-Haja, geboren im Gazastreifen, hält sich die meiste Zeit in Katar auf. Im vergangenen Jahr hatte Israels Luftwaffe versucht, die Führungsspitze der Hamas in der dortigen Hauptstadt Doha anzugreifen - al-Haja war dabei Berichten zufolge ein Ziel. Nach Hamas-Angaben schlug die Attacke jedoch fehl. Vier seiner Söhne wurden bei israelischen Angriffen getötet, darunter einer bei dem Angriff in Doha.
Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eine Waffenruhe, de facto kommt es aber immer wieder zu tödlichen Angriffen oder Konfrontationen. Die im Friedensplan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas ist bisher nicht umgesetzt worden. Israel kontrolliert weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe aber, ihre Herrschaft in dem von ihr weiterhin kontrollierten Gebiet in Gaza wieder zu festigen.
Vermittler machen Vorschläge für Verhandlungen mit USA
TEHERAN: Angesichts der Eskalation mit den USA bestätigt der Iran, Vorschläge für neue Verhandlungen erhalten zu haben. Neben der Diplomatie ist aus Sicht der Regierung in Teheran eine andere Sache wichtig.
Der Iran hat angesichts der neuen militärischen Eskalation mit den USA eigenen Angaben zufolge Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen erhalten. Außenamtssprecher Ismail Baghai bestätigte eine entsprechende Frage in Teheran, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.
Der Iran werde sich jedoch weiter entschlossen verteidigen, sagte der Sprecher. «Ich betone erneut, dass der diplomatische Apparat seine Aufgaben gemeinsam und im Einklang mit den Verteidigern des Vaterlandes in den Streitkräften weiterverfolgt. Die über Vermittler vorgebrachten Vorschläge wurden uns mitgeteilt und sind bei uns eingegangen», sagte Baghai.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran war Anfang Juli im Streit um die Kontrolle der Straße von Hormus wieder eskaliert.
USA laut Rubio weiter für Gespräche mit Iran offen
WASHINGTON: Ungeachtet von US-Angriffen und iranischen Gegenschlägen gibt sich Washington weiter dialogbereit. Teheran müsse es aber ernst meinen, betont der Außenminister.
Die USA sind trotz neuer Angriffe gegen den Iran laut Außenminister Marco Rubio weiter zu Gesprächen mit Teheran bereit. «Wir sind stets offen für Diplomatie», sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) vor seinem Abflug zum Außenministertreffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean. Es müsse aber eine Vereinbarung sein, die Teheran auch bereit sei, einzuhalten. «Wir haben es mehrfach mit dem Iran versucht und werden es auch weiterhin versuchen. Sollte sich diese Tür öffnen, würden wir das begrüßen», ergänzte Rubio.
Das US-Militär bombardierte in der neunten Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik. Von dort wurden Explosionen in gleich mehreren Gebieten gemeldet. Als Reaktion auf die US-Angriffe führte Teheran erneut Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region aus.
Ölpreise legen weiter zu - Brent über 90-Dollar pro Barrel
LONDON: Die Ölpreise sind am Montag im frühen Handel wegen des sich weiter verschärfenden Iran-Kriegs erneut gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kletterte in der Nacht von Sonntag auf Montag um bis zu fast vier Prozent auf 91,42 US-Dollar und damit zum ersten Mal seit Anfang Juni über die Marke von 90 Dollar.
Anschließend sank der Brent-Preis wieder etwas. Zuletzt lag er bei 90,20 Dollar. Seit Anfang Juli verteuerte sich die globale Öl-Referenzsorte um fast 30 Prozent.
Im Nahen Osten wächst die Sorge vor einem noch umfassenderen Krieg. Washington verlegt US-Medienberichten zufolge weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Konfliktregion. Um Angriffe des Irans auf Handelsschiffe in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus zu unterbinden, bombardierte das US-Militär derweil in der nunmehr neunten Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik. In Reaktion auf die nächtelangen US-Angriffe führt Teheran Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region aus.
Sirenen heulen erneut
MANAMA: Erneuter Alarm in Manama: Die Behörden rufen zur Ruhe auf, während die Angst vor Angriffen wächst.
Im Golfstaat Bahrain haben am Morgen erneut die Sirenen geheult. Die Einwohner seien aufgerufen, ruhig zu bleiben und sich an einen sicheren Ort zu begeben, teilte das Innenministerium in Manama auf der Plattform X mit.
Die USA attackieren seit Tagen wieder Ziele im Iran, während Teheran Vergeltungsangriffe auf Länder mit US-Militärbasen in der Region durchführt. Bahrain ist ein Verbündeter der USA in der Region.
Die US-Botschaft in Manama hatte in der Nacht mitgeteilt, ihr lägen Informationen vor, die darauf hindeuteten, dass der Iran nicht näher bezeichnete Orte im Zentrum von Bahrains Hauptstadt angreifen könnte. Die Botschaft forderte alle US-Bürger nachdrücklich auf, wachsam zu bleiben und den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen.