«Frankfurter Rundschau» zum Krieg der USA gegen den Iran
Mit jedem Tag des wieder aufgeflammten Kriegs der USA gegen den Iran wird deutlicher, dass der militärische Konflikt so schnell nicht wieder enden wird.
Statt erneut zu verhandeln, versuchen beide Seiten, ihre Ziele wieder militärisch durchzusetzen. In dieser Pattsituation spielt das radikalisierte Mullah-Regime auf Zeit, die die US-Administration wegen der steigenden Energiepreise so kurz vor den Zwischenwahlen im November nicht hat. Teheran ist der Weltmacht USA zwar militärisch unterlegen, hat aber mit der Straße von Hormus ein Machtmittel, das ihr die Regierung von US-Präsident Donald Trump nicht nehmen kann. Trump fehlen dafür die Optionen. Die damit verbundenen schlechten Nachrichten werden also vorerst nicht abreißen. Die Ölpreise bleiben hoch. Die Zahl der Opfer steigt - auch im Iran und in den Golf-Staaten, die Teheran mit Angriffen terrorisiert. Und die Menschen im Iran leiden weiter sowohl unter den Folgen der US-Angriffe als auch unter den Repressalien der Mullahs.
Syrien stoppt Waffenlieferung in den Libanon
DAMASKUS: Einst war Syrien ein wichtiger Verbündeter der Hisbollah im Libanon und Transitland für ihre Waffenlieferungen. Heute fahren die Machthaber einen neuen Kurs.
Syrische Behörden haben nach eigenen Angaben einen mutmaßlich für die libanesische Hisbollah bestimmten Waffenschmuggel in den Libanon vereitelt. Dabei seien 226 Handgranaten entdeckt worden, die in einem Fahrzeug mit Ziel Libanon versteckt gewesen seien, teilte die Behörde für Grenzübergänge und Zoll mit.
Bereits vergangenen Donnerstag hatten syrische Behörden nach eigenen Angaben einen größeren Waffenschmuggel aufgedeckt. Dabei seien Waffen, Raketen und Drohnen sichergestellt worden, die in einem Öltankwagen versteckt gewesen seien. Nach ersten Erkenntnissen sei die Lieferung für die libanesische Hisbollah bestimmt gewesen.
Vor dem Umsturz in Syrien war die Regierung unter Baschar al-Assad ein wichtiger Verbündeter sowohl für den Iran als auch für die Hisbollah. Über Syrien wurden Waffen an die Miliz im Libanon geliefert. Die neue Führung in Damaskus will den iranischen Einfluss zurückdrängen und hat Lieferwege gekappt.
Seit dem Sturz der Assad-Regierung haben die Behörden nach eigenen Angaben Dutzende Versuche vereitelt, Waffen aus Syrien in den Libanon zu schmuggeln.
Gaza-Zivilschutz: Sechs Menschen bei israelischem Luftangriff getötet
TEL AVIV/GAZA: Sechs Menschen sterben in der Stadt Gaza Berichten zufolge bei einem israelischen Luftangriff. Unter ihnen sind demnach auch vier Kinder.
Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Gaza sind nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes am frühen Dienstagmorgen sechs Menschen getötet worden. Es handele sich um Mitglieder einer Familie, unter ihnen vier Kinder, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Ob es verletzte Überlebende gab, war zunächst nicht bekannt.
Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff. Ein Militärsprecher hatte über die Tötung eines Terroristen berichtet, der an dem Terrorangriff am 7. Oktober 2023 teilgenommen und mehrere israelische Geiseln in seiner Gewalt gehabt haben soll. Der Name des Mannes war aber nicht identisch mit dem des vom palästinensischen Zivilschutz genannten Getöteten.
Kuwait: Iranische Angriffe treffen Kraftwerke und Entsalzungsanlagen
KUWAIT-STADT: Im Krieg zwischen dem Iran und den USA steht auch der kleine Golfstaat Kuwait immer wieder unter iranischen Beschuss. Erneut melden die Behörden einen Angriff auf wichtige Anlagen.
Mehrere Strom- und Meerwasserentsalzungsanlagen in Kuwait sind nach Regierungsangaben erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Durch die Attacken am Montagabend seien in mehreren Einrichtungen Brände ausgebrochen, erklärte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien am Mittag.
Der entstandene Schaden werde derzeit erfasst, während Arbeiten zur Reparatur und Wiederherstellung der betroffenen Anlagen vorbereitet würden. Mehrere Einheiten seien vorsorglich vom Netz genommen worden, um die Anlagen zu schützen und die Stabilität der Strom- und Wasserversorgung zu sichern.
Der Wüstenstaat Kuwait ist wie die weiteren Golfländer auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen, um die heimische Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. Aus solchen Anlagen stammen rund 90 Prozent des Trinkwassers in Kuwait. Die Anlagen wurden kuwaitischen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen bereits mehrmals getroffen.
Iranischer Minister trifft Vermittler in Pakistan
ISLAMABAD: Der iranische Innenminister trifft Pakistans Armeechef und Premier. Will Pakistan jetzt mit einer neuen Forderung wieder Verhandlungen anschieben?
Inmitten gegenseitiger Angriffe zwischen den USA und dem Iran trifft sich der iranische Innenminister Eskandar Momeni laut pakistanischen Sicherheitskreisen mit führenden Vermittlern in Islamabad. Nach einem Termin mit Pakistans Armeechef Asim Munir sei Momeni derzeit im Gespräch mit Premierminister Shehbaz Sharif, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von mit der Angelegenheit vertrauten Quellen in der pakistanischen Hauptstadt.
Über Gesprächsinhalte wurde zunächst nichts bekannt. Bereits zuvor hatten die Kreise jedoch davon gesprochen, Pakistan werde darauf hinwirken, dass für eine neuerliche Verhandlungslösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran diesmal eine Öffnung der für den internationalen Handel wichtigen Straße von Hormus von den mächtigen iranischen Revolutionsgarden verkündet werden müsse.
Pakistan gilt neben dem Golfstaat Katar als zentraler Vermittler in dem Konflikt zwischen Washington und Teheran. Der Iran hatte in der Vergangenheit mehrfach eine Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht gestellt und Schritte dafür in einem Rahmenabkommen versichert. Zuletzt hatten jedoch Angriffe der Revolutionsgarden auf Schiffe in der Meerenge den Konflikt wieder aufflammen lassen und die Möglichkeit auf einen Verhandlungsfrieden ins Wanken gebracht.
Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen
MASKAT: Während das US-Militär seine Angriffe im Iran fortsetzt, kommt es in der Straße von Hormus erneut zu einem Vorfall. Der Iran pocht darauf, dass Schiffe eine von Teheran festgelegte Route nehmen.
In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordöstlich des omanischen Ortes Lima.
Der Sicherheitsfirma Ambrey zufolge handelt es sich um ein kuwaitisches Schiff, dessen Tanks bei dem Angriff beschädigt worden seien. Im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen, teilte Ambrey mit. Demnach hatte das Schiff seine automatischen Schiffsidentifizierungssysteme (AIS), mit denen über Funk Navigations- und Schiffsdaten ausgetauscht werden, zum Zeitpunkt des Vorfalls abgeschaltet.
Erst am Vortag war vor der Küste des Omans ein Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Sicherheitsfirmen zufolge gehört der betroffene Tanker dem griechischen Unternehmen Dynacom. Ein weiterer Tanker des Unternehmens wurde vor der omanischen Küste demnach fast zur selben Zeit angegriffen.
Der Iran verlangt, dass Schiffe eine Route entlang der eigenen Küste nehmen und hatte wiederholt erklärt, nur die von Teheran vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, ist der wesentliche Grund, warum der Krieg zwischen den USA und dem Iran derzeit wieder eskaliert.
Israels Finanzminister: Kein Interesse an Beteiligung an Iran-Konflikt
TEL AVIV: Der israelische Finanzminister Smotrich gilt als einer der Radikalen im Kabinett von Benjamin Netanjahu. An einer erneuten Beteiligung des Landes am Iran-Krieg hat er aber kein Interesse.
Israel hat nach Angaben von Finanzminister Bezalel Smotrich kein Interesse daran, sich in den gegenwärtigen Konflikt zwischen den USA und Iran hineinziehen zu lassen. «Die aktuelle Situation, in der es einen begrenzten Konflikt zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten gibt, ist die richtige und beste für uns», sagte Smotrich mehreren israelischen Medien zufolge auf einer Konferenz. Israels oberstes Ziel sei die Schwächung der Führung des Irans, und der beste Weg dorthin seien wirtschaftliche Maßnahmen, so der Minister.
Der Konflikt zwischen den USA und Iran war in den vergangenen Tagen mit US-Luftangriffen und iranischen Vergeltungsattacken in der Region erneut eskaliert. Bei Beginn des Krieges im Februar waren die USA und Israel noch gemeinsam gegen den Iran vorgegangen.
Jordanien und Bahrain wehren erneut iranische Angriffe ab
AMMAN: In Jordanien und in den Golfstaaten sind US-Soldaten stationiert. Im Zuge der jüngsten Eskalation mit den USA feuert Teheran immer wieder in deren Richtung.
Jordanien und Bahrain haben nach eigenen Angaben erneut iranische Angriffe abgewehrt. In der Nacht und am Morgen seien fünf aus dem Iran abgefeuerte Drohnen abgefangen worden, teilten die jordanischen Streitkräfte mit. Verletzte oder Sachschäden habe es nicht gegeben.
Auch Bahrain meldete erneut iranischen Beschuss. Die Luftverteidigung habe mehrere aus Iran kommende Flugkörper abgefangen, teilte das Militär in Bahrain mit. Die Streitkräfte warfen dem Iran vor, gezielt Zivilisten und zivile Einrichtungen im Königreich anzugreifen. Alle Einheiten befänden sich in höchster Alarmbereitschaft.
Die USA attackieren seit Tagen wieder Ziele im Iran, während Teheran Vergeltungsangriffe auf Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region durchführt. In Jordanien sind wie in den Golfstaaten US-Soldaten stationiert.