Iran verurteilt ukrainischen Angriff auf Frachter
TEHERAN/KIEW: Ukrainische Drohnen erreichen inzwischen auch Schiffe im Kaspischen Meer. Dabei scheint wohl auch ein iranisches Schiff getroffen worden zu sein.
Die iranische Regierung hat gegen einen mutmaßlichen ukrainischen Angriff auf ein Frachtschiff im Kaspischen Meer und den dadurch verursachten Tod eines Matrosen scharf protestiert. Nach Darstellung des Außenministeriums in Teheran soll ein weiterer Matrose bei dem Angriff am Samstag verletzt worden sein.
Die iranische Mitteilung verwies darauf, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenkyj den Angriff ausdrücklich eingeräumt habe. Es handele sich um einen Akt der Aggression, der die Flammen des Krieges weiter anfachen und verbreiten könnte, und um einen Verstoß gegen das Völkerrecht, hieß es in der Mitteilung.
Selenskyj hatte am Vormittag tatsächlich verkündet, dass weitreichende Drohnen Schiffe im Kaspischen Meer getroffen hätten. Auf Facebook teilte er mit, darunter seien Schiffe gewesen, die militärische Güter geladen und Bezug zum Iran gehabt hätten. Weitere Details nannte er nicht.
In seiner abendlichen Videoansprache verwies Selenskyj auf verstärkte Zusammenarbeit Moskaus und Teherans im militärischen Bereich. So versorge Russland das iranische Militär «intensiv» mit Satellitenaufnahmen von der Golfregion. «Dabei besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den russischen Aufnahmen der Einrichtungen und den Angriffen der iranischen Streitkräfte - sowohl im Vorfeld der Angriffe als auch nach den iranischen Angriffen zur Einschätzung des verursachten Schadens», sagte Selenskyj.
Huthi-Miliz im Jemen droht Saudi-Arabien mit Vergeltung
SANAA: Der Konflikt im Nahen Osten weitet sich aus. Nach Luftangriffen im Jemen schwört die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz Rache gegen Saudi-Arabien. Es gibt erste Berichte über Angriffe.
Nach den Luftangriffen der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen haben die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen dem benachbarten Königreich Vergeltung geschworen. Die Angriffe auf zivile Ziele würden «nicht ungestraft bleiben», zitierte die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba deren Mitteilung. Laut dem iranischen Sender Press TV folgten in der Nacht Gegenangriffe der Huthi in Saudi-Arabien. Demnach gab es unter anderem Explosionen in der Hafenstadt Yanbu. Auch die Küstenstadt Dschisan soll mit Raketen attackiert worden sein.
Die iranischen Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Als Reaktion auf den erneuten Beschuss eines unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Schiffes im Roten Meer hatte die Saudi-Koalition zuvor nach eigenen Angaben «legitime militärische Ziele» in der jemenitischen Provinz Hudaida attackiert. Huthi-nahe Medien meldeten Angriffe in der gleichnamigen Hafenstadt Hudaida.
«de Volkskrant»: Trump beginnt die Folgen des Irankriegs zu erkennen
AMSTERDAM: Zum Irankrieg kommentiert die niederländische Zeitung «de Volkskrant» am Samstag:
«Angesichts eines zwischenzeitlich auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegenen Ölpreises und entsprechend hoher Benzinpreise, eines iranischen Regimes, das sich nicht wegbombardieren lässt, und der tickenden Uhr im Vorfeld der Zwischenwahlen in Amerika beginnt Präsident Donald Trump zu erkennen, welche Folgen es haben kann, einen Krieg anzufangen aus Hochmut, einer Fehleinschätzung der eigenen Stärke und der Missachtung militärischer Ratschläge. (...)
Unterdessen entsenden die USA zusätzliche militärische Ressourcen in die Region, greifen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen wieder Schiffe an und sinnt Donald Trump auf neue Wege, um die Iraner in die Knie zu zwingen. Militärexperten sehen hierfür jedoch kaum realistische Optionen - und keine Unterstützung in der amerikanischen Bevölkerung für die Entsendung Hunderttausender Soldaten oder gar den Verlust vieler Militärangehöriger in einem unpopulären Krieg. Das sehen auch die Iraner, genau wie einst die Nordvietnamesen.»