Nahostkrise: Geschehen am Mittwoch

Nahostkrise: Geschehen am Mittwoch

Jordanien fängt sechs Raketen aus dem Iran ab

AMMAN: Lange standen die Golfstaaten im Fokus von Irans Vergeltungsangriffen in der Region. Jetzt fliegen erneut Raketen in Richtung Jordanien.

Jordanien hat den Beschuss mit sechs weiteren Raketen aus dem Iran gemeldet. Die Flugabwehr habe sechs iranische Raketen registriert und umgehend darauf reagiert, nachdem sie in dem eigenen Luftraum eingedrungen seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf Militärkreise. Vier Raketen seien abgefangen worden und zwei weitere in abgelegenen Gebieten niedergegangen. Schäden oder Opfer habe es nicht gegeben.

Videos zeigten, wie im Raum der jordanischen Küstenstadt Akaba Rauch aufsteigt. Erst vor wenigen Tagen wurden hier mehrere iranische Angriffe gemeldet.

Das Königreich wurde im Krieg bisher weniger angegriffen als etwa die Golfstaaten Kuwait oder Vereinigte Arabische Emirate. Auch Jordanien beheimatet aber US-Truppen und Flugzeuge der US-Luftwaffe und ist damit zum möglichen Ziel Irans bei Vergeltungsangriffen in der Region geworden. Jordanien liegt zudem auf der Fluglinie zwischen dem Iran und Israel, die sich seit 2024 gegenseitig immer wieder auch direkt angriffen.


Weitere Hinrichtung nach Protesten im Iran

TEHERAN: Irans Justiz wendet seit Monaten die Todesstrafe rigoros an. Im Zusammenhang mit den Massenprotesten von Januar wurde ein weiteres umstrittenes Urteil vollstreckt.

Im Iran ist im Zuge einer Hinrichtungswelle abermals ein Mann im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar exekutiert worden. Dem Mann sei zur Last gelegt worden, bei den Massenprotesten Anfang des Jahres an einem bewaffneten Aufstand beteiligt gewesen zu sein, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Wann das Todesurteil genau vollstreckt wurde, ging aus dem Bericht nicht hervor.

Die letzten Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Protesten erfolgten offiziellen Angaben nach am Sonntag. Die iranische Justiz hat bis heute mindestens 25 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen hingerichtet.

Die Demonstrationen im Winter waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet - der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Kontext des Iran-Kriegs wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt.

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