Iran meldet US-Beschuss im Norden des Landes
TEHERAN: US-Angriffe beschränken sich meist auf die Südküste des Irans. Jetzt spricht die Islamische Republik jedoch wieder von Angriffen im Norden.
Während sich US-Angriffe zumeist auf den Süden des Irans beschränkt hatten, meldet die Islamische Republik nun US-Beschuss im Norden. Eine Marinebasis am Kaspischen Meer sei getroffen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Gilan.
Auch in Piranschahr im nördlichen Iran an der Grenze zum Irak seien am Morgen Projektile eingeschlagen, hieß es in einem separaten Bericht der Agentur unter Berufung auf den örtlichen Katastrophenschutz. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Das US-Militär hatte in der Nacht von Angriffen auf Kommandozentralen, Drohnenlager und Küstenüberwachungsanlagen gesprochen. Angriffe im Norden des Irans waren zuletzt selten. In der Nacht zum Mittwoch war erstmals wieder die Flugabwehr in Teheran aktiviert worden.
«Ouest-France»: Iran-Krieg steckt in einer Patt-Situation
RENNES: Zur Entwicklung des Iran-Kriegs schreibt die französische Zeitung «Ouest-France» am Freitag:
«(...) Ein Fiasko zeichnet sich ab. Vor dem 28. Februar diente die imposante US-Militärpräsenz in der Region dazu, jeden davon abzuschrecken, den Handelsverkehr in der Straße von Hormus zu unterbrechen. Inzwischen liegt die Abschreckung in anderen Händen. Die US-Stützpunkte sind nun Ziele für iranische Drohnen und Raketen. Teheran nutzt nun alle Mittel, um die vollständige Wiederöffnung der Meerenge zu verzögern, sie als Verhandlungsmasse einzusetzen und einen Zermürbungskrieg gegen Washington und seine Verbündeten in der Region zu führen. (...)
Darüber hinaus hat sich die Erpressung im internationalen Handel ausgeweitet. Zwei Tanker einer griechischen Reederei wurden in der Straße von Hormus angegriffen. Auch die Angriffe der Huthi-Rebellen (Verbündete des Irans) auf saudische Tanker vor einigen Tagen verdeutlichen die neue Unsicherheit, die nun im Roten Meer herrscht. Die Ölpreise steigen wieder an. Der Krieg im Iran zieht sich in die Länge. Der diplomatische Spielraum schrumpft. (...)
Zum jetzigen Zeitpunkt könnte nur noch der Sturz des Regimes in Teheran einem immer kostspieliger werdenden Krieg einen Sinn geben. Derzeit gibt es keinerlei Anzeichen dafür. Die Gefahr einer anhaltenden Pattsituation in Hormus ist hingegen sehr wohl gegeben.»