Nachrichten aus der Sportwelt am Dienstag

Foto: epa/Anatoly Maltsev
Foto: epa/Anatoly Maltsev

Schweizer Nationaltrainer wechselt zu Girondins Bordeaux

BORDEAUX: Vladimir Petkovic hört als Fußball-Nationaltrainer der Schweiz vorzeitig auf. Der 57-Jährige bat den Verband um die Auflösung seines Vertrags, der noch bis zur WM Ende kommenden Jahres gültig war. «Ich danke den Verantwortlichen des Verbandes dafür, dass sie meinem Wunsch entsprochen haben und mich für eine neue Herausforderung weiterziehen lassen», sagte Petkovic in einer Verbandsmitteilung am Dienstagabend.

Wie zuvor schon die französische Sportzeitung «L'Équipe» berichtet hatte, wird Petkovic neuer Trainer von Girondins Bordeaux. Er löst dort Jean-Louis Gasset (67) ab, der seinerseits erst im August vergangenen Jahres die Nachfolge des ehemaligen Bundesliga-Profis Paulo Sousa angetreten hatte. «Bienvenue Coach!», schrieb Girondins auf seiner Homepage.

Pektovic hatte die Schweizer Nationalmannschaft im Sommer 2014 übernommen. Bei der EM zuletzt hatte er mit ihr im Achtelfinale Weltmeister Frankreich im Elfmeterschießen bezwungen und auch Spanien im Viertelfinale in die Entscheidung vom Punkt gezwungen - allerdings mit dem schlechteren Ende für die Schweiz.

«Es waren sieben wunderbare Jahre mit der Schweizer Nati, die ich nie vergessen werde», sagte Petkovic. «Wir sind traurig, dass Vladimir Petkovic uns verlässt, aber wir sind Vlado sehr dankbar für sieben äußerst gute und erfolgreiche Jahre, die er uns als Nationaltrainer geschenkt hat», betonte SFV-Präsident Dominique Blanc. Ein Nachfolger soll zum gegebenen Zeitpunkt präsentiert werden.


Altmaier zieht in Kitzbühel ins ATP-Achtelfinale ein

KITZBÜHEL: Tennis-Profi Daniel Altmaier aus Kempen hat sich beim ATP-Turnier im österreichischen Kitzbühel für das Achtelfinale qualifiziert.

Der 22-Jährige schlug am Dienstag den an Position sechs gesetzten Laslo Djere aus Serbien mit 4:6, 6:3, 6:3. In der zweiten Runde trifft Altmaier, der zuletzt im kroatischen Umag zum ersten Mal ein Halbfinale erreicht hatte, auf Marco Cecchinato. Der Italiener bestritt sein Auftaktmatch gegen Radu Albot aus Moldawien siegreich.


Athener Sender entlässt Sport-Moderator nach rassistischem Kommentar

ATHEN: Das griechische Staatsfernsehen ERT hat am Dienstag einen Moderator seines Olympia-Morgenmagazins wegen eines rassistischen Kommentars entlassen. Dimosthenis Karmoiris hatte am Morgen über den Sieg des südkoreanischen Tischtennis-Athleten Youngsik Jeoung gegen den Griechen Panagiotis Gionis berichtet und über den Südkoreaner gesagt, er könne nicht verstehen, wie «diese Leute den Ball mit diesen schmalen Augen hin und her verfolgen können».

Unmittelbar danach brach in sozialen Medien eine Welle der Empörung gegen Karmoiris los. Wenige Stunden später verkündete die Direktion des Staatsfernsehens dann dessen Entlassung mit der Begründung, rassistische Kommentare würden im Staatsfernsehen nicht geduldet.

Karmoiris hatte bereits am Vortag für Kritik gesorgt, als er sagte, die griechische Schützin Anna Korakaki habe es bei diesen Olympischen Spielen «versemmelt». Die Olympionikin von 2016 war im Schießwettbewerb um zehn Meter mit der Luftpistole Sechste geworden.


Nachspiel von Silverstone: Anhörung nach Red-Bull-Antrag

BUDAPEST: Der folgenreiche Crash von Lewis Hamilton und Max Verstappen hat auch vor den Rennkommissaren noch ein Nachspiel. Nachdem Verstappens Rennstall Red Bull einen entsprechenden Antrag beim Internationalen Automobil-Weltverband eingereicht hatte, wurde nun eine Videokonferenz angesetzt. Sie soll an diesem Donnerstag (16.00 Uhr) im Vorfeld des Großen Preises von Ungarn auf dem Hungaroring abgehalten werden.

Teilnehmen sollen an der virtuellen Runde mit den sogenannten Stewards Red-Bull-Teamchef Christian Horner und sein Amtspendant von Mercedes, Toto Wolff. Sie können sich zwei weitere Mitarbeiter dazunehmen.

Red Bull dürfte sich von der Anhörung eine nachträgliche und härtere Strafe gegen Hamilton versprechen. Der Brite war nach dem Unfall direkt nach dem Start beim Großen Preis von Großbritannien mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt worden, hatte das Rennen aber dennoch gewonnen. Verstappen war mit ziemlicher Wucht mit seinem Auto in die Reifenstapel eingeschlagen, der 23 Jahre alte Niederländer hatte sich danach im Krankenhaus auch noch mal durchchecken lassen müssen. Die Red-Bull-Verantwortlichen hatten sich auch über das Verhalten des 36 Jahre alten Hamilton und des Mercedes-Teams bei der Siegesfeier echauffiert.

Durch den Sieg bei seinem Heimrennen und das gleichzeitige Aus von Verstappen hatte Hamilton in der WM-Wertung den Rückstand auf nur noch acht Punkte im Klassement verkürzt. In Ungarn kann er beim letzten Rennen vor der Sommerpause die Gesamtführung zurückerobern.


RB-Trainingslager: Gleich vier angeschlagene Profis

SAALFELDEN: Trainer Jesse Marsch muss im Trainingslager von Fußball-Bundesligist RB Leipzig im österreichischen Saalfelden weiter improvisieren. Am Dienstag standen gleich vier angeschlagene Spieler nicht mit dem Team auf dem Platz. Abwehrspieler Nordi Mukiele brach die Übungseinheit mit muskulären Problemen im Oberschenkel ab. Nationalspieler Marcel Halstenberg arbeitete wegen Beschwerden im Sprunggelenk individuell, soll aber nicht ernsthafter verletzt sein. Nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung im Testspiel gegen Montpellier (1:2) am vergangenen Freitag trainierte auch Stürmer Hee-chan Hwang weiter allein, er soll noch in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Größere Sorgen macht man sich bei RB um Dominik Szoboszlai. Der Ungar, der seit seinem Wechsel im Januar von Salzburg nach Leipzig wegen einer langwierigen Schambeinentzündung noch kein Pflichtspiel absolvieren konnte und nur eine Halbzeit im ersten Test gegen Alkmaar (1:0) mitwirkte, hat Probleme mit der rechten Hüfte. Er trainiert mit Ball ebenfalls individuell, allerdings gibt es keine Prognose, wann Marsch wieder mit dem Mittelfeldmann rechnen kann.

Szoboszlai selbst will am Freitag wieder einsteigen. Der «Mitteldeutschen Zeitung» sagte er, sein Körper reagiere auf die hohe Belastung. «Für den Kopf ist das natürlich nicht leicht, aber ich schaue nach vorn. Ich war jetzt sieben Monate raus, diese zwei, drei Wochen werfen mich nicht um.»


Haaland zu Wechselgerüchten: «Ich mache mir nicht viel daraus»

BAD RAGAZ: Borussia Dortmunds Torjäger Erling Haaland hat die Spekulationen über angebliche Abwanderungspläne und ein vermeintliches Angebot des FC Chelsea London in Höhe von 175 Millionen Euro mit einem Lächeln kommentiert. «Das ist für eine einzelne Person sehr viel Geld. Um ehrlich zu sein, hoffe ich, dass es nur Gerüchte sind», sagte der 21-Jährige am Dienstag im Trainingslager des BVB in Bad Ragaz. Sein Vertrag in Dortmund laufe noch drei Jahre. «Ich genieße meine Zeit hier. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen», ergänzte Haaland.

Die Gerüchte um den Stürmer und den durch den Milliardär Roman Abramowitsch finanzierten Londoner Club halten sich hartnäckig. «Ich lese nicht alles und nicht jeden Tag. Bis gestern habe ich meinen Berater über einen Monat nicht mehr gesprochen. Ich mache mir nicht viel daraus», sagte Haaland.

Die bevorstehende Verpflichtung von Donyell Malen von der PSV Eindhoven scheint den Norweger zu freuen. Noch vor dem ersten Training des 22 Jahre alten Niederländers am Dienstag bei seinem neuen Club schwor Haaland den neuen Mitstreiter scherzhaft auf gemeinsame Erfolge ein: «Ich hoffe, er freut sich darauf, mit mir auf dem Platz zu stehen. Ich habe ihm gesagt, dass er mir viele Vorlagen geben soll, sonst werde ich sauer auf ihn.»


Party-Bilder von Olympia: Spanische Basketballerin entschuldigt sich

TOKIO: Die spanische Basketball-Nationalspielerin Cristina Ouviña hat mit Party-Bildern aus dem olympischen Dorf in Tokio auf Instagram für Wirbel gesorgt und sich anschließend entschuldigt. «Es war falsch von mir, diesen Teil meiner olympischen Erlebnisse zu teilen, aber ich möchte betonen, dass wir Sportler in Tokio uns alle der pandemischen Situation bewusst sind, in der wir leben, und dass wir mit niemandem außerhalb der großen Blase im Dorf Kontakt aufnehmen sollten», schrieb die 30-Jährige am Dienstag auf Instagram.

Zuvor hatte die Basketballerin in ihrer Instagram-Story laut spanischen Medien Fotos und Videos veröffentlicht, die mehrere Sportler gemeinsam im olympischen Dorf zeigen. Dort sind auch Spielkarten und Alkohol-Flaschen auf den Tischen zu sehen, die Athletinnen und Athleten halten keinen Abstand und tragen keine Masken.

Ouviña hatte die Fotos anschließend wieder gelöscht. «Ich möchte mich bei denjenigen entschuldigen, die durch die Bilder (...) möglicherweise verärgert wurden», schrieb sie. Alle Athleten respektierten «sehr die Gesundheitsprotokolle, die vom IOC und den japanischen Behörden festgelegt wurden», ergänzte die Sportlerin.


Zehntes Olympia-Gold für Japan: Softballerinnen besiegen USA

TOKIO: Japans Softball-Team hat dem Olympia-Gastgeber bereits die zehnte Goldmedaille bei den Sommerspielen in Tokio beschert.

Die Japanerinnen setzten sich am Dienstag im Endspiel gegen die USA mit 2:0 durch und feierten den zweiten Triumph nach 2008 in Peking. Zuvor hatten die Amerikanerinnen seit der Premiere 1996 in Atlanta dreimal nacheinander Gold gewonnen. 2012 in London und 2016 in Rio stand die Sportart nicht im olympischen Programm.


Gewichtheberin Schweizer schickt Herz-Nachricht an Freund

TOKIO: Nach ihrem Olympia-Debüt freute sich Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer erstmal auf ein Stück Pizza. «Da habe ich die ganze Zeit schon rübergeschielt», sagte die 26-Jährige vom AC Mutterstadt strahlend nach ihrem zehnten Platz am Dienstag in der Gewichtsklasse bis 64 Kilogramm. «Was sie in der Mensa hatten, das sah ganz gut aus.»

Schweizer war erst wegen Dopingsperren anderer Nationen für Tokio nachgerückt - und dann beeinträchtige sie auch noch ein Vorfall an der Bandscheibe nur drei Wochen vor dem Auftakt. «In der ersten Woche bin ich rumgelaufen wie eine Oma, da hat keiner gedacht, dass ich einen Wettkampf absolvieren kann», erzählte sie. Nach einer Kniebeuge im Trainingslager habe sie gemerkt, dass etwas mit dem Rücken nicht stimmte. Auch dank der intensiven medizinischen Betreuung wurde die EM-Vierte von Moskau für Tokio aber fit.

«Ich kann mir nix vorwerfen. Ich bin echt zufrieden, wir haben hochgepokert mit den Anfangslasten», erzählte sie. Beim Olympiasieg der Kanadierin Maude Charron (236) schaffte Schweizer eine Zweikampfleistung von 217 Kilogramm (Reißen: 100, Stoßen: 117). «Superschade» sei es dennoch. «Der Körper hat's nicht zugelassen.»

Ihrem Freund Michael schickte Schweizer nach dem Wettkampf gleich eine Nachricht samt Herz. Ein Urlaub steht nun an. Die Erinnerung an Tokio wird ihr lange bleiben. «Ich habe das Flair hier aufgesaugt», schwärmte Schweizer. «Das ist einfach magisch, wenn man durchs Dorf läuft. Man kann es nicht beschreiben. Wenn man die Ringe sieht, das macht was mit einem, weil es war sonst soweit weg und jetzt ist es tatsächlich so nah an einem dran.»


Russische Turnerinnen holen Team-Gold - US-Star Biles steigt aus

TOKIO: Die Turnerinnen aus Russland sind erstmals seit 29 Jahren wieder Team-Olympiasieger und haben dabei auch vom Aus von US-Star Simone Biles profitiert. Die Mannschaft des Russischen Olympischen Komitees gewann am Dienstag in Tokio das Finale mit 169,528 Punkten. Ohne die viermalige Olympiasiegerin Biles, die laut Verbandsangaben aus «einem medizinischen Grund» nach dem Sprung den Wettkampf abbrach, kam die USA mit 166,096 Zählern auf Rang zwei und verpasste dadurch den dritten Olympiasieg hintereinander. Platz drei belegte Großbritannien mit 164,096 Punkten.

Russische Turnerinnen hatten zuletzt 1992 in Barcelona mit der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten Team-Gold gewonnen. Die deutsche Mannschaft mit Elisabeth Seitz, Kim Bui (beide Stuttgart), Sarah Voss (Köln) und Pauline Schäfer (Chemnitz) hatte als Neunte die Medaillenrunde der besten Acht verpasst.


Beißattacke: Marokkanischer Boxer sorgt bei Olympia für Wirbel

TOKIO: Wie einst Mike Tyson: Der marokkanische Schwergewichtsboxer Youness Baalla hat bei den Olympischen Spielen in Tokio mit einer Beißattacke für Aufsehen gesorgt. Bei seiner Niederlage gegen David Nyika aus Neuseeland versuchte Baalla am Dienstag, seinen Gegner zu beißen. «Ich glaube, er hat versucht, meinen Wangenknochen zu erwischen. Zum Glück hatte er seinen Mundschutz drin, und ich war ein bisschen verschwitzt. Er hat wahrscheinlich nur einen Mund voll Schweiß abbekommen», berichtete Nyika.

1997 hatte der ehemalige Profi-Weltmeister Mike Tyson seinem US-Rivalen Evander Holyfield im Kampf um den WM-Gürtel ins Ohr gebissen und war daraufhin disqualifiziert worden. Dieses Schicksal blieb Baalla zwar erspart, weil der Kampfrichter die Szene nicht erkannte. Den Kampf verlor der Marokkaner dennoch klar nach Punkten.


Deutsches Badminton-Doppel verabschiedet sich mit Sieg aus Turnier

TOKIO: Das deutsche Badminton-Doppel Mark Lamsfuß und Marvin Seidel hat sich mit einem Sieg im dritten Gruppenspiel aus dem olympischen Turnier in Tokio verabschiedet. Die Vize-Europameister besiegten die Amerikaner Phillip Chew und Ryan Chew mit 21:10, 21:16. Zuvor hatte Dienstag bereits Kai Schäfer im Herren-Einzel gegen den Engländer Toby Penty seine letzte Partie ausgetragen, die er mit 18:21, 11:21 verlor.

«Es ist schade, dass wir zuvor nicht unsere Chance nutzen konnten», sagte Lamsfuß nach der Partie gegen die Amerikaner. Das Doppel hatte couragiert in den Gruppenspielen gegen zwei in der Weltrangliste höher platzierte Paarungen aus Japan und China gespielt, am Ende aber verloren. Auch im Mixed war Mark Lamsfuß mit Isabel Herttrich in den Gruppenspielen knapp ausgeschieden. «Ich schöpfe aus dem Turnier viel Motivation», sagte der 27-Jährige. In drei Jahren werde er auf jeden Fall noch ganz anders auftreten.

«Unsere Spieler haben gute Leistungen abgerufen, leider hat das i-Tüpfelchen gefehlt», sagte Sportdirektor Martin Kranitz vom Deutschen Badminton Verband (DBV). Besonders bitter sei es gewesen, dass das Mixed Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich den Sprung ins Viertelfinale nicht geschafft habe, sagt er. Beide hatten nur knapp im entscheidenden Spiel gegen eine Paarung aus Hongkong verloren. «Ich bin aber zuversichtlich. Die Spieler sind alle noch jung genug, um in drei Jahren wieder dabei zu sein», sagte Kranitz. In anderthalb Jahren startet bereits wieder die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Paris.


Wellbrock schwimmt mit deutschem Rekord als Zweiter ins Tokio-Finale

TOKIO: Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock hat in deutscher Rekordzeit das Olympia-Finale über 800 Meter Freistil erreicht. Der 23-Jährige schlug am Dienstag in Tokio nach 7:41,77 Minuten an und belegte damit den zweiten Platz der Vorläufe. Schnellster war im Aquatics Centre der japanischen Hauptstadt der Ukrainer Michailo Romantschuk in 7:41,28 Minuten.

Wellbrock ist der größte Medaillenhoffnungsträger der deutschen Schwimmer. Über die 1500 Meter und zehn Kilometer im Freiwasser ist er noch stärker einzuschätzen als über 800 Meter Freistil. Auf den beiden längeren Distanzen wurde Wellbrock im Jahr 2019 in Südkorea Weltmeister.

Vor Wellbrocks Rennen war der frühere Brustschwimm-Weltmeister Marco Koch im Vorlauf über 200 Meter Brust ausgeschieden.


Grünes Licht für Hertha-Torhüter Jarstein: «Herz wieder in Ordnung»

LEOGANG: Rune Jarstein von Hertha BSC darf vier Monate nach seiner schweren Corona-Erkrankung wieder ins Training einsteigen. «Ich habe gute Nachrichten erhalten heute, mein Herz ist wieder in Ordung», schrieb der Torwart am Dienstag auf Instagram und streckte auf einem geposteten Foto den Daumen nach oben. Im April war der 36 Jahre alte Norweger an Covid-19 erkrankt und musste sich teilweise sogar in der Klinik behandeln lassen. Dann schloss sich eine Herzmuskelentzündung an. Das bedeutete absolutes Trainingsverbot.

Nun könne er wieder «mit leichtem Training beginnen» und sich wieder fit machen, informierte der seit 2014 für Hertha spielende Jarstein die Anhänger des Berliner Fußball-Bundesligisten. Trainer Pal Dardai zeigte sich im Trainingscamp in Österreich «froh» über die Nachricht aus der Heimat und kündigte einen behutsamen Aufbau von Jarstein an. An eine hundertprozentige Belastung sei jetzt noch nicht zu denken. «Er ist ein Musterprofi, ein super Vorbild. Ich hoffe, dass er nach sechs Wochen bis zwei Monaten wieder voll trainieren kann», sagte der Hertha-Coach. Im Mai hatte Hertha den Vertrag mit Jarstein bis 2023 verlängert.


US-Turnstar Biles lässt Mehrkampf-Start offen - Keine Verletzung

TOKIO: US-Turnstar Simone Biles hat nach ihrem Ausstieg beim Mannschaftsfinale einen Start im Einzel-Mehrkampf am Donnerstag offen gelassen, eine Verletzung aber verneint. Darüber wolle man später entscheiden, sagte die 24-Jährige am Dienstag bei den Olympischen Spielen in Tokio. «Morgen haben wir so etwas wie eine kleine Trainingspause, es ist schön, einen Tag Ruhe für den Kopf zu haben. Verletzt bin ich nicht», sagte die viermalige Olympiasiegerin.

Biles hatte im Mannschaftsfinale nach dem ersten Gerät, dem Sprung, den Wettkampf aufgegeben. Der US-Turnverband teilte mit, dass dies aus «einem medizinischen Grund» geschehen sei. Die Ausnahmeturnerin deutete an, dass sie emotionale Probleme habe. Sie traue sich selbst nicht mehr so, wie sie es getan habe, sie wisse nicht, ob es am Alter liege, aber sie werde nervöser, wenn sie turne, sagte sie. «Ich habe auch das Gefühl, dass ich nicht mehr so viel Freude habe», erklärte Biles. Ohne die 24-Jährige hatte das Team der USA Platz zwei hinter den russischen Turnerinnen belegt.


Thole/Wickler holen ersten Sieg bei Olympia: 2:0 gegen Polen

TOKIO: Die Beachvolleyball-Vizeweltmeister Julius Thole und Clemens Wickler haben zum ersten Mal bei Olympischen Spielen eine Partie gewonnen und ihre Chancen aufs Achtelfinale verbessert. Gegen die starken Polen Piotr Kantor/Bartosz Losiak holten die Hamburger am Dienstag bei guten äußeren Bedingungen in Tokio ein 2:0 (22:20, 21:16). «Wir haben beide Male in der Anfangsphase ein bisschen geschwächelt und die Polen haben sich ein bisschen abgesetzt. Aber wir haben uns wieder zurück gekämpft und am Ende das Ding rumgerissen, von daher würde ich sagen waren wir körperlich und mental voll auf der Höhe», sagte Wickler. «Hat richtig Spaß gemacht heute.»

Bei einem weiteren Sieg im abschließenden Gruppenspiel gegen die Japaner Yusuke Ishijima/Katsuhiro Shiratori am Samstag (4.00 Uhr MESZ) hat das einzige deutsche Herren-Duo mindestens Rang drei sicher. In jeder Gruppe kommen die beiden besten Teams direkt ins Achtelfinale, dazu auch die beiden besten Gruppendritten. Die vier anderen Gruppendritten spielen um die beiden verbleibenden Plätze. Die Letzten scheiden aus.

Thole/Wickler kamen nicht gut in die Begegnung und lagen schnell 4:8 hinten. Wie schon bei der 1:2-Auftaktniederlage gegen die Italiener Paolo Nicolai und Daniele Lupo gab es viele leichte Fehler. Die Polen machten ihrerseits aber auch Fehler, beim 11:11 gelang der erste Ausgleich. Das 12:11 war direkt die erste eigene Führung. Den zweiten Satzball nutzte das Duo zum 1:0 und freute sich immer wieder über die gut vernehmbaren Rufe der wenigen Unterstützer auf der Tribüne. Nach einer gelungenen Aktion schallte gut vernehmlich ein «Geile Sau» durch den Shiokaze Park. «Das war bestimmt Laura», sagte Thole. Olympiasiegerin Laura Ludwig zählte zu der kleinen Gruppe.

Der zweite Satz begann ähnlich, beim 4:7 waren Thole/Wickler wieder früh im Nachteil und arbeiteten sich dann zurück. Ein Block von Thole zum 17:15 brachte einen wichtigen Zähler und den ersten Zwei-Punkte-Puffer. Kurz darauf war der wichtige Sieg perfekt.


Ribery mutmaßlich Opfer versuchter Millionenmanipulation

MÜNCHEN: Der frühere Bayern-Star Franck Ribery ist mutmaßlich Opfer einer versuchten Millionenmanipulation geworden. Das Landgericht München wies am Dienstag die Klage des Beraters Bruno Heiderscheid ab, der von Ribery gut drei Millionen Euro Provision für die Vermittlung des Wechsels zum FC Bayern im Jahr 2007 forderte. Der vom Gericht beauftragte Schriftgutachter kam zu dem Ergebnis, dass der von Heiderscheid vorgelegte Vertrag mit Fußballprofi Ribery sehr wahrscheinlich nicht echt ist. Laut Gutachten wurde der Vertragstext mutmaßlich nachträglich unter eine Autogrammunterschrift Riberys hinzugefügt.


Bayern-Profi Tolisso positiv auf das Coronavirus getestet

MÜNCHEN: Fußball-Weltmeister Corentin Tolisso ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Profi des FC Bayern München befindet sich nach Angaben des Vereins in häuslicher Isolation in seiner Heimat Frankreich. Damit fehlt er dem neuen Trainer Julian Nagelsmann in der Vorbereitung auf die am 13. August beginnende Bundesligasaison. Schon in der Vorsaison kam er aufgrund von Muskelverletzungen und eines Sehnenrisses auf lediglich 24 Pflichtspiele für den deutschen Meister, in denen er drei Treffer erzielte.


Sammer sieht Schmerzgrenze bei Angebot für BVB-Torjäger Haaland

MÜNCHEN: Matthias Sammer sieht bei einem möglichen Angebot für BVB-Stürmer Erling Haaland eine Schmerzgrenze. Diese ist für den Berater des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund erreicht, wenn «ein Verrückter» komme und 200 Millionen Euro biete, wie er am Dienstag bei einer Amazon-Pressekonferenz in München sagte. «Wie soll ich das den Aktionären erklären», lautete seine rhetorische Frage zum Ausschlagen einer solchen Summe.


Vier Profiligen helfen bei der Ausweitung des Impfangebots

BERLIN: Die Initiative Profisport Deutschland (IPD) möchte Städte und Gemeinden bei der Umsetzung von Impfangeboten bei Sportveranstaltungen unterstützen. Das gaben die vier größten deutschen Profiligen am Dienstag gemeinsam bekannt. Man wolle zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, um die Impfbereitschaft in Deutschland zu erhöhen. Dadurch soll der Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützt werden. Bereits jetzt gibt es an einigen Standorten die Möglichkeit, sich gegen das Virus impfen zu lassen.


Deutsche Freistil-Staffel über 4 x 200 Meter erreicht Olympia-Finale

TOKIO: Die deutsche Freistil-Staffel über 4 x 200 Meter hat das Finale bei den Olympischen Spielen in Tokio erreicht. Das Quartett mit Lukas Märtens, Poul Zellmann, Henning Mühlleitner und Jacob Heidtmann benötigte am Dienstag 7:06,76 Minuten und belegte damit Rang sieben der Vorläufe. Der Endlauf findet in der Nacht zum Mittwoch statt.

Zuvor war der frühere Schwimm-Weltmeister Marco Koch im Vorlauf ausgeschieden. Der 31-Jährige schlug über 200 Meter Brust nach 2:10,18 Minuten an und belegte damit nur Rang 20 am Ende aller Vorläufe. Bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016 war der Weltmeister von 2015 jeweils Siebter geworden.

Bei ihrem ersten wichtigen Rennen nach zwei Jahren erreichte Franziska Hentke, WM-Zweite von 2017, das Halbfinale. Über 200 Meter Schmetterling belegte die 32-Jährige in 2:09,98 Minuten den elften Platz. Da die dreimalige Olympiasiegerin Katinka Hosszu aus Ungarn den Vorlauf ausließ, schied keine der 16 Starterinnen aus.

Über 100 Meter Freistil war für den Essener Damian Wierling nach 48,83 Sekunden auf Rang 26 Endstation.


Tokios Corona-Infektionen auf Rekord - Regierung: Kein Olympia-Ende

TOKIO: Während der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf einen Rekordstand gestiegen, doch die Regierung sieht keinen Grund zum Abbruch des Spektakels. Am Dienstag meldete die Hauptstadt 2848 Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit wurde der vorherige Höchststand vom 7. Januar mit 2520 Fällen übertroffen. Der wegen seiner Corona-Politik in der Kritik stehende Regierungschef Yoshihide Suga erklärte jedoch laut Medienberichten zur Frage, ob die Spiele abgebrochen werden könnten, dass er darüber «nicht besorgt» sei. Experten befürchten jedoch, dass das Schlimmste noch bevorsteht. Sie hatten schon vor Beginn des Spektakels gewarnt, die Neuinfektionen könnten Anfang August und damit noch während der Spiele auf über 3000 Fälle steigen. Die Lage könne «kritisch» werden.

Tokio befindet sich im mittlerweile vierten Corona-Notstand, nachdem die Delta-Variante des Virus eine fünfte Infektionswelle ausgelöst hatte. Nicht die Olympia-Teilnehmer seien das Hauptproblem, hatte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio kürzlich der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt stattfänden zu einem Zeitpunkt, da die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Corona-Notstand zunehmend «frustriert» sei. «Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung». Das durch Japans Medien geschürte Interesse an den Spielen trage dazu bei, dass viele Bürger ungeachtet der Appelle der Regierung nicht zu Hause blieben, sondern wie bei den Radrennen so nah wie möglich etwas von Olympia mitbekommen wollten.

Die landesweite Zahl der binnen eines Tages registrierten Infektionen stieg am Dienstag erstmals seit Mitte Mai auf über 7000 und nährt sich dem bisherigen Rekord von rund 8000 Fällen von Anfang Januar. Neben der Olympia-Stadt Tokio breitet sich das Virus auch in den beiden Nachbarpräfekturen Chiba und Kanagawa aus. Man sei besorgt über die zunehmende Zahl an Patienten in ernster Verfassung, sagte die Gouverneurin der Olympia-Stadt Tokio am Dienstag vor Veröffentlichung der neuen Rekordzahl an Infektionen in ihrer Stadt.


Früherer Schwimm-Weltmeister Koch lässt Karriere-Fortsetzung offen

TOKIO: Der frühere Brustschwimm-Weltmeister Marco Koch hat die Fortsetzung seiner Karriere bei Großereignissen nach dem enttäuschenden Vorlauf-Aus bei den Olympischen Spielen offen gelassen. Auf die Frage, ob er nach einem Urlaub wisse, ob es weitergeht, sagte der extrem niedergeschlagene 31-Jährige: «Ja, mal gucken, wie es weitergeht.»

Zuvor hatte Koch gesagt, er würde am liebsten schon am nächsten Tag aus Tokio abreisen. Das wäre allerdings schwierig. «Aber übermorgen dann nach Hause. Dann erstmal ein bisschen den Kopf frei kriegen und dann steht Ende August schon wieder die ISL an. Aber, mal schauen. Ich denke, bis dahin muss ich erstmal ein bisschen den Kopf frei kriegen.» Die ISL ist eine lukrative Schwimmserie, die nicht vom Weltverband Fina organisiert wird.

Koch ist einer der erfolgreichsten deutschen Schwimmer des vergangenen Jahrzehnts. 2015 wurde er Weltmeister über seine 200-Meter-Paradestrecke, 2014 Europameister. Am Dienstag hatte er im Tokyo Aquatics Centre mit einer Zeit von 2:10,18 Minuten nur den 20. Rang der Vorläufe erreicht. Bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016 hatte er jeweils den siebten Platz belegt.


Fußballer Raum zu Olympia-Turnier: Bindung zu Teamkollegen noch enger

SENDAI: Olympia-Fußballer David Raum genießt das gute Verhältnis zu seinen Teamkollegen während der Sommerspiele in Japan. Aufgrund der geringen Gruppengröße sei die Bindung zu jedem Einzelnen noch enger als bei vielen anderen Turnierreisen, sagte der DFB-Kicker am Dienstagabend in einer virtuellen Medienrunde. Die Athleten hätten untereinander einen super Teamgeist entwickelt. «Wir haben mega Spaß zusammen», berichtete der 23-Jährige.

Das blinde Verständnis müsse sich nun aber auch auf dem Feld widerspiegeln. «Es wird von Tag zu Tag besser», sagte der Profi vom Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim auf die Frage, warum es trotz vertrautem Verhältnis so viele Abstimmungsprobleme in den ersten zwei Gruppenspielen gegeben habe. Er sei zuversichtlich, dass es gegen die Elfenbeinküste am Mittwoch (10.00 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) weniger Missverständnisse auf dem Spielfeld geben werde als zuvor.


Judoka Ressel scheitert im Bronze-Kampf und wird Olympia-Fünfter

TOKIO: Judoka Dominic Ressel ist im Kampf um die erste Medaille für den Deutschen Judo-Bund bei den Olympischen Spielen knapp gescheitert. Der 27-Jährige aus Kronshagen verlor am Dienstag im legendären Nippon Budokan in Tokio im kleinen Finale gegen den Österreicher Shamil Borchashvili durch Ippon und verpasste Bronze. Der Weltranglisten-Zehnte beendete seine ersten Olympischen Spiele damit auf Rang fünf, es ist das bislang beste Ergebnis für das Team des DJB in Tokio. Ressel hatte sich zuvor in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm nach einer unglücklichen Viertelfinal-Niederlage gegen den Japaner Takanori Nagase über die Hoffnungsrunde in den Bronze-Kampf gearbeitet. Im Judo gibt es jeweils zwei dritte Plätze und dadurch auch zwei Olympia-Fünfte in jeder Gewichtsklasse.

Nagase krönte sich kurz darauf im Finale zum fünften japanischen Judo-Olympiasieger dieser Spiele. Er setzte sich gegen den für die Mongolei startenden Saeid Mollaei durch, der nach seiner Flucht aus dem Iran in Deutschland gelebt und trainiert hatte. Der Fall des 29-Jährigen hatte nach der WM 2019 in Tokio für Schlagzeilen gesorgt. Damals hatte der Iraner die Anweisung erhalten, im Halbfinale nicht anzutreten. Er sollte so einem möglichen Finale gegen den Israeli Sagi Muki aus dem Weg gehen. Mollaei widersetzte sich dem, floh nach Deutschland und erhielt die mongolische Staatsbürgerschaft.

Ressel hatte mit seinem fünften Platz trotz der verpassten Medaille die Misere des Deutschen Judo-Bundes bei den Sommerspielen beendet. An den ersten drei Wettkampftagen hatten alle deutschen Judokas gleich ihren ersten Kampf verloren, am Dienstag auch Martyna Trajdos aus Hamburg in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm.


Dressur-Team nach Schneider- und Werth-Ritten auf Gold-Kurs

TOKIO: Die deutsche Dressur-Mannschaft liegt bei den Olympischen Spielen in Tokio vor dem letzten Drittel des Starterfeldes auf Gold-Kurs.

Nach den Ritten von Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime und Isabell Werth aus Rheinberg mit Bella Rose führt das Trio im Grand Prix Special vor Großbritannien und dem US-Team. Letzte deutsche Reiterin ist Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Dalera.


Olympiasiegerin Funk findet Glückwunsche von Tim Bendzko «megacool»

TOKIO: Kanuslalom-Olympiasiegerin Ricarda Funk (29) freut sich über Glückwünsche von Popsänger Tim Bendzko (36). «Das finde ich auf jeden Fall megacool. Ich habe nämlich seinen Team-Deutschland-Song in der Vorbereitung gehört und habe da immer schon Gänsehaut bekommen», sagte Funk am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Musiker («Nur noch kurz die Welt retten») hatte seine Single «Hoch» (2019) den deutschen Olympioniken gewidmet, bevor die Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben wurden. Auch eine Reise nach Tokio sei für ihn geplant gewesen, sagte er der dpa.

Kajakspezialistin Funk hatte am Dienstag die erste Goldmedaille für das deutsche Team bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen. Bendzko schrieb daraufhin bei Instagram: «Gold Gold Gold». Dazu nutzte er den Hashtag «lieblingssportart».


Transfer von Malen zum BVB fast perfekt: Erstes Training

DORTMUND: Der Wechsel von Donyell Malen zu Borussia Dortmund scheint nahezu perfekt. Am Dienstagvormittag nahm der niederländische Nationalspieler von der PSV Eindhoven in Bad Ragaz erstmals am Training des Fußball-Bundesligisten teil. Der 22-Jährige soll die Lücke schließen, die Jadon Sancho mit seinem 85 Millionen Euro teuren Transfer zu Manchester United hinterlassen hat. Dem Vernehmen nach zahlt der Pokalsieger für Malen knapp 30 Millionen Euro plus möglicher Bonuszahlungen. Es soll sich um einen Fünfjahresvertrag handeln.


Zahl der Corona-Infektionen in Tokio steigt auf Rekord

TOKIO: Während der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf einen Rekordstand gestiegen. Am Dienstag meldete die Hauptstadt 2848 Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit wurde der vorherige Höchststand vom 7. Januar mit 2520 Fällen übertroffen. Experten hatten schon vor dem Beginn der Spiele gewarnt, dass die Neuinfektionen binnen eines Tages während des Spektakels auf über 3000 steigen könnten. Die Lage könnte «kritisch» werden, hieß es. Tokio befindet sich im mittlerweile vierten Corona-Notstand.

Nicht die Olympia-Teilnehmer seien das Hauptproblem, hatte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio kürzlich der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt stattfinden zu einem Zeitpunkt, da die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Corona-Notstand zunehmend «frustriert» sei. «Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung». Das durch Japans Medien geschürte Interesse an den Spielen trage dazu bei, dass viele Bürger ungeachtet der Appelle der Regierung nicht zu Hause blieben, sondern wie bei den Radrennen so nah wie möglich etwas von Olympia mitbekommen wollten.


Judoka Ressel gewinnt in Hoffnungsrunde und kämpft um Bronze

TOKIO: Judoka Dominic Ressel hat seinen ersten Kampf in der Hoffnungsrunde bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen und kämpft im kleinen Finale gegen den Österreicher Shamil Borchashvili um Bronze. Der 27-Jährige aus Kronshagen setzte sich am Dienstag im legendären Nippon Budokan gegen den Russen Alan Chubezow mit Ippon durch. Zuvor hatte der Weltranglistenzehnte in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm im Viertelfinale gegen den Japaner Takanori Nagase unglücklich nach Videobeweis in der Verlängerung verloren. Neben Ressel ruhen die größten Medaillenhoffnungen des Deutschen Judo-Bunds auf Weltmeisterin Anna-Maria Wagner (bis 78 Kilogramm) am Donnerstag.

Ressel zeigte gegen Chubezow erneut eine starke Leistung und gewann nach knapp drei Minuten - anders als im EM-Finalduell 2017, das der Russe für sich entscheiden konnte. Zuvor hatte Ressel gegen den Palästinenser Wesam Abu Rmilah nach gut einer Minute und gegen den WM-Dritten Frank de Wit aus den Niederlanden in der Verlängerung für die ersten deutschen Judo-Siege bei den Sommerspielen in Japan gesorgt.

An den ersten drei Wettkampftagen waren die deutschen Judokas jeweils zum Auftakt gescheitert. Martyna Trajdos verlor am Dienstag ebenfalls ihren ersten Kampf. Die 32 Jahre alte Hamburgerin unterlag in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm der Ungarin Szofi Ozbas im Golden Score mit Waza-ari.


Olympia-Dritter Tasiadis für Spiele-Aufnahme von Kanuslalom-Staffeln

TOKIO: Der Olympia-Dritte Sideris Tasiadis schlägt die Aufnahme eines neuen Kanuslalom-Wettbewerbs in das olympische Programm der Sommerspiele 2028 in Los Angeles vor.

«Für Paris 2024 ist das Thema schon durch, aber für danach wäre das eine Überlegung wert, einen Staffel-Wettbewerb zu machen», sagte der 31 Jahre alte Augsburger am Dienstag, einen Tag nach seinem Bronzegewinn. Bei Welt- und Europameisterschaft gibt es bereits Staffel-Titelkämpfe. «Für die Zuschauer wäre das interessant, wenn man zu dritt da runter fährt», meinte Tasiadis. «Das ist schön anzuschauen und gäbe schöne Bilder.».


Olympia-Einschaltquote: Topwert für Hockey

BERLIN: Hockey hatte am Montag die meisten TV-Zuschauer bei den Übertragungen von den Olympischen Spielen. 1,86 Millionen Menschen schauten im ZDF die Berichterstattung über den Sieg der DHB-Frauen gegen Indien und sorgten für einen Marktanteil von 19,3 Prozent.

Über den gesamten Tag lagen die Marktanteile - im Gegensatz zum Sonntag bei der ARD - fast durchgängig unter 20 Prozent. Eurosport erreichte am Montag mit der fast siebenstündigen Olympia-Konferenz «Medal Zone» im Schnitt 100.000 TV-Zuschauer bei einem Marktanteil von 1,3 Prozent.


Wellenreiter Ferreira aus Brasilien erster Olympia-Sieger im Surfen

TOKIO: Der Brasilianer Italo Ferreira hat die Olympia-Premiere im Surfen gewonnen. Der 27 Jahre alte Wellenreiter setzte sich am Dienstag im Finale am Tsurigasaki Surfing Beach klar gegen den Japaner Kanoa Igarashi (23) durch. Nach seinem Sieg wurde der Gewinner der Championship Tour 2019 auf den Schultern seiner Team-Mitglieder unter dem wolkenverhangenen Himmel aus dem Wasser getragen.

Dritter wurde der 31 Jahre alte Australier Owen Wright, der im Kampf um Bronze den Brasilianer Gabriel Medina besiegte. Bei den Frauen holte sich die Japanerin Amuro Suzuki Bronze nach einem Erfolg im kleinen Finale über die Amerikanerin Caroline Marks.

Der einzige deutsche Surfer Leon Glatzer (24) war bei der Olympia-Premiere bereits in der zweiten Runde ausgeschieden. «Das war eine unglaubliche Erfahrung, eine einmalige Erfahrung», sagte Glatzer danach. Das Surfen war wie Sportklettern, Skateboard und Karate in Tokio erstmals im olympischen Programm vertreten.


Tennis-Doppel Zverev/Struff erreicht olympisches Viertelfinale

TOKIO: Die Tennisprofis Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff haben ihre Chance auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen im Doppel gewahrt. Das deutsche Duo gewann am Dienstagabend in Tokio gegen die Franzosen Jeremy Chardy und Gael Monfils 6:4, 7:5. Dank des zweiten Siegs zog das letzte im Wettbewerb verbliebene deutsche Herren-Doppel ins Viertelfinale ein.

Unter Flutlicht auf Außenplatz vier und unterstützt von der kleinen deutschen Tennis-Delegation auf den Zuschauerplätzen ließ die Paarung bei 5:3-Führung zunächst drei Satzbälle in Serie aus. Bei Aufschlag von Struff gelang der erste Satzgewinn. Auch im zweiten Durchgang reichte ein Break.

Im Viertelfinale treffen Zverev und Struff nun auf die US-Profis Austin Krajicek und Tennys Sandgren. Zuvor waren Kevin Krawietz und Tim Pütz im Doppel-Achtelfinale ausgeschieden. Im Einzel-Achtelfinale ist der Deutsche Tennis Bund noch mit Zverev und Dominik Koepfer vertreten.


Schweizer Dreifach-Triumph im Mountainbike-Rennen

IZU: Jolanda Neff ist die erste Schweizer Olympiasiegerin im Mountainbike. Die 28-Jährige gewann das Rennen in Tokio am Dienstag beim Schweizer Dreifach-Erfolg vor Sina Frei und Linda Indergand. Die deutschen Starterinnen Ronja Eibl (Grosselfingen) und Elisabeth Brandau (Schönaich) blieben hinter den Erwartungen zurück. Eibl belegte Platz 19, Brandau wurde in der vierten Runde überrundet und schied auf Rang 32 aus.

«Ronja war vor dem Start sehr aufgeregt, hat sich selbst zu viel Druck gemacht», sagte Bundestrainer Peter Schaupp. Ein Platz unter den besten 20 gehe für ihn in Ordnung. Mit seiner zweiten Fahrerin ging Schaupp härter ins Gericht: «Was Elisabeth Brandau gezeigt hat, war leider gar nichts.»

Auf dem 20,55 Kilometer langen Kurs im zwei Stunden westlich von Tokio gelegenen Izu setzte sich Ex-Weltmeisterin Neff schon früh vom Hauptfeld ab. Frei, Indergand und die französische Top-Favoritin Loana Lecomte bildeten schließlich die Verfolgungsgruppe. Als Lecomte die Kette heruntersprang und sie den Anschluss verlor, war der Weg zum Erfolg frei.


Olympia-Start mit Crash für Seglerinnen Lutz/Beucke - Buhl rutscht ab

ENOSHIMA: Trotz eines Crashs haben Tina Lutz und Susann Beucke einen soliden Start in die olympischen Segelregatten in der 49erFX-Klasse hingelegt. Nach den Rängen fünf, sechs und acht in den ersten drei Wettfahrten vor Enoshima belegte das Duo aus Holzhausen und Strande am Dienstag den siebten Platz in der Gesamtwertung.

Ihren Schreckmoment erlebten die Europameisterinnen im zweiten Rennen, als sie an einer Wendemarke unverschuldet mit den Norwegerinnen Helene Næss und Marie Rønningen kollidierten. Dabei entstand am Backbord-Ausleger des deutschen Boots ein Loch, das am Abend geflickt wurde. «Es war ein Riesenglück, dass keiner verletzt wurde und uns das keine Plätze gekostet hat», sagte Steuerfrau Lutz.

Einen schlechten Tag erwischte Laser-Weltmeister Philipp Buhl. Der Mitfavorit fand kein Rezept gegen die schwierigen Windbedingungen in der Sagami-Bucht und fiel mit den Rängen 21, 12 und 22 auf Platz 13 des Klassements zurück. Vier Rennen bleiben dem 31-Jährigen noch bis zum Medaillenfinale, um sich nach vorn zu arbeiten. «Es kann noch alles passieren. Klar ist: Es muss besser werden», sagte er.

Besser lief es für Erik Heil und Thomas Plößel aus Kiel und Hamburg im 49er. Sie stiegen mit Rang drei in ihre zweite Olympia-Teilnahme ein. Die Rio-Bronzemedaillengewinner ersegelten im einzigen Durchgang in ihrer Klasse das beste deutsche Tagesergebnis. Der dritte Rang liege «schon mal auf dem Sparbuch», meinte Vorschoter Plößel. Im Laser Radial konnte die Kielerin Svenja Weger erneut nicht an ihre Glanzleistung zum Auftakt anknüpfen und fiel nach den Rennen fünf und sechs auf Gesamtplatz 17 zurück.


Hertha holt Montenegriner Stefan Jovetic

LEOGANG: Hertha BSC hat Stürmer Stevan Jovetic verpflichtet. Der 31 Jahre alte Montenegriner stand zuletzt bei AS Monaco unter Vertrag. Zuvor hatte er unter anderen für den FC Sevilla, Inter Mailand, Manchester City und den AC Florenz gespielt. Sein Vertrag in Monaco ist mit dem Ende der Vorsaison abgelaufen, er ist ablösefrei. Bei Hertha unterschreibt Jovetic einen Vertrag bis 2023 plus Option, teilte der Berliner Fußball-Bundesligist am Dienstag mit.


Tischtennis-Star Boll zu Olympia 2024: «Warum nicht?»

TOKIO: Timo Boll hat nach seinem Achtelfinal-Aus bei den Spielen in Tokio eine siebte Olympia-Teilnahme nicht ausgeschlossen. «Wenn ich immer noch in der Form bin, um zum Team zu gehören, warum nicht? Aber es ist auch noch lange hin», sagte der Rekord-Europameister am Dienstag nach der Niederlage gegen den Südkoreaner Youngsik Jeoung in 1:4 Sätzen (8:11, 11:7, 7:11, 9:11, 4:11). Damit verpasste der Düsseldorfer auch bei seinem sechsten Start bei Olympischen Spielen eine Medaille im Einzel.

Bei den Spielen 2024 in Paris wäre Boll 43 Jahre alt. «Ich fühle mich noch fit. Tischtennis besteht aus Flexibilität, da hat es mir vielleicht heute gefehlt. Ich schaue von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat und habe weiter Spaß an dem Sport. Wenn's passt, warum nicht», sagte er im ARD-Interview. Auch Bundestrainer Jörg Roßkopf könnte sich einen weiteren Olympia-Start seines Vorzeige-Athleten vorstellen. «Er ist körperlich topfit, hat Spaß am Tischtennis, 2024 ist in drei Jahren, das sollte machbar sein», sagte der 52-Jährige.


Nach Corona-Infektion: Japans Golf-Idol Matsuyama fit für Olympia

TOKIO: Japans Golf-Superstar Hideki Matsuyama ist nach der überstandenen Corona-Infektion bereit für die Olympischen Spiele in seinem Heimatland. «Vor drei Wochen wurde ich positiv auf Covid-19 getestet und ich war mir nicht wirklich sicher, ob ich es hierher schaffen würde. Jetzt bin ich endlich hier und sehr glücklich», sagte der aktuelle Masters-Sieger am Dienstag in Tokio.

Nach dem positiven Befund beim PGA-Turnier in Detroit war der 29-Jährige zehn Tage lang positiv auf Covid getestet worden. «Ich blieb zu Hause und tat mein Bestes, um mich von den Symptomen zu erholen. Während dieser Zeit konnte ich nicht trainieren», erklärte Matsuyama. Erst nach seiner Rückkehr aus den USA nach Japan sei er wieder auf den Golfplatz gegangen. «Die Vorbereitung begann etwas verzögert, aber ich hoffe, dass ich in der bestmöglichen Form für das Event bin.»

Bei dem olympischen Golfturnier, das von Donnerstag bis Sonntag im Kasumigaseki Country Club ausgespielt wird, fehlen mit dem Weltranglisten-Ersten und US-Open-Sieger Jon Rahm und dem US-Star Bryson DeChambeau zwei Favoriten auf die Goldmedaille. Beim Spanier Rahm sei der letzte der drei obligatorischen PCR-Tests nach seiner Rückkehr von der British Open positiv gewesen, hatte Spaniens Olympia-Team am Sonntag mitgeteilt. Zuvor war bei DeChambeau eine Infektion vor seiner Abreise in die japanische Hauptstadt festgestellt worden.

Für Deutschland gehen in Tokio die Golfprofis Maximilian Kieffer und Hurly Long an den Start.


Leichtathletik-Chef für Überprüfung von Marihuana als Dopingmittel

TOKIO: Leichtathletik-Weltpräsident Sebastian Coe unterstützt eine Untersuchung der Wirksamkeit von Marihuana als Dopingmittel. Es sei sinnvoll und «sollte gemacht werden», sagte der Brite am Dienstag in Tokio. Anlass ist der Fall der US-Sprinterin Sha'Carri Richardson. Bei der amerikanischen Olympia-Ausscheidung hatte die 21-Jährige die 100 Meter in 10,86 Sekunden gewonnen, war aber bei der Doping-Kontrolle auf das verbotene Marihuana getestet und nicht für die Tokio-Spiele nominiert worden.

«Es tut mir leid für sie», sagte Coe und bezeichnete sie als «ein herausragendes Talent», das man für die Spiele verloren habe. Er betonte aber auch, dass die Anti-Doping-Regeln korrekt angewendet worden seien. Richardson hatte erklärt, dass sie Marihuana geraucht habe, um mit dem kürzlichen Tod ihrer Mutter fertig zu werden.

Die Anwendung von Cannabis führt nach einer Erklärung des Instituts für Biochemie in Köln «nicht zu einer Verbesserung sportlicher Höchstleistungen». Allerdings könne aufgrund der beruhigenden Wirkung von Cannabis ein Athlet risikobereiter in den Wettkampf gehen.

Das Internationale Olympische Komitee hatte von Januar 1999 an die Anwendung von Cannabis für alle Sportarten als Dopingsubstanz für den Wettkampf verboten. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat dieses Verbot seit 2004 beibehalten.


Kritik von Tischtennis-Bundestrainer Roßkopf: Zeitplan «Katastrophe»

TOKIO: Nach dem Achtelfinal-Einzug von Dimitrij Ovtcharov hat Bundestrainer Jörg Roßkopf die Ansetzungen und den Modus beim Tischtennis-Wettbewerb der Olympischen Spiele kritisiert. «Man muss das natürlich auch verstehen, dass der Zeitplan hier eine Katastrophe ist», sagte der frühere Weltklassespieler am Dienstag in Tokio zu der Tatsache, dass Ovtcharov unmittelbar nach seinem lockeren Auftaktsieg gegen den Russen Kirill Skatschkow aus der Halle verschwand, um sich auf sein Achtelfinale am Abend (Ortszeit) vorzubereiten.

Zu diesem Zeitpunkt kannte der 32-Jährige seinen Gegner noch nicht. Auch Timo Bolls Kontrahent für dessen Partie am Dienstag wurde erst am selben Morgen ermittelt. «Das bringt eine Unsicherheit für die Spieler, der Druck ist sowieso schon groß», sagte Roßkopf und betonte: «Man sollte nicht so viel experimentieren mit dem Zeitplan» und stattdessen klassisch jeweils Damen- und Herrenrunden spielen.

«Da ist es so wie immer im Sport. Man sollte auch Leute fragen, die mal selbst gespielt haben oder noch spielen oder die davon auch ein bisschen mehr Ahnung haben», sagte der 52-Jährige. Zwar habe man den Zeitplan gekannt, nicht aber, in welches Tableau man gelost werde, sagte Roßkopf. So spielte Boll am Montag und sollte am Dienstag wieder spielen, Ovtcharov dagegen trat am Dienstag zwei Mal an.

«Das ist schwierig für die Spieler», sagte Roßkopf, beteuerte aber auch, dass dies keine Ausrede für mögliche Misserfolge sei.


Voraussichtliche Mannschaften, olympisches Fußball-Turnier

RIFU:

Vorrunde in Rifu: Deutschland - Elfenbeinküste (Mittwoch, 10.00 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport)

DEUTSCHLAND: 1 Müller (VfB Stuttgart/23) - 2 Henrichs (RB Leipzig/24), 15 Torunarigha (Hertha BSC/23), 4 Uduokhai (FC Augsburg/23), 3 Raum (TSG Hoffenheim/23) - 13 Maier (Hertha BSC/22), 8 Arnold (VfL Wolfsburg/27), 11 Amiri (Bayer Leverkusen/24) - 9 Teuchert (Union Berlin/24), 6 Ache (Eintracht Frankfurt/22), 10 Kruse (Union Berlin/33)

ELFENBEINKÜSTE: 16 Ira (San Pedro/23) - 17 Ouattara (Vitoria SC/21), 6 Singo (FC Turin/20), 3 Bailly (Manchester United/27), 4 Dabila (Mouscron-Peruwelz/24), 5 Diallo (AC Ajaccio/24) - 10 Diallo (Manchester United/19), 13 Keita (KVC Westerlo/20), 8 Kessie (AC Mailand/24), 15 Gradel (Sivasspor/33) - 9 Dao (Sparta Prag/23)


Heintz vor Olympia-Abschied: Bei WM 2022 «definitiv nicht mehr dabei»

TOKIO: Lagenschwimmer Philip Heintz freut sich auf seine Olympia-Abschiedsvorstellung in Tokio. «Ich weiß, dass es meine letzten Spiele sein werden. Ich möchte sie auf jeden Fall genießen», sagte der 30-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Heintz startet am Mittwoch im olympischen Rennen über 200 Meter Lagen. Der Heidelberger war schon bei den Olympischen Spielen in London 2012 und 2016 dabei gewesen. In Rio de Janeiro hatte er den sechsten Platz auf seiner Spezialstrecke belegt. Besser war in Brasilien kein deutscher Beckenschwimmer.

Ganz Aufhören will der Heidelberger nach den Sommerspielen noch nicht. «Ich werde auf jeden Fall an der Profiliga ISL teilnehmen. Die geht erstmal von Ende August bis Ende September», sagte Heintz. Danach müsse man mal schauen. «Vielleicht schwimme ich noch den ein oder anderen Weltcup. Ab Januar wollte ich dann richtig in meinen Beruf in einer Investmentfirma einsteigen und abtrainieren. Bei der WM in Fukuoka bin ich definitiv nicht mehr dabei.» Die Weltmeisterschaften finden im kommenden Mai statt.


Wasserspringerinnen Punzel und Wassen nur knapp hinter Bronzerang

TOKIO: Den deutschen Wasserspringern hat bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht viel zur zweiten Medaille gefehlt. Tina Punzel und Christina Wassen belegten im Synchronspringen vom Turm den fünften Platz. Auf Bronze und Mexiko fehlten am Dienstag 6,84 Punkte. Olympiasiegerinnen wurden erwartungsgemäß die Chinesinnen Chen Yuxi (15) und Zhang Jiaqi (17) mit 363,78 Punkten vor Jessica Parratto und Delaney Schnell aus den USA.

Für die Dresdnerin Punzel wäre es nach Bronze im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett die zweite Medaille der Sommerspiele in Japan gewesen. Sie ist noch im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett mit Finalchancen am Start.

Zuletzt hatte es für die deutschen Wasserspringer in Peking 2008 zwei Medaillen gegeben. In Tokio haben sie noch weitere Chancen. Fahnenträger Patrick Hausding ist am Mittwoch (8.00 Uhr MESZ) zusammen mit Lars Rüdiger zum ersten Mal am Start. Sie zählen im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten.


Tischtennis: Ovtcharov im Olympia-Achtelfinale gegen Japaner Niwa

TOKIO: Dimitrij Ovtcharov trifft im Achtelfinale der Olympischen Spiele in Tokio auf den Japaner Koki Niwa.

Die Partie wurde für Dienstag um 14.30 Uhr (MESZ) angesetzt. Niwa entschied sein Drittrundenspiel gegen Yang Wang aus der Slowakei mit 4:0 für sich. Zuvor hatte sich der frühere Weltranglisten-Erste Ovtcharov ebenfalls souverän mit 4:0 (13:11, 11:3, 13:11, 11:4) gegen den Russen Kirill Skatschkow durchgesetzt. Auch die deutsche Tischtennis-Nationalspielerin Han Ying kam weiter. Die 38-Jährige aus Düsseldorf bekommt es nach ihrem 4:0 (11:9, 11:9, 11:7, 11:8) gegen die Australierin Lay Jian Fang nun mit der Weltranglisten-Neunten Feng Tianwei aus Singapur zu tun (auch Dienstag 14.30 Uhr MESZ).


Quarantäne-Situation für Radprofi Geschke auch Fall für Diplomatie

TOKIO: In den Fall des Radprofis Simon Geschke, der unter der strengen Corona-Quarantäne in Japan leidet, hat sich auch die deutsche Botschaft eingeschaltet. «Wir arbeiten mit dem DOSB daran, ihm die Lage, die ja nun wirklich nicht einfach ist, so weit wie möglich zu erleichtern im Rahmen, den momentan Japan da vorgibt», sagte eine Sprecherin der deutschen Botschaft in Tokio am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Man stehe inzwischen auch in direktem Kontakt mit Geschke. Zugleich sei man dabei, sich intern mit anderen EU-Staaten abzustimmen, wie im Gespräch mit der japanischen Seite «auf eine Verbesserung der Quarantänebedingungen hingewirkt werden» kann.

Geschke setzt die Corona-Quarantäne bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht nur mental, sondern auch physisch zu. «Mir geht es mittlerweile vor allem körperlich nicht so gut, und ich glaube, das liegt eher nicht an Covid-19. Mir tut vor allem der Rücken weh vom vielen im Bett Liegen. Mir fehlt auch Sonnenlicht, mir fehlt Bewegung, mir fehlt frische Luft, wir dürfen hier ja nicht mal die Fenster öffnen», hatte Geschke in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag) gesagt. Er ist nicht der einzige Betroffene.

Für die Olympioniken gelten in Japan die gleichen strengen Regeln wie bei allen Einreisenden, die positiv auf das Coronaviruis getestet werden. Betroffene klagen über fehlende Frischluft und Bewegungsmöglichkeiten in der Quarantäne. Problemtisch ist zudem, dass sie in ihren Quarantäneunterkünften komplett alleine sind, in einer ohnehin schon sehr schwierigen psychologischen Situation. Der 35 Jahre alte Geschke war vor dem olympischen Straßenrennen positiv getestet worden und ist seither in Tokio isoliert untergebracht.


Ab in die Wanne: Turner Dauser bereitet sich eiskalt aufs Finale vor

TOKIO: Bei Turner Lukas Dauser hat schon die Vorbereitung auf das Mehrkampf-Finale bei den Olympischen Spielen in Tokio einen Gänsehaut-Effekt. Zur Regeneration zwischen dem Mannschafts-Finale am Montag und dem Sechskampf um die Einzel-Medaillen am Mittwoch (12.15 Uhr MESZ) nimmt der Unterhachinger Eisbäder. «Der Per Mertesacker hat ja mal gesagt: Drei Tage Eistonne und dann geht's weiter. Bei mir ist es so: Zwei Tage Eistonne und dann geht's weiter», sagte der deutsche Mehrkampf-Meister nach dem achten Platz im Team-Wettbewerb.

Für die eiskalte Regeneration mussten auch seine Kollegen Philipp Herder (Berlin), Andreas Toba (Hannover) und Nils Dunkel (Erfurt) mit anpacken. «Wir haben bei uns im olympischen Dorf eine Badewanne und unten können wir uns Eis holen. Wenn wir zurückkommen, wird jeder eine Packung Eis mitnehmen und dann hauen wir uns da rein», sagte Dauser.

Während für Toba und Dunkel die Spiele in Tokio beendet sind, sind Dauser und Herder nur zwei Tage nach dem kräftezehrenden Mannschafts-Finale gefordert. Der Unterhachinger als 16. der Ausscheidung und der Berliner als 21. turnen das Sechskampf-Finale aus Boden, Pauschenpferd, Ringen, Sprung, Barren und Reck. «Ich bin fit, ich bin gut drauf, das will ich einfach nochmal zeigen», sagte Dauser. Der EM-Dritte geht überdies nach Platz zwei in der Qualifikation am 3. August mit Medaillenhoffnungen an sein Spezialgerät Barren.


TOKIO: Slalomkanutin Ricarda Funk ist ins olympische Finale gepaddelt.

Die 29 Jahre alte Kajakspezialistin aus Bad Kreuznach fuhr am Dienstag mit leichter Nervosität und leistete sich sogar zwei Stabberührungen im 25-Stangen-Parcours im Kasai Canoe Slalom Centre, kam aber dank ihrer Schnelligkeit auf die drittbeste Zeit des Feldes. Auf Topfavoritin Jessica Fox aus Australien hatte sie trotz der Zeitstrafe nur 2,11 Sekunden Rückstand. Überraschend ausgeschieden ist die mitfavorisierte Slowenin Eva Tercelj, die am Tor 16 der anspruchsvollen Strecke einen Befahrungsfehler hatte und eine 50-Sekunden-Strafe kassierte.


Boxerin Apetz scheidet bei Olympischen Spielen in erster Runde aus

TOKIO: Weltergewichtsboxerin Nadine Apetz ist bei den Olympischen Spielen in Tokio in der ersten Runde ausgeschieden. Die 35-Jährige aus Köln verlor am Dienstag ihren Kampf in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogram gegen Lovlina Borgohain aus Indien knapp 2:3 nach Punkten. «Ich hatte in der ersten Hälfte der ersten Runde zu viel Respekt, danach habe ich reingefunden», sagte die Doktorandin, die als erste Frau aus Deutschland als Boxerin an Olympia teilgenommen hat. «Es war ein enger Kampf, es sind die Olympischen Spiele und nicht nur irgendein Turnier. Da musst du alles geben und das habe ich, denke ich. Leider war es nicht genug.»

Sie werde sich nun auf ihre Doktorarbeit konzentrieren und sprach nach der Niederlage vom «letzten Kampf auf großer Bühne». Dass sie doch noch bis zu den Spielen in Paris 2024 weitermacht, schloss Apetz nahezu aus. Sie wolle Boxen aber weiter als Hobby betreiben.

Vor Apetz hatte sich bereits Federgewichts-Boxer Hamsat Shadalov am Samstag nach einem knappen 2:3 aus dem Turnier verabschiedet. Schwergewichtsboxer Ammar Riad Abduljabbar aus Hamburg qualifizierte sich dagegen als einziger der drei deutschen Boxerinnen und Boxer für das Viertelfinale.


Acht Kilo in 45 Tagen: «Nicht einfach» für Gewichtheberin Kusterer

TOKIO: Nach dem Ende ihrer Abnehm-Qual bei den Olympischen Spielen war Gewichtheberin Sabine Kusterer unglaublich erleichtert. Die 30-Jährige aus Karlsruhe hatte für ihren Start in Tokio innerhalb von nur 45 Tagen satte acht Kilo abnehmen müssen, um das Gewichtslimit bis 59 Kilo zu schaffen. «Ich habe meinen Körper sehr gefordert in letzter Zeit. Jetzt ist es an der Zeit, meinem Körper mit gutem Essen danke zu sagen», erzählte Kusterer der Deutschen Presse-Agentur nach ihrem Auftritt am Dienstag.

Weniger als 1000 Kalorien pro Tag habe sie in den vergangenen rund vier Wochen zu sich nehmen dürfen. Kusterer musste daher ihr Trainingspensum reduzieren. Manchmal habe sie nach dem Heben sogar Schwindelanfälle bekommen, berichtete sie. «Das war echt nicht immer einfach.»

Im Wettkampf gönnte sie sich zwischendurch schon mal eine Banane mit Schokocreme, so wie schon 2016 bei Olympia in Rio de Janeiro. «Ich bin froh, meinen Körper wieder gut versorgen zu können», sagte sie und freute sich auf Obst und Gemüse.

Vor dem Auftritt der Favoritinnen schaffte Kusterer nur eine Zweikampfleistung von 198 Kilogramm (Reißen: 91, Stoßen: 107). Die Gewichtheberin vom KSV Durlach war dennoch glücklich, war sie doch wie auch Lisa Marie Schweizer erst nach Dopingsperren anderer Nationen nachgerückt. «Das ist für mich so krass gewesen auf der Bühne zu stehen, ich musste auch die ganze Zeit grinsen», sagte Kusterer, die eigentlich im Urlaub war, als sie für Olympia überraschend Grünes Licht bekam. «Ich will auch jetzt noch nicht aufhören, es geht weiter», versicherte Kusterer, die an der Universität Heidelberg Economics studiert.


IOC «besorgt» nach Verzicht zweier Judoka auf Kämpfe gegen Israeli

TOKIO: Das IOC hat sich wegen des Verzichts zweier Judoka auf ihre möglichen Kämpfe gegen einen Israeli bei Olympia besorgt gezeigt. «Wir werden handeln, wenn es einen schamlosen Verstoß gegen die olympische Charta gibt», sagte IOC-Spitzenfunktionär James Macleod am Dienstag. Zuvor war in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm der Algerier Fethi Nourine nicht gegen den Sudanesen Mohamed Abdalrasool angetreten, um einem möglichen Zweitrunden-Duell mit dem Israeli Tohar Butbul aus dem Weg zu gehen. Abdalrasool wurde als Sieger gewertet, verzichtete dann aber auf das Duell gegen Butbul.

«Das IOC ist immer besorgt bei solchen Fällen, wir schauen uns das genau an», sagte der beim Internationalen Olympischen Komitee für die Beziehungen zu den nationalen Dachverbänden zuständige Macleod. Im Fall des Algeriers Nourine habe dessen Nationales Olympisches Komitee umgehend gehandelt und den Judoka nach Hause geschickt. Der Judo-Weltverband suspendierte den Sportler vorläufig und nahm weitere Ermittlungen auf.

Bei Abdalrasool war der Grund für seinen Verzicht zunächst offiziell unklar geblieben. «Wir werden alles untersuchen, das an uns herangetragen wird und mit den NOKs und den Weltverbänden von Fall zu Fall kooperieren», sagte Macleod. Das IOC sei in seiner Position bei Fällen von Diskriminierung sehr klar und werde nicht vor einem Eingreifen zurückschrecken, versicherte Macleod.


Tennis-Star Osaka überraschend ausgeschieden - Keine Goldchance mehr

TOKIO: Tennis-Star Naomi Osaka muss ihre Gold-Hoffnungen bei den Olympischen Spielen in Tokio überraschend früh beenden. Die Weltranglisten-Zweite schied am Dienstag nach einem Fehlstart im Achtelfinale gegen die Tschechin Marketa Vondrousova mit einer 1:6, 4:6-Niederlage aus. Bei ihrem dritten Auftritt begann Osaka schwach mit zahlreichen unerzwungenen Fehlern und fand auch im zweiten Satz gegen die French-Open-Finalistin von 2019 nicht zu ihrem gewohnten Niveau.

«Ich habe definitiv das Gefühl, dass es eine Menge Druck gab», sagte die Hoffnungsträgerin des Gastgeberlandes: «Ich bin nach jeder Niederlage enttäuscht, aber ich habe das Gefühl, diese nervt mehr als die anderen.»

Osaka war nach einer knapp zweimonatigen Turnierpause erst in Tokio auf die Tennis-Bühne zurückgekehrt und bei den Sommerspielen in ihrer Heimat als Topfavoritin an den Start gegangen. Bei der Eröffnungsfeier hatte die 23-Jährige die olympische Flamme entzündet und damit für den Höhepunkt gesorgt. Zuvor hatte sie sich bei den French Open in Paris Ende Mai nach der ersten Runde zurückgezogen und längere Depressionsphasen öffentlich gemacht.

Mit ihrem Ausscheiden gehen die Überraschungen in der Damen-Konkurrenz des olympischen Turniers weiter. Auch die australische Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty und die an drei gesetzte Aryna Sabalenka aus Belarus sind schon nicht mehr im Wettbewerb.


Chefin des Flüchtlingsteams darf weiter nicht zu Olympia

DOHA: Nach einer Corona-Infektion muss die Chefin des IOC-Flüchtlingsteams weiter auf ihre Reise zu den Olympischen Spielen in Tokio warten. Der frühere Marathon-Star Tegla Loroupe müsse weiter in Doha in Katar bleiben, sagte IOC-Spitzenfunktionär James Macleod am Dienstag. «Wir werden in den nächsten Tagen die weiteren Schritte diskutieren», fügte Macleod hinzu. Loroupe, die vom Internationalen Olympischen Komitee zur Chefin de Mission des Flüchtlingsteams berufen worden war, hatte sich im Trainingslager der Mannschaft in Katar mit dem Virus infiziert und konnte daher nicht nach Japan reisen. Das IOC hatte den Fall am 14. Juli vermeldet.

«Es ist wirklich schade, dass sie nicht hier bei uns ist», sagte Macleod. Der 48-Jährigen gehe es aber gut. Wegen des Corona-Falls hatte auch der Großteil der Sportlerinnen und Sportler des Flüchtlingsteams erst mit Verspätung nach Tokio fliegen dürfen.

Für das zweite Flüchtlingsteam in der Olympia-Geschichte waren auch sieben jetzt in Deutschland lebende Sportler vom IOC nominiert worden. Die Schwimmer Alaa Maso und Yusra Mardini, Boxer Wessam Salamana, Judoka Ahmad Alikaj sowie Karateka Wael Shueb aus Syrien und die aus dem Iran stammenden Saeid Fazloula (Kanu) und Kimia Alizadeh (Taekwondo) schafften es in die Mannschaft.


Siegemund/Krawietz im Mixed-Wettbewerb bei Olympia dabei

TOKIO: Laura Siegemund und Kevin Krawietz haben beim olympischen Tennis-Turnier eine weitere Medaillenchance erhalten, für den Mixed-Wettbewerb aber eine schwierige Erstrundenaufgabe erwischt. Die deutsche Paarung trifft in der ersten Runde auf die an Position drei gesetzten US-Amerikaner Bethanie Mattek-Sands und Rajeev Ram, wie die Auslosung am Dienstag ergab.

Bis zuletzt war fraglich gewesen, ob die Ranglistenplatzierungen der Deutschen für eine Teilnahme im Mixed-Wettbewerb der Olympischen Spiele ausreichen. Der Deutsche Tennis Bund hatte auch Anna-Lena Friedsam und Tim Pütz gemeldet, für die beiden reichte es aber nicht für einen Platz im 16er-Feld. Spitzenspieler Alexander Zverev hatte aufgrund der schwierigen klimatischen Bedingungen in der japanischen Hauptstadt auf einen Start in einem dritten Wettbewerb neben Einzel und Doppel verzichtet.

Die Schwäbin Siegemund ist in Tokio im Einzel und Doppel bereits ausgeschieden, kann aber wie Krawietz Erfolge vorweisen: 2016 hatte sie im Mixed an der Seite des Kroaten Mate Pavic den Titel bei den US Open gefeiert. In New York gewann die Metzingerin im vergangenen Jahr zudem die Doppel-Konkurrenz. Der Coburger Krawietz ist zweifacher French-Open-Sieger im Doppel.


Taekwondo-Hoffnung Bachmann bei Olympia früh draußen

TOKIO: Deutschlands Taekwondo-Hoffnung Alexander Bachmann ist bei den Olympischen Spielen in Tokio nach nur einem Kampf ausgeschieden. Der Stuttgarter unterlag im Achtelfinale der Gewichtsklasse über 80 Kilogramm dem Kasachen Ruslan Schaparow am Dienstag mit 7:11. Da sein Gegner anschließend gegen den Südkoreaner Kyo-Don In verlor, durfte Bachmann auch in der Hoffnungsrunde nicht mehr ran. Nach der Chance auf Gold war so auch die auf Bronze dahin.

«Es lief heute einfach nicht gut - genau am falschen Tag», sagte der Weltmeister von 2017 der ARD. «Das gibt es im Sport, da muss man durch.» Anders als im Training in den Tagen zuvor habe er sich beim Wettkampf «total schlapp gefühlt». Bachmann war der einzige Starter der Deutschen Taekwondo Union bei den Spielen in Japan und hatte sich bei seiner Olympia-Premiere Gold zum Ziel gesetzt.

Die Vorbereitung verlief aber nicht reibungslos. Vergangenen Herbst ließ sich der 27-Jährige an der schon länger schmerzenden Hüfte operieren, im Frühjahr infizierte er sich mit dem Coronavirus. Insgesamt bestritt er in diesem Kalenderjahr erst eine gute Handvoll offizieller Kämpfe. Schon bei seinem EM-Viertelfinal-Aus im April wirkte er geschwächt. Und auch in der Makuhari Messe-Halle A fand er nun zu spät in den Kampf. Erst danach wurde bekannt, dass sich Bachmann vor einigen Wochen auch noch die Hand gebrochen hatte und operiert werden musste.


Aus für Dressurreiterin Chew - Blut im Pferde-Maul

TOKIO: Caroline Chew aus Singapur wird an den olympischen Dressurwettbewerben in Tokio nicht mehr teilnehmen können. Das teilten die Organisatoren am Dienstag mit. Die Reiterin war mit ihrem 17 Jahre alten Pferd Tribiani am Sonntag in der Einzel-Qualifikation aus dem Wettbewerb genommen worden, weil im Maul ihres Wallachs Blut zu sehen war. Dies führt nach den FEI-Dressurregeln zum Ausschluss - auch wenn eine Verletzung des Pferdes nicht beabsichtigt war. Mit der Regel soll das Wohlergehen aller Pferde geschützt werden.

«Tribiani fühlte sich gut, präsentierte sich wirklich gut», hatte Chew gesagt. Sie habe nicht gemerkt, das ihr Pferd Probleme habe, «aber offensichtlich hat der Richter es gesehen.»


Deutsches Olympia-Team hofft in Tokio auf weitere Medaillen

TOKIO: Am fünften Wettkampftag mit Entscheidungen bei den Olympischen Spielen darf die deutsche Mannschaft erneut auf Medaillen hoffen. Gold-Chancen gibt es vor allem im Pferdesport, wo die deutschen Dressurreiterinnen Jessica von Bredow-Werndl, Dorothee Schneider und Isabell Werth nach ihrem Team-Triumph auch im Einzelwettbewerb zu den großen Favoritinnen zählen.

Im Ruderkanal rechnet sich vor allem der Doppelvierer der Frauen Medaillenchancen aus. In den Endläufen im Doppelzweier der Frauen und der Männer sind ebenfalls deutsche Boote dabei. Im Wasserspringen greifen Patrick Hausding und Lars Rüdiger im Synchronwettbewerb vom 3-Meter-Brett nach Edelmetall.

Schwere Aufgaben warten auf die deutschen Teams in den Ballsportarten. Besonders unter Druck stehen die Fußballer, die nur bei einem Sieg gegen die Elfenbeinküste das Viertelfinale erreichen. Nach der Auftakt-Niederlage gegen Italien dürfen sich die Basketballer im Duell mit Nigeria keine weitere Pleite erlauben, soll die K.o.-Runde nicht in weite Ferne rücken. Die Handballer treffen in ihrem dritten Gruppenspiel auf Rekord-Weltmeister Frankreich.


Judoka Ressel verliert Olympia-Viertelfinale - Chance auf Bronze

TOKIO: Judoka Dominic Ressel hat nach einer starken Leistung im Viertelfinale bei den Olympischen Spielen verloren, besitzt aber noch die Chance auf Bronze. Nach den ersten beiden Siegen für die deutschen Judokas in Tokio unterlag der 27-Jährige aus Kronshagen dem Japaner Takanori Nagase in der Verlängerung nach Videobeweis mit Waza-ari.

Ressel bekommt es in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm nun in der Abendsession, die um 17.00 Uhr (Ortszeit/10.00 Uhr MESZ) beginnt, mit dem Russen Alan Chubezow zu tun. Sollte er den Europameister von 2017 bezwingen, würde er um die Bronzemedaille kämpfen. Bei der EM vor vier Jahren hatte er im Finale gegen Chubezow noch verloren.

Ressel gewann am Dienstag zunächst seinen Auftaktkampf gegen den Palästinenser Wesam Abu Rmilah nach gut einer Minute mit Ippon. Anschließend setzte er sich gegen den WM-Dritten Frank de Wit aus den Niederlanden in der Verlängerung mit Waza-ari, der zweithöchsten Wertung im Judo, durch.

An den ersten drei Wettkampftagen im legendären Nippon Budokan waren die deutschen Judokas jeweils zum Auftakt gescheitert. Martyna Trajdos verlor am Dienstag ebenfalls ihren ersten Kampf. Die 32 Jahre alte Hamburgerin unterlag in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm der Ungarin Szofi Ozbas im Golden Score mit Waza-ari.


Tongas Fahnenträger Taufatofua hat auch bei seiner Niederlage Spaß

TOKIO: Trotz deutlicher Niederlage hatte er beim Taekwondo offenbar ähnlich viel Vergnügen wie bei der Eröffnungsfeier: Tongas Fahnenträger Pita Taufatofua musste sich zum Auftakt der Gewichtsklasse über 80 Kilogramm bei den Olympischen Spielen in Tokio am Dienstag dem Russen Wladislaw Larin mit 3:24 geschlagen geben. Jeden seiner Punkte gegen den topgesetzten Weltmeister bejubelte der 37-Jährige aber mit erhobenen Armen und einem breiten Grinsen. Erreicht Larin das Finale, darf Taufatofua in der Hoffnungsrunde noch mal ran und hat über diese noch die Chance auf Bronze.

Taufatofua war bei der Eröffnungszeremonie der Spiele in Japan am Freitag wie schon 2016 in Rio und 2018 in Pyeongchang mit nacktem und eingeöltem Oberkörper ins Stadion eingelaufen. Bei den Winterspielen in Südkorea vor drei Jahren trat er im Skilanglauf an. In Tokio ist er nun wie vor fünf Jahren in Rio wieder als Taekwondoka am Start.


17-jährige Brustschwimmerin Jacoby aus Alaska feiert Olympiasieg

TOKIO: Die erst 17 Jahre alte Brustschwimmerin Lydia Jacoby hat überraschend Olympia-Gold über 100 Meter gewonnen. Die Amerikanerin setzte sich am Dienstag in Tokio vor der Südafrikanerin Tatjana Schoenmaker sowie ihrer Landsfrau und Top-Favoritin Lilly King durch. Jacoby schlug bei ihren ersten Olympischen Spielen nach 1:04,95 Minuten an. Beim Blick auf die Anzeigetafel riss sie ungläubig Mund und Augen weit auf und winkte anschließend glücklich den anderen Athleten und Betreuern auf der Tribüne zu. Jacoby ist die erste Schwimm-Olympia-Siegerin aus Alaska.

Den ersten Titel des Tages hatte sich zuvor der Brite Tom Dean über 200 Meter Freistil gesichert. Der 21-Jährige setzte sich über eine der beiden Langbahn-Weltrekordstrecken von Paul Biedermann ganz knapp vor seinem Landsmann Duncan Scott durch. Über 100 Meter Rücken siegte die Australierin Kaylee McKeown in olympischer Rekordzeit von 57,47 Sekunden. Bei den Männern gewann der Russe Jewgeni Rylow vor Kliment Kolesnikow, der ebenfalls aus Russland kommt.

Die beiden deutschen Starterinnen der ersten Dienstag-Session Isabel Gose und Annika Bruhn schieden im Halbfinale über 200 Meter Freistil aus.


Ovtcharov bei olympischem Tischtennisturnier im Viertelfinale

TOKIO: Mit zwei Siegen an einem Tag ist Dimitrij Ovtcharov im Tischtennis-Wettbewerb der Olympischen Spiele in das Viertelfinale eingezogen. Der 32-Jährige gewann am Dienstagabend (Ortszeit) in Tokio gegen den Japaner Koki Niwa mit 4:1 Sätzen (11:4, 7:11, 11:0, 11:7, 11:9). «Ich bin sehr zufrieden, das war ein super Spiel», sagte Ovtcharov. Zuvor hatte der frühere Weltranglisten-Erste bereits seine Drittrunden-Partie gegen den Russen Kirill Skatschkow für sich entschieden. Im Kampf um den Einzug in das Halbfinale trifft der letzte im Einzel-Wettbewerb verbliebene Deutsche nun am Mittwoch (14.00 Uhr MESZ) auf seinen Vereinskollegen Hugo Calderano. Mit dem Brasilianer spielt Ovtcharov bei Fakel Orenburg in Russland.

«Das wird ein schweres und ausgeglichenes Spiel. Mal sehen, wer es morgen packt», sagte Ovtcharov. Bundestrainer Jörg Roßkopf erwartet «ein Fünfzig-Fünfzig-Spiel» und betonte: «Im Viertelfinale bei Olympia ist keiner Favorit.»

Ovtcharovs Nationalmannschaftskollege Timo Boll dagegen war im Achtelfinale gescheitert. Der 40-Jährige aus Düsseldorf musste sich bei seinen sechsten Olympischen Spielen dem Südkoreaner Youngsik Jeoung in 1:4 Sätzen (8:11, 11:7, 7:11, 9:11, 4:11) geschlagen geben.


Sieben weitere Corona-Fälle bei den Olympischen Spielen

TOKIO: Bei den Olympischen Spielen in Tokio sind zwei weitere Athletinnen oder Athleten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt seien sieben weitere Neuinfektionen im Umfeld der Sommerspiele festgestellt wurden, teilten die Organisatoren am Dienstag mit. Die Zahl der positiven Tests rund um die Spiele seit Beginn der Erfassung am 1. Juli stieg damit auf 155.

Die Namen der betroffenen Athletinnen und Athleten, die beide im olympischen Dorf wohnen, ließen die Veranstalter wie gewohnt offen. Einer von ihnen ist ein niederländischer Tennisspieler. Am Montag hatte der Tennis-Weltverband mitgeteilt, dass Doppelspieler Jean-Julien Rojer aus den Niederlanden nach einem positiven Test in Quarantäne sei und nicht mehr am olympischen Tennis-Turnier teilnehmen dürfe. Im deutschen Team hatte es am Eröffnungstag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben.


«Viel größer als ich»: Triathletin Duffy holt erstes Gold für Bermuda

TOKIO: Flora Duffy wirkte nach ihrer historischen Goldmedaille etwas verlegen. Fast schon schüchtern winkte die Triathletin als erste Olympiasiegerin Bermudas den Fotografen im Odaiba Marine Park von Tokio am Dienstag zu. «Das ist so viel größer als ich. Das ist ein cooler Moment», sagte Duffy nach dem Rennen ihres Lebens.

Zuvor hatte lediglich der Schwergewichtsboxer Clarence Hill 1976 in Montreal Bronze für den Inselstaat gewonnen. Dabei hat Bermuda nur etwa 63.000 Einwohner und ist damit ungefähr so groß wie Weimar.

Duffy stand im vergangenen Jahr aufgrund von zahlreichen Verletzungen schon vor dem Karriereende. «Das Jahr war sehr herausfordernd. Jetzt ist es all die Verletzungen, die harten Zeiten und die Tränen wert», sagte die 33-Jährige.

Mit einer frühen Attacke im abschließenden Lauf über zehn Kilometer hatte die Vize-Weltmeisterin den Grundstein für den Erfolg gelegt. Auf den vier Runden an der Tokio Bucht baute Duffy den Vorsprung immer weiter aus und gewann das Rennen schließlich mit 1:14 Minuten vor der Britin Georgie Taylor-Brown. Die Potsdamerin Laura Lindemann belegte Rang acht.


Tränen statt Edelmetall: Keine Schießmedaille für Mixed-Team

TOKIO: Christian Reitz nahm nach der missglückten Olympia-Premiere im Mixed mit der Luftpistole einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche, bei Partnerin Carina Wimmer flossen ein paar Tränen der Enttäuschung. Mit 571 Ringen reichte es für die 25 Jahre alte Olympia-Debütantin und den erfahrenen Rio-Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole am Dienstag nur zu Rang zwölf in der Qualifikation - lediglich die besten acht Teams zogen in die nächste Runde ein. Das erste Olympia-Gold in diesem Wettbewerb schnappte sich China.

Dem deutschen Mixed-Team fehlten zum Weiterkommen vier Ringe, die vor allem Wimmer liegen ließ. «Ich war gedanklich wirklich gut vorbereitet, aber es kommt dann wegen der Aufregung und Anspannung doch anders als man denkt. Ich habe nicht die innere Ruhe gefunden und hatte oft das falsche Timing. Alles hat nicht so zusammengepasst wie es sollte», sagte Wimmer nach dem frühen Aus: «Der Start ist nicht gut geglückt. Mir hat dann die Überzeugung gefehlt das zu machen, was ich kann.»

Vorwürfe gab es jedoch nicht von Reitz, der mit seinem Auftritt zufrieden war. «Für mich ist es eigentlich ganz gut gelaufen, auch wenn der eine oder andere Ring mehr drin gewesen wäre. Das Ergebnis war in Ordnung», sagte der 34-Jährige.

Während Wimmer am Mittwoch ohne die erhoffte Medaille nach Hause fliegt, will sich Reitz in seiner Lieblingsdisziplin mit der Schnellfeuerpistole den Traum vom dritten olympischen Edelmetall nach Bronze 2008 und Gold 2016 erfüllen. «Wenn ich den Vorkampf so gut absolviere wie in den vergangenen Wochen und Monaten, sollte ich schon ins Finale kommen», sagte Reitz zuversichtlich.


BMX-Medaillenkandidat Kimmann kollidiert mit Offiziellem

TOKIO: Der Niederländer Niek Kimmann ist im Training für das olympische BMX-Rennen heftig mit einem Streckenposten kollidiert.

Der Medaillenkandidat fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf der zweiten Geraden des Ariake Urban Sports Park in Tokio, als ein Offizieller die Fahrbahn überquerte. Ein Video von dem Crash wurde auf Twitter tausendfach geteilt. «Mein Knie ist ein wenig schmerzhaft, aber ich werde mein Bestes geben. Ich hoffe, dem Offiziellen geht es gut», twitterte der Ex-Weltmeister. Kimmann hat seinen ersten Einsatz am Donnerstag im BMX Race. Deutsche Teilnehmer stehen nicht am Start.


Schwimmerinnen Gose und Bruhn im Olympia-Halbfinale ausgeschieden

TOKIO: Olympia-Debütantin Isabel Gose hat bei den olympischen Schwimm-Wettbewerben in Tokio ihren zweiten Finaleinzug verpasst. Die 19-Jährige kam am Dienstag im Halbfinale über 200 Meter Freistil auf 1:57,07 Minuten. Platz elf reichte nicht für das Finale am Mittwoch, dafür hätte sie ihre am Montag geschwommene persönliche Bestzeit von 1:56,80 Minuten verbessern müssen. «Woran es mit der halben Sekunden gelegen hat, werde ich rausfinden. Es hat Spaß gemacht mal wieder», sagte die 19-Jährige. Gose hatte zuvor im Endlauf über 400 Meter Freistil am Vortag als Sechste überzeugt und war damit beste Europäerin.

Für Annika Bruhn war im Halbfinale ebenfalls Endstation. Sie belegte in 1:57,62 Minuten Rang 14. «Ich wäre schon gerne ein wenig schneller geschwommen», sagte die 28-Jährige und meinte: «Große Erwartungen hatte ich nicht. Ich habe mich nur gefreut, im Semifinale dabei zu sein.» Schnellste beim Kampf um den Einzug ins Finale war die Australierin Ariarne Titmus, die Olympiasiegerin über die 400 Meter Freistil.

Für Isabel Gose und Annika Bruhn geht es am Mittwoch mit dem Vorlauf in der 4x200-Freistil-Staffel weiter. «Wir haben ein cooles Team», sagt Bruhn. «Das Finale ist das Ziel», sagte Gose.


Basketballer glauben ans Olympia-Viertelfinale: «Nichts verloren»

TOKIO: Die deutschen Basketballer gehen mit viel Optimismus in ihr zweites Vorrundenspiel bei den Olympischen Spielen in Tokio. «Es ist noch nichts verloren. Wir sind noch in der Lage, uns zu qualifizieren», sagte Aufbauspieler Maodo Lo vor dem Duell mit Nigeria am Mittwoch (03.00 Uhr MESZ). Nach der Auftaktniederlage am Sonntag gegen Italien ist der Druck auf das Team von Bundestrainer Henrik Rödl groß. «Die Wut hat sich gelegt, aber ich bin immer noch frustriert. Man muss jetzt weiterschauen», sagte Lo von Alba Berlin.

In der Vorrundengruppe B braucht Deutschland mindestens einen Sieg, um es ins Viertelfinale zu schaffen. Dazu berechtigen die ersten beiden Plätze auf jeden Fall, auch zwei der drei Drittplatzierten ziehen in die K.o.-Runde ein. Auch Nigeria ist nach einer klaren Pleite gegen Australien, Deutschlands drittem Gegner an diesem Samstag, im ersten Turnierspiel bereits unter Zugzwang. «Wir erwarten eine sehr physische und athletische Mannschaft», sagte der 28 Jahre alte Lo, der mit einem «energischen Spiel» rechnet.

«Was wir machen müssen, um zu gewinnen? Wir müssen die letzten vier Minuten zu Ende spielen. Mit klarer Idee und Organisation», sagte Lo. Gegen Italien gab es eine Niederlage, weil sich die DBB-Auswahl am Ende nach langer Führung noch überrumpeln ließ. «Hätten wir die vier Minuten weitergespielt, hätten wir gewonnen», sagte Lo.

Nigeria tritt in Japan mit acht NBA-Profis an, nur die USA haben noch mehr Spieler aus der stärksten Liga der Welt im Kader. Im deutschen Team standen zuletzt nur Isaac Bonga (Washington Wizards) und Moritz Wagner (Orlando Magic) in der NBA unter Vertrag.


Triathletin Lindemann Achte bei Olympiasieg von Duffy

TOKIO: Triathletin Laura Lindemann hat eine Medaille bei den Olympischen Spielen am Ende deutlich verpasst. Die WM-Dritte von 2020 erreichte am Dienstag in Tokio nach aussichtsreichem Start als Achte das Ziel und lag 2:48 Minuten hinter Bermudas erster Olympiasiegerin Flora Duffy. Silber ging an die britische Weltmeisterin Georgia Taylor-Brown, Bronze sicherte sich die Amerikanerin Katie Zaferes. Die zweite deutsche Starterin Anabel Knoll aus Ingolstadt belegte mit 9:09 Minuten Rückstand Rang 31.

In ihrem letzten Trainingslager hatte die Potsdamerin Lindemann in einem Zelt die schwül-heißen Bedingungen simuliert. Am Wettkampftag in Japan zeigte sich das Wetter schließlich von einer komplett anderen Seite. Dauerregen und angenehme Temperaturen prägten den Morgen im Odaiba Marine Park. Da sich das Wasser im Zielbereich staute, wurde der Start um 15 Minuten verlegt.

Lindemann zeigte sich unbeeindruckt von den widrigen Umständen, kam als Siebte nach den 1,5 Kilometern Schwimmen aus dem Wasser und war in der Spitzengruppe dabei. Vor allem im hinteren Teil des Feldes kamen zahlreiche Fahrerinnen auf der nassen Fahrbahn zu Fall und die siebenköpfige Gruppe um Lindemann erzwang bereits auf den 40 Rad-Kilometern eine Vorentscheidung.

Die 25-Jährige fuhr auf dem technisch anspruchsvollen Kurs taktisch klug, beteiligte sich kaum an der Tempoarbeit und sparte Kräfte. Auf Platz zwei ging Lindemann in den abschließenden Lauf über zehn Kilometer, zeitgleich mit der Führenden Zaferes. Duffy sorgte früh für eine enorme Tempoverschärfung, der Lindemann nicht folgen konnte. Schnell geriet auch Zaferes außer Reichweite, von hinten kam Taylor-Brown. Auf der Schlussrunde zogen weitere Konkurrentinnen vorbei und die erhoffte Medaille war außer Reichweite.


Fischer wünscht Werth weitere Olympiasiege in Tokio

TOKIO: Die frühere Kanutin Birgit Fischer hätte kein Problem mit einer Ablösung als erfolgreichste deutsche Olympia-Teilnehmerin. «Es wird Zeit für jemand anderes, ich war das jetzt sehr lange», sagte Fischer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Dressurreiterin Isabell Werth (52) kann bei den Olympischen Spielen in Tokio mit zwei weiteren Goldmedaillen zu Fischer aufschließen, die acht Olympiasiege auf ihrem Konto hat. Die erste Gold-Chance für Werth bietet sich am Dienstag (10.30 Uhr MESZ) mit der Mannschaft. Die Reiterin und die sieben Jahre ältere frühere Ausnahmekanutin hätten dann jeweils achtmal olympisches Gold und viermal Silber gewonnen.

Die Olympiasiege sieben und acht «wünsche ich ihr», sagte Fischer: «Isabell Werth ist eine Frau, die so viel geleistet hat. Sie ist Trainerin und Sportlerin zugleich - so wie ich auch. Nur dass ich nicht ein Pferd, sondern mich trainiert habe.»

Fischer holte ihre Olympiasiege in einem Zeitraum von Moskau 1980 bis Athen 2004. Werth triumphierte erstmals 1992 in Barcelona mit ihrem fast schon legendären Pferd Gigolo. «Das ist eine großartige Leistung. Sie ist so lange dabei, das muss man erst mal schaffen», sagte Fischer. «Jeder, der zu Olympia fährt, muss ein hohes Maß an körperlicher und geistiger Fitness haben. Egal in welcher Sportart.»


Dopingverdacht: Triathletin Jelistratowa von Olympia ausgeschlossen

TOKIO: Die ukrainische Triathletin Julija Jelistratowa ist wegen Dopingverdachts vom olympischen Rennen ausgeschlossen worden.

Das teilten die Organisatoren am Montag mit. Bei der 33-Jährigen war bei einer Kontrolle vom 5. Juni eine verbotene Substanz entdeckt worden, der Triathlon-Weltverband war darüber am 24. Juli informiert worden. Jelistratowa ist nun vorläufig gesperrt und hat das Recht, die B-Probe analysieren zu lassen.

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