Kriminelle Ausländer im Visier der Polizei

Behörden verschärfen Kontrollen in Touristenorten und Grenzregionen

Ermittler und Sicherheitsbehörden präsentierten in Chonburi sichergestellte Sturmgewehre, Munition und weitere beschlagnahmte Gegenstände im Zusammenhang mit dem Fall Sun Mingchen. Bild: TMN.TV
Ermittler und Sicherheitsbehörden präsentierten in Chonburi sichergestellte Sturmgewehre, Munition und weitere beschlagnahmte Gegenstände im Zusammenhang mit dem Fall Sun Mingchen. Bild: TMN.TV

BANGKOK: Die thailändischen Behörden verstärken ihre Maßnahmen gegen internationale kriminelle Netzwerke, nachdem Sicherheitsbehörden vor zunehmenden Risiken durch grenzüberschreitende Kriminalität gewarnt haben.

Auslöser der aktuellen Ermittlungen ist der Fall des chinesischen Staatsangehörigen Sun Mingchen, der am 8. Mai 2026 in Huai Yai nahe Pattaya in der Provinz Chonburi festgenommen wurde. Der Verdächtige soll Verbindungen zu Cyberbetrug, Geldwäsche und organisiertem Verbrechen unterhalten haben.

Waffenfund bringt neue Erkenntnisse

Die Ermittlungen gewannen an Bedeutung, nachdem bei Durchsuchungen ein umfangreiches Waffenarsenal entdeckt worden war. Dabei stellten die Behörden Sturmgewehre, Handgranaten, Sprengstoff vom Typ C4, Munition sowie kugelsichere Westen sicher. Im Zuge der Untersuchungen wurden zehn weitere Verdächtige festgenommen. Fünf thailändische Staatsangehörige sollen Sun Mingchen mit Waffen versorgt haben.

Der Fall veranlasste Premierminister Anutin Charnvirakul, den nationalen Polizeichef Pol Gen Kittharath Punpetch und weitere hochrangige Sicherheitsvertreter zu einer dringenden Besprechung ins Regierungsgebäude einzuberufen.

Sicherheitsbehörden bleiben wachsam

Nach Angaben von Pol Lt Gen Jirabhop Bhuridej, stellvertretender nationaler Polizeichef, stelle Thailands Offenheit gegenüber Touristen, Investoren und Langzeitaufenthaltern sowohl einen Vorteil als auch eine sicherheitspolitische Herausforderung dar. Die große Zahl ausländischer Besucher und Einwohner erschwere die Überwachung und Überprüfung potenzieller Risiken. Im Fall Sun Mingchen gebe es bislang jedoch keine Hinweise auf konkrete Terrorpläne in Thailand. Vielmehr stünden persönliche Interessen am Sammeln von Waffen sowie Konflikte zwischen Betrügergruppen in einem Nachbarland im Vordergrund.

Dennoch wurden Polizei, Militär und Nachrichtendienste angewiesen, die Beobachtung von Personengruppen und Nationalitäten mit erhöhtem Risikopotenzial zu intensivieren.

Mehr Kontrollen in Touristengebieten

Besonderes Augenmerk richten die Behörden auf touristische Zentren, in denen sich ausländische Verdächtige leichter in bestehende Gemeinschaften integrieren können. Verstärkte Kontrollen und Ermittlungen finden derzeit unter anderem auf Koh Phangan, in Phuket, Pai und Hua Hin statt.

Auf Koh Phangan untersuchen Ermittler mutmaßliche Konstruktionen mit thailändischen Strohmännern, über die ausländische Staatsangehörige Grundstücke und Unternehmen kontrollieren sollen. Nach Angaben der Polizei wurden kürzlich mehr als zehn israelische Staatsangehörige abgeschoben, denen die unerlaubte Ausübung geschäftlicher Tätigkeiten vorgeworfen wird.

Landbesitz über Strohmänner verschleiert

Bei einer weiteren Razzia am 23. Mai 2026 stießen die Behörden auf Netzwerke, die Landbesitz über thailändische Anteilseigner verschleiert haben sollen. Insgesamt wurden 32 Unternehmen identifiziert, die mit 45 Grundstücken auf einer Fläche von mehr als 40 Rai in Verbindung stehen. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf über 200 Millionen Baht. Ein untersuchtes Unternehmen soll über thailändische Strohmänner den Besitz eines israelischen Staatsangehörigen verschleiert und gleichzeitig ein nicht genehmigtes Hotel betrieben haben.

Nach Angaben der Polizei erschweren insbesondere Sprachbarrieren die Arbeit der Ermittler. Chinesische und russische Staatsangehörige stellen einen großen Anteil der in Thailand lebenden Ausländer. Während chinesische Verdächtige häufig mit Online-Betrug und Callcenter-Banden in Verbindung gebracht würden, träten russische Staatsangehörige häufiger im Zusammenhang mit Kryptowährungsdelikten und Geldwäsche in Erscheinung.

Zusammenarbeit mit Interpol

Die thailändische Polizei arbeitet nach eigenen Angaben eng mit Interpol sowie ausländischen Strafverfolgungsbehörden zusammen, um gesuchte Straftäter aufzuspüren und Auslieferungen zu ermöglichen. Gleichzeitig kündigte die Regierung an, verstärkt gegen korrupte Beamte vorzugehen, die illegale Aktivitäten ausländischer Krimineller begünstigen könnten.

Sicherheitsbehörden überprüfen derzeit Waffenregistrierungen, Aufenthaltsdaten und Eigentumsstrukturen von Unternehmen. Die Bevölkerung wurde zudem aufgerufen, verdächtige Aktivitäten den Behörden zu melden. Nach Einschätzung der Polizei erkennen Anwohner ungewöhnliches Verhalten häufig früher als die Sicherheitskräfte selbst, insbesondere in Gebieten mit hohem Ausländeranteil. Sicherheit sei daher eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Bevölkerung.

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Roman Knöpfel 03.06.26 15:30
Kriminelle Ausländer
da denkt jeder an Rentner, die Ihren Lebensabend geniessen. Dabei hat die Drogen Mafia und andere kriminelle Organisationen, längst ihre Tentakel auch in Thailand ausgebreitet. Und darunter hat es eben auch, aber nicht nur, europäische Ableger. Wir sind im Verständnis um kriminelle Organisationen vielfach einfach zu naiv unterwegs,
Rolf W. Schwake 03.06.26 14:37
Interessant zu erfahren ...
... wäre allerdings, den prozentualen Anteil von FARANG-Rentnern zum einen an der Anzahl der kriminellen Ausländer und zum anderen an der Anzahl der Gesamt-Kriminellen in Thailand zu sehen.
Dann könnte man gezielte Visa-Politik betreiben, nicht Glaskugeloptik wie derzeit.
Jomtien Franky 03.06.26 05:00
Wieso träumen?
Herr Löhr hat doch völlig recht! Generell neigt der Mensch dazu, alles über einen Kamm zu scheren, und wenn eine grosse Gruppe Ausländer sich kriminell verhält, dann färbt das sehr wohl auf die anderen ab, die sich untadelig verhalten. Das hat doch mit träumen nix zu tun! Das ist doch genau das gleiche in Europa, da werden auch die Fremden unter Generalverdacht gestellt. Träumerei?
Helmut Loehr 02.06.26 18:20
Roman Knöpfel
Ich träume von meiner lieben Frau.
Roman Knöpfel 02.06.26 18:00
@ Helmut Loehr
Was träumen Sie nachts, wenn Sie bei Tageslicht solchen Unsinn posten.
Helmut Loehr 02.06.26 17:10
Kriminelle Ausländer
Es gibt einige Ausländer, die kriminelle Dinge tun. Alle anderen Ausländer die in Thailand leben, ein ordentliches Leben führen, werden von diesem Personenkreis in Mitleidenschaft gezogen. Ich bin mir sicher, gäbe es diesen kriminellen Personenkreis nicht, wäre der Aufenthalt in Thailand angenehmer. So wird jeder Ausländer ein Verdachtsfall. So etwas ist für alle ordentlichen Expats nicht gut. Leider..!

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