Waffenarsenal bei Chinesen entdeckt

Ermittler beschlagnahmen C4-Sprengstoff, M4-Sturmgewehre und Militärmunition

Sichergestellte Handgranaten und weitere explosive Gegenstände am Einsatzort in Huai Yai. Bild: TMN.TV
Sichergestellte Handgranaten und weitere explosive Gegenstände am Einsatzort in Huai Yai. Bild: TMN.TV

PATTAYA: Nach dem Fund eines umfangreichen Waffen- und Sprengstofflagers bei einem chinesischen Staatsangehörigen in einem Wohngebiet im Unterbezirk Huai Yai in der Provinz Chonburi haben thailändische Sicherheitsbehörden ihre Ermittlungen deutlich ausgeweitet. Im Fokus stehen inzwischen mögliche Verbindungen zu grenzüberschreitenden Netzwerken sowie Hinweise auf eine mögliche Vorbereitung schwerer Gewalttaten.

Der Einsatz begann am Freitagabend (8. Mai 2026), nachdem ein chinesischer Staatsangehöriger mit seinem Fahrzeug auf einer Straße entlang der Bahnlinie in Huai Yai gegen eine Betonbarriere geprallt war. Polizeibeamte der Polizeistation Na Jomtien fanden bei der Kontrolle des Fahrzeugs eine versteckte Schusswaffe und leiteten daraufhin weitere Ermittlungen ein. Diese führten zu einer Durchsuchung eines Wohnhauses in einem Wohnprojekt im Bezirk Bang Lamung.

C4-Fund löst Großeinsatz aus

Der chinesische Verdächtige stand nach dem Unfall mit seinem Fahrzeug auf der Straße in Huai Yai neben dem umgestürzten Wagen. Bild: TMN.TV
Der chinesische Verdächtige stand nach dem Unfall mit seinem Fahrzeug auf der Straße in Huai Yai neben dem umgestürzten Wagen. Bild: TMN.TV

Dort entdeckten Ermittler ein umfangreiches Arsenal mit Sturmgewehren, Pistolen, großer Mengen Munition, mehreren Handgranaten und weiteren Sprengkörpern. Besonders kritisch bewerteten die Behörden den Fund von C4-Sprengstoff, der teilweise mit einer kugelsicheren Weste und einem fernsteuerbaren Zündmechanismus verbunden war. Spezialisten des Entschärfungsdienstes mussten das Gebiet absperren und mehrere Wohnhäuser evakuieren, bevor die Sprengsätze unschädlich gemacht werden konnten.

Granaten, C4 und M4-Gewehre

Ermittler präsentierten sichergestellte M4-Sturmgewehre, Munition, Magazine und weitere Ausrüstung während der Untersuchung des Falls. Bild: TMN.TV
Ermittler präsentierten sichergestellte M4-Sturmgewehre, Munition, Magazine und weitere Ausrüstung während der Untersuchung des Falls. Bild: TMN.TV

Nach Angaben der Polizei wurden unter anderem vier Splitterhandgranaten gleicher Bauart, eine K75-Handgranate, vier als Sprengfallen ausgelegte Granaten in „Maiskolbenform“, weitere Sprengkörper, Zünder, mehrere C4-Blöcke, zwei M4-Sturmgewehre, eine Pistole sowie große Mengen unterschiedlicher Munition sichergestellt. Zudem fanden die Ermittler mehrere Liter Benzin in Kanistern.

Munition wohl aus Militärbeständen

Mehrere Kanister mit Benzin wurden im Bereich des Wohnhauses sichergestellt und als mögliche Beweismittel beschlagnahmt. Bild: TMN.TV
Mehrere Kanister mit Benzin wurden im Bereich des Wohnhauses sichergestellt und als mögliche Beweismittel beschlagnahmt. Bild: TMN.TV

Die Untersuchungen ergaben laut Polizei, dass ein Großteil der Munition für Sturmgewehre offenbar aus Beständen des thailändischen Militärs stammt. Hinweise darauf lieferten grün markierte Geschossspitzen, wie sie bei militärischer Munition üblich sind. Die Herkunft der übrigen Sprengkörper wird weiterhin untersucht. Nach ersten Erkenntnissen soll der Verdächtige Teile der C4-Konstruktionen selbst gebaut haben.

Verdächtiger reiste oft nach Kambodscha

Die Polizei entdeckte eine mit Sprengstoff verbundene Schutzweste mit Kabeln und Zündvorrichtung im Haus des Verdächtigen. Bild: TMN.TV
Die Polizei entdeckte eine mit Sprengstoff verbundene Schutzweste mit Kabeln und Zündvorrichtung im Haus des Verdächtigen. Bild: TMN.TV

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 30-jährigen chinesischen Staatsbürger. Er soll sich mit einem Thailand-Elite-Visum im Königreich aufgehalten haben. Ermittler stellten außerdem fest, dass der Mann zusätzlich im Besitz einer sogenannten „Pink Card“ für staatenlose Personen sowie eines Reisepasses aus Dominica war. Zwischen 2022 und 2026 reiste der Verdächtige laut Behörden dutzende Male zwischen Thailand und Kambodscha hin und her.

Ermittler werten Handyinhalte aus

Aufnahmen auf dem Mobiltelefon des Verdächtigen sollen ihn bei Übungen mit Sprengkörpern in Kambodscha zeigen. Bild: TMN.TV
Aufnahmen auf dem Mobiltelefon des Verdächtigen sollen ihn bei Übungen mit Sprengkörpern in Kambodscha zeigen. Bild: TMN.TV

Besondere Aufmerksamkeit erregten Inhalte auf dem Mobiltelefon des Verdächtigen. Nach Angaben der Ermittler fanden sich dort Suchanfragen in der KI-Anwendung ChatGPT zur Zerstörungskraft von C4-Sprengstoff und möglichen Auswirkungen einer Explosion. Die Polizei prüft deshalb, ob Vorbereitungen für einen Autobombenanschlag oder andere Formen eines schweren Gewaltverbrechens bestanden haben könnten. Zudem entdeckten die Ermittler Videos, die den Mann bei Schießübungen und Granatentraining gemeinsam mit kambodschanischen Spezialeinheiten zeigen sollen.

Ermittlungen massiv ausgeweitet

Weitere Handyvideos zeigen den Verdächtigen beim Schießen mit einer schweren Waffe und großkalibriger Munition. Bild: TMN.TV
Weitere Handyvideos zeigen den Verdächtigen beim Schießen mit einer schweren Waffe und großkalibriger Munition. Bild: TMN.TV

Pol Lt Gen Chatchai Surachetphong ordnete daraufhin eine umfassende Ausweitung der Ermittlungen an. Gemeinsam mit Pol Maj Gen Pongphan Wongmanithet, Pol Col Wasurat Chaitheerapat sowie Pol Col Chinawut Tangwonglert sollen nun internationale Verbindungen, Finanzströme und mögliche Unterstützer überprüft werden. Die Behörden schließen Verbindungen zu transnationalen Sicherheitsbedrohungen derzeit nicht aus.

Polizeiwaffe wird überprüft

Ein Teil der beschlagnahmten Munition wies grün markierte Geschossspitzen auf, die laut Polizei auf militärische Herkunft hindeuten. Bild: TMN.TV
Ein Teil der beschlagnahmten Munition wies grün markierte Geschossspitzen auf, die laut Polizei auf militärische Herkunft hindeuten. Bild: TMN.TV

Nach Angaben von Pol Maj Gen Pongphan Wongmanithet prüfen die Ermittler derzeit auch die Herkunft einer sichergestellten Pistole, die auf einen Polizeibeamten aus dem Großraum Bangkok registriert sein soll. Ob der Besitzer der Waffe in den Fall verwickelt ist, ist bislang unklar.

Zweifel an Aussage des Verdächtigen

Neben Waffen und Munition fanden die Ermittler auch Granaten, Sprengstoffe und technische Geräte im Haus des Verdächtigen. Bild: TMN.TV
Neben Waffen und Munition fanden die Ermittler auch Granaten, Sprengstoffe und technische Geräte im Haus des Verdächtigen. Bild: TMN.TV

Der Verdächtige erklärte während der ersten Vernehmung, dass er an Depressionen leide und die mit Sprengstoff präparierte Schutzweste für seinen Suizid vorbereitet habe. Die Polizei begegnet dieser Darstellung jedoch mit Skepsis und kündigte eine psychiatrische Untersuchung an.

Raum offenbar speziell präpariert

Polizeibeamte und Spezialkräfte besprechen das weitere Vorgehen vor dem Wohnhaus des Verdächtigen. Bild: TMN.TV
Polizeibeamte und Spezialkräfte besprechen das weitere Vorgehen vor dem Wohnhaus des Verdächtigen. Bild: TMN.TV

Nach Angaben des Entschärfungsdienstes war der Raum mit den Waffen und Sprengstoffen speziell vorbereitet worden. Der Verdächtige habe die Fenster mit hitzeabweisenden Materialien abgedeckt, um direkte Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen im Inneren zu verhindern.

Fall gilt als Sicherheitsbedrohung

Polizeibeamte führten den festgenommenen chinesischen Verdächtigen nach dem Einsatz aus dem Wohngebiet ab. Bild: TMN.TV
Polizeibeamte führten den festgenommenen chinesischen Verdächtigen nach dem Einsatz aus dem Wohngebiet ab. Bild: TMN.TV

Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul wurde inzwischen über den Fall informiert und ordnete eine schnelle Ausweitung der Ermittlungen auf alle möglichen Beteiligten an. Die Behörden behandeln den Fall inzwischen offiziell als Angelegenheit der nationalen Sicherheit.

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Rolf W. Schwake 10.05.26 14:01
Wurde das Elite-Visum....
... an die falsche Zielperson ausgegeben?
Daniel Metzger 09.05.26 16:10
Elite-Visum
Soso, mit dem Elite-Visum im Königreich? Dann sind also die gutbetuchten Touristen auch nicht die besten. Und wenn ich mir vorstelle: grosse Mengen an Munition aus thailändischen Armeebeständen. Es gibt scheinbar Soldaten, die Munition verkaufen anstatt sie bei den Übungen zu verschiessen. Ich denke, da gibt es noch einiges aufzuklären.
Roman Knöpfel 09.05.26 15:40
@ Franky
Waffen und Sprengstoff kannst Du weltweit so leicht erwerben wie Drogen, das ist absolut keine Kunst. Im Darknet findest Du alles, was Dein verwirrter Verstand begehrt, was ohne Zweifel eine Berdrohung der allgemeinen Sicherheit darstellt. Nominee Firmen sind meist mit mafiösen Strukturen verstrickt und daher nicht ur eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, sondern auch für die soziale und finanzielle Stabilität eines Staates!
Jomtien Franky 09.05.26 15:20
Der ist doch...
....krank im Kopp!!!!! Wie kommt man denn an all dieses Zeug ran? Und dieser Mistkerl würde jetzt hier unter uns weilen, wenn der nicht zu blöd wäre, Auto zu fahren!!! Um solche Delikte sollte sich die Polizei mal besser kümmern, und nicht um Öffnungszeiten von Bars oder Nominee Firmen. Die bedrohen nämlich nicht die Gesellschaft, aber sowas hier ist ja schon so mit das heftigste, was ich bisher gelesen habe. Dann sollen sie doch ihre unsinnigen Strassensperren auf der Sukhumvit mal dazu nutzen, und wirklich mal JEDES Fahrzeug nach Waffen untersuchen!

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