Dreister Schussangriff in Jomtien

Mann überlebt knapp – Opfer glaubt an Schutz durch Amulett

Der 35-jährige Fahrzeughalter zeigt die Einschusslöcher in der Fahrertür seines Honda City. Bild: TMN.TV
Der 35-jährige Fahrzeughalter zeigt die Einschusslöcher in der Fahrertür seines Honda City. Bild: TMN.TV

PATTAYA: Ein 35-jähriger Thailänder ist nach eigenen Angaben in Pattaya nur knapp einem tödlichen Schuss entgangen und schreibt seine Rettung mehreren Amuletten des Mönchs Luang Pho Ruay zu. Nachdem eine auf sein Gesicht gerichtete Pistole offenbar versagte, schoss der mutmaßliche Täter wenig später zweimal auf sein Auto. Die Polizei ermittelt.

Am Freitag (10. Juli 2026) um 06.49 Uhr wurde die Polizei von Pattaya zu einer Schießerei auf der Jomtien Second Road nahe der Einmündung zur Soi Jomtien 5 gerufen. Beamte sowie Ermittler eilten zum Tatort.

Zwei Einschüsse in der Fahrertür

Dort fanden sie einen weißen Honda City mit dem Kennzeichen aus der Provinz Nakhon Ratchasima, der am Straßenrand abgestellt war. In der Fahrertür befanden sich zwei Einschusslöcher. Rund zehn Meter entfernt entdeckten die Beamten auf dem Gehweg zwei Patronenhülsen des Kalibers .380, die als Beweismittel sichergestellt wurden.

Eine am Tatort sichergestellte Patronenhülse soll von den abgegebenen Schüssen stammen. Bild: TMN.TV
Eine am Tatort sichergestellte Patronenhülse soll von den abgegebenen Schüssen stammen. Bild: TMN.TV

Der 35-jährige Fahrzeughalter, genannt „Boy“, erklärte, dass er sich kurz zuvor auf der Heimfahrt mit einem Mann gestritten habe, der unter dem Namen „Oh, Jomtien Soi 3“ bekannt sei. Auslöser sei ein provozierender Blickkontakt mit anschließenden gegenseitigen Provokationen gewesen. Nachdem er nach Hause gefahren sei, habe ihn der Kontrahent bis vor sein Haus verfolgt, um die Auseinandersetzung fortzusetzen.

Täter kehrt mit Verstärkung zurück

Nach Angaben des Geschädigten forderte er seinen Gegner zu einem Faustkampf Mann gegen Mann auf. Dieser habe sich jedoch zurückgezogen und sei wenig später mit einem mutmaßlichen Komplizen zurückgekehrt, der ein Messer bei sich getragen habe.

Der Geschädigte schilderte weiter, dass der als „Oh“ bekannte Mann anschließend eine Pistole gezogen, sie ihm direkt ins Gesicht gehalten und abgedrückt habe. Der Schuss habe sich jedoch wegen einer Ladehemmung beziehungsweise einer Fehlfunktion der Munition nicht gelöst. Dadurch sei er nur knapp mit dem Leben davongekommen. Die beiden Verdächtigen seien anschließend auf Motorrädern geflüchtet. Der mutmaßliche Schütze flüchtete auf einer schwarzen Honda Wave 125. Einer der Täter wird als etwa 35 bis 40 Jahre alt beschrieben. Er trug eine cremefarbene Kappe, ein gelbes T-Shirt, Jeans und Sandalen.

Flucht endet mit weiteren Schüssen

Nachdem sich Thawatchai gefasst hatte, nahm er gemeinsam mit Freunden die Verfolgung auf. Als sie die Einmündung der Soi Jomtien 5 zur Jomtien Second Road erreichten und ihr Fahrzeug abbremsten, entdeckte ein Mitfahrer das Motorrad des Kontrahenten. Plötzlich eröffnete der Täter erneut das Feuer und schoss zweimal auf den Honda. Beide Geschosse trafen die Fahrertür. Anschließend flüchtete der Schütze in Richtung der Kreuzung Nong Phong.

Ein Polizeibeamter nimmt die Aussage des Geschädigten zum Ablauf der Schussattacke auf. Bild: TMN.TV
Ein Polizeibeamter nimmt die Aussage des Geschädigten zum Ablauf der Schussattacke auf. Bild: TMN.TV

Thawatchai erklärte, dass er großes Glück gehabt habe, dass sich der auf sein Gesicht gerichtete Schuss nicht gelöst habe. Andernfalls wäre er vermutlich getötet worden. Er zeigte Reportern mehrere Amulette des verehrten Mönchs Luang Pho Ruay, von deren Schutzwirkung er überzeugt ist.

Kripo wertet Überwachungsvideos aus

Die Kriminalpolizei sicherte Spuren am Tatort und wertet Überwachungskameras des Opfers sowie aus der Umgebung aus, um den Fluchtweg der Täter nachzuvollziehen. Nach Angaben der Polizei sind die Ermittlungen bereits weit fortgeschritten, da das Opfer die mutmaßlichen Täter kennt und Videoaufnahmen als Beweismittel vorliegen.

Der Geschädigte zeigt die Amulette, denen er seine Rettung zuschreibt. Bild: TMN.TV
Der Geschädigte zeigt die Amulette, denen er seine Rettung zuschreibt. Bild: TMN.TV

Die Beamten rieten dem Geschädigten, offiziell Strafanzeige zu erstatten. Anschließend sollen die Beweise für die Beantragung von Haftbefehlen zusammengetragen und die Verdächtigen festgenommen werden.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.