PATTAYA: Nach der Brandkatastrophe in einem Restaurant mit Live-Musik in Bangkok, bei der 28 Menschen ums Leben kamen, hat die Provinz Chonburi umgehend reagiert. Auf Anordnung des Gouverneurs überprüften die Behörden in Pattaya zahlreiche Unterhaltungsbetriebe und Nachtclubs auf ihre Brandschutzstandards. Dabei wurden Mängel festgestellt und den Betreibern kurzfristige Nachbesserungen auferlegt.
Am Montagabend (13. Juli 2026) ordnete der Gouverneur der Provinz Chonburi, Narit Niramyawong, umfassende Kontrollen von Unterhaltungsbetrieben in Pattaya an. Der stellvertretende Gouverneur Isara Charoenchasri leitete gemeinsam mit dem Bezirksvorsteher von Bang Lamung, Anusak Piriyamorn, Pattayas kommissarischem Stadtsekretär Kiatisak Sriwongchai, Pol Col Anek Sarathongyu, Leiter der Polizeiwache Pattaya City, sowie Vertretern der Bezirksverwaltung, der Polizei, der Bauaufsicht der Stadt Pattaya und der Feuerwehr einen gemeinsamen Einsatz.
Behörden verschärfen Kontrollen

Ziel der Inspektionen war es, die Brandschutzmaßnahmen in Unterhaltungsbetrieben und auf der Walking Street zu verschärfen sowie das Vertrauen von Einwohnern und Touristen in die Sicherheit der Einrichtungen zu stärken.
Nach Brand in Bangkok mit 28 Todesopfern

Die Kontrollen sind eine direkte Reaktion auf den Brand in einem Restaurant mit Live-Musik im Bangkoker Stadtteil Lat Phrao nahe der Soi Lat Phrao 1 am vergangenen Sonntagabend (12. Juli 2026). Bei dem Unglück kamen 28 Menschen ums Leben, weitere 74 wurden verletzt. Nach bisherigen Erkenntnissen breiteten sich die Flammen rasch über die Zwischendecke aus. Giftiger Rauch aus den verwendeten Dekorationsmaterialien sowie unzureichende Fluchtmöglichkeiten könnten maßgeblich zu der hohen Zahl der Opfer beigetragen haben.
Kontrollen aller Sicherheitssysteme

Die Behörden überprüften deshalb insbesondere die Sicherheitsstandards der Betriebe. Im Fokus standen Brandmeldeanlagen, Feuerlöscheinrichtungen, elektrische Anlagen, Baugenehmigungen, verwendete Innenausbaumaterialien, die Funktionsfähigkeit der Notbeleuchtung, gut sichtbare Fluchtwegschilder sowie die Gestaltung der Flucht- und Rettungswege und die Einhaltung der gesetzlich zulässigen Besucherzahlen.
Kontrollen decken Mängel auf

Zunächst wurden die Betriebe The Garden 168, Mahanakhon Pattaya und Jerdjarus 90's Bar & Restaurant kontrolliert. Nach Angaben der Behörden verfügten die Lokale zwar grundsätzlich über Brandschutzeinrichtungen, dennoch wurden mehrere Mängel festgestellt, die kurzfristig behoben werden müssen.
Die Behörden forderten insbesondere:
- Fluchtwegschilder müssen deutlich sichtbar sein und auch bei Stromausfall erkennbar bleiben.
- Die Notbeleuchtung muss ausreichend hell sein, um im Ernstfall eine sichere Evakuierung zu ermöglichen.
- Notausgänge müssen jederzeit benutzbar und frei von Hindernissen sein.
- Feuerlöscher müssen in der vorgeschriebenen Höhe von 1,50 Metern angebracht, jederzeit einsatzbereit und regelmäßig überprüft werden.
- Flure und Fluchtwege dürfen nicht durch Gegenstände oder Einrichtungen blockiert werden.
- Betreiber müssen die zulässige Höchstzahl an Gästen einhalten und Evakuierungspläne für Notfälle erstellen.
Anschließend kontrollierten die Einsatzkräfte fünf Nachtclubs in der Pattaya Walking Street. Überprüft wurden Jannaat Club Pattaya, Jalwa Club, Boss Club, Leela Club und Kamaa Club Pattaya.
Fluchtwege müssen frei bleiben

Den Betreibern wurde aufgegeben, Hindernisse auf Fluchtwegen zu entfernen, zusätzliche Hinweisschilder für Notausgänge an Vorder- und Rückseite der Gebäude anzubringen, die Notbeleuchtung entlang sämtlicher Fluchtwege auszubauen sowie sicherzustellen, dass Notausgänge im Ernstfall sofort geöffnet werden können. Beschädigte Feuerlöscher müssen unverzüglich ersetzt werden.
Nachkontrolle in einer Woche

Darüber hinaus wurden die Betreiber angewiesen, ihre Brandmeldeanlagen zu überprüfen, das Personal im Umgang mit Feuerlöschern zu schulen und strukturierte Evakuierungspläne für Gäste vorzubereiten. Bereits innerhalb einer Woche wollen die Behörden erneut kontrollieren, ob die angeordneten Maßnahmen umgesetzt wurden. Bei Verstößen drohen rechtliche Konsequenzen.
Null Toleranz bei Sicherheitsmängeln

Chonburis stellvertretender Gouverneur Isara Charoenchasri erklärte, dass Gouverneur Narit Niramyawong der Sicherheit von Einwohnern und Touristen höchste Priorität beimesse. Gerade Pattaya als internationales Tourismuszentrum müsse höchste Sicherheitsstandards gewährleisten. Alle Betreiber seien verpflichtet, diese Vorschriften strikt einzuhalten, um eine Wiederholung einer derartigen Tragödie zu verhindern.
ehörden empfehlen Wassernebellöscher

Nach Angaben der Reporter vor Ort empfahlen die Behörden den Betreibern außerdem, den Einsatz von Wassernebel-Feuerlöschern (Water Mist) beziehungsweise benutzerfreundlichen Löschsystemen zu prüfen. Im Gegensatz zu Pulverlöschern wird dabei kein Löschpulver freigesetzt. Das kann je nach Einsatzsituation die Sicht verbessern und die Belastung der Atemwege verringern. Die Auswahl der Feuerlöscher müsse jedoch stets auf die jeweilige Brandgefahr und die vorhandenen Brandlasten abgestimmt sein und den geltenden Sicherheitsvorschriften entsprechen.
Vorbeugung gegen Brandkatastrophen

Die groß angelegte Kontrollaktion ist Teil einer verschärften Präventionsstrategie der Provinz Chonburi und der Stadt Pattaya. Ziel ist es, den Brandschutz in Unterhaltungsbetrieben nachhaltig zu verbessern, das Risiko schwerer Brände zu verringern und das Vertrauen von Einwohnern und Touristen in die Sicherheit der Urlaubsstadt zu stärken.