Hohe Nachfrage nach Co-Payment-Programm

Mehr als 1,08 Milliarden Baht Umsatz am ersten Tag

Foto: epa/Rungroj Yongrit
Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Das neue staatliche Kofinanzierungsprogramm „Thais Help Thais“ hat am ersten Tag Ausgaben von mehr als 1,08 Milliarden Baht ausgelöst. Die hohe Beteiligung wird von der Regierung als Hinweis auf die anhaltende Belastung vieler Haushalte durch steigende Lebenshaltungskosten gewertet.

Bis 17.00 Uhr am Montag (1. Juni 2026) wurden nach offiziellen Angaben Einkäufe im Wert von 1,084 Milliarden Baht über das Programm abgewickelt. Rund fünf Millionen Menschen nutzten ihre Leistungen bei mehr als 566.000 teilnehmenden Geschäften im ganzen Land.

26 Millionen Teilnehmer zugelassen

Insgesamt wurden mehr als 26 Millionen Personen für die Teilnahme zugelassen. Gleichzeitig registrierten sich 865.524 Unternehmen erfolgreich für das Programm, darunter 72.747 neu angemeldete Händler.

Die bisher erfassten Umsätze stammen ausschließlich aus Einkäufen in teilnehmenden Geschäften. Ab dem 15. Juni 2026 sollen auch Lieferplattformen für Speisen in das Programm einbezogen werden, wodurch die Ausgaben weiter steigen könnten.

Premierminister Anutin Charnvirakul warb am Montag in sozialen Medien für die Initiative und rief die Bevölkerung dazu auf, die angebotenen Leistungen zu nutzen und lokale Unternehmen zu unterstützen.

Programm soll Haushalte entlasten

Vizepremier- und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas erklärte, dass das Programm Haushalte bei den täglichen Ausgaben entlasten solle. Die Maßnahme komme zu einem Zeitpunkt, an dem viele Familien unter den Folgen globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten litten. Dazu zählten unter anderem steigende Energiekosten infolge der Spannungen im Nahen Osten.

Nach Angaben des Ministers übernimmt der Staat bei jedem förderfähigen Einkauf 60 Prozent der Kosten. Dadurch würden Waren des täglichen Bedarfs für Verbraucher erschwinglicher. Ekniti machte sich bei einem Besuch des Thonburi-Marktes im Bangkoker Bezirk Thawi Watthana persönlich ein Bild vom Programmstart.

KI-Funktion unterstützt Händler

Sowohl Verbraucher als auch Händler hätten die Registrierung und die Bezahlung über das System als einfach und benutzerfreundlich beschrieben. Zudem verwies der Finanzminister auf die neue KI-Funktion „Nok Krasip“ („Flüsternder Vogel“) innerhalb der staatlichen Zahlungsanwendung Thung Ngern. Das System liefert Händlern Informationen zu Verkaufszahlen, umsatzstarken Zeiten, Durchschnittspreisen und Kostenentwicklungen. Die erfassten Geschäftsdaten könnten künftig auch bei Kreditanträgen, insbesondere bei staatlichen Banken, hilfreich sein und die Abhängigkeit von informellen Geldverleihern verringern.

Auf Märkten im ganzen Land machten zahlreiche Händler mit „60/40“-Schildern auf ihre Teilnahme aufmerksam. Viele berichteten von einer deutlich höheren Kundenfrequenz als an gewöhnlichen Tagen.

Verkäufer verzeichnen mehr Kundschaft

Eine 27-jährige Lebensmittelverkäuferin aus Khon Kaen erklärte Reportern, dass ihr Umsatz spürbar gestiegen sei. Kunden, die normalerweise nur eine Mahlzeit kauften, würden nun häufig zwei oder drei Portionen erwerben. Zudem würden erstmals auch Kunden bei ihr einkaufen, die ihren Stand zuvor zwar kannten, dort jedoch noch nie etwas gekauft hatten.

Die Händlerin bezeichnete das Programm als sinnvoller als direkte Geldgeschenke, da es gezielt den Kauf von Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs fördere.

Auch eine 63-jährige Händlerin hofft auf eine Belebung ihres Geschäfts nach mehreren Monaten schwacher Umsätze. Besonders nach den hohen Ausgaben vieler Familien zum Beginn des neuen Schuljahres sei die Nachfrage deutlich zurückgegangen.

Viele Verbraucher berichteten, dass sie die Förderung vor allem zum Kauf von Haushaltswaren wie Speiseöl, Instantnudeln, Gewürzen, Getränken und Einwegwindeln nutzten.

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Norbert Schettler 03.06.26 13:10
Laddawan
Bei den "Bedürftigen" mit den Sozialhilfekarten geht das auch genau so. Für die 1.000 Baht, die diesen und nächsten Monat für den Einkauf gutgeschrieben werden, kann man sich beim Händler auch 900 Baht auszahlen lassen. Der Rest geht unter "loi la sip", also 10 Baht für 100 als "Gebühr". Vorgestern, also direkt am 1., wurde das in unserem Haushalt so praktiziert. Kontrolle? Wie soll das funktionieren?
Laddawan Sukkon 03.06.26 10:00
@Sky
Die Übung wird aus Steuergelder finanziert (wie auch die überlebensnotwendigen U-Boote, die geplanten sechs neuen Flughäfen, die Landbrücke von Chumpon nach Ranong, die Brücke nach Samui etc.). Wenn der Saft ausgeht, bedient man sich dem Brüsseler Modell und druckt einfach Geld.

Nicht nur Einkäufe über Lieferdienste sind fraglich sondern es fehlt an der Umsetzungskontrolle. Ein Gärtner erzählte, ohne mit der Wimper zu zucken, dass er seine 40% bar auf die Hand ausbezahlt erhält gegen eine "Inkassogebühr" des Händlers von 30 Baht pro Transaktion.

Noch Fragen?
Sky 02.06.26 21:20
Alles schön und gut... allerdings wären das an "einem Tag" rund 650 Mio. Baht auf Staatskosten. Wie lange soll das gut gehen bis der Staat bankrott ist? Das Geld fehlt dann woanders. Wie soll das finanziert werden? Und im Übrigen...Thais, die bei Lieferdiensten bestellen, können sich das meiner Meinung nach eh leisten. Die Idee wurde nicht zu Ende gedacht und wird wahrscheinlich schnell wieder verschwinden und am Ende bleiben noch größere Probleme für die klamme Staatskasse.

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