BANGKOK: Die Situation in Thailand ist derzeit deutlich unsicherer als in Indien. In Indien hat sich die Lage gerade erst geklärt: Der Sender bzw. Medienkonzern Zee Entertainment Enterprises hat die Rechte für die FIFA-Weltmeisterschaften 2026 und 2030 erworben. Der Deal wurde nur wenige Tage vor Turnierbeginn abgeschlossen.
Für Thailand gibt es dagegen nach aktuellem Stand noch keinen offiziell bestätigten Rechteinhaber. Die Verhandlungen zwischen FIFA, der thailändischen Regierung, der Regulierungsbehörde NBTC und möglichen privaten Partnern laufen weiterhin.
Die Hauptprobleme sind:
- FIFA verlangt Berichten zufolge zwischen 1,3 und 1,7 Milliarden Baht für die Rechte – deutlich mehr als Thailand ursprünglich ausgeben wollte.
- Wegen der Austragung in Nordamerika finden viele Spiele in Thailand nachts bzw. frühmorgens (ca. 03.00–09.00 Uhr) statt, was die Werbeeinnahmen reduziert.
- Die Regierung hat öffentlich erklärt, dass der Preis derzeit als schwer zu rechtfertigen gilt und noch nachverhandelt wird. Interessant ist auch, dass Thailand laut Berichten Ende Mai zu den wenigen ASEAN-Ländern gehörte, die die WM-Rechte noch nicht gesichert hatten, während Länder wie Vietnam, Indonesien, Malaysia, Singapur und die Philippinen bereits Vereinbarungen abgeschlossen hatten.
Indien hat die WM-Rechte inzwischen gesichert, Thailand dagegen noch nicht. Es wird zwar weiterhin verhandelt, aber wenige Tage vor Turnierbeginn ist noch offen, auf welchem Sender oder welcher Streaming-Plattform die WM 2026 in Thailand übertragen wird. Ob es für Sender überhaupt möglich ist, in so kurzer Zeit alle Programme zu ändern und die Journalisten und Kommentatoren zu verpflichten, ist fraglich. Sie würden wohl nur im Studio in Bangkok sein, Reisen an die Spiele und die technischen Aufwendungen sind kaum mehr möglich.