Kleine Cannabis-Shops unter Druck

Neue Regeln gefährden Existenz

Eine ausländische Touristin geht an einem Cannabis-Shop in der beliebten Touristenstraße Khaosan Road in Bangkok vorbei. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Eine ausländische Touristin geht an einem Cannabis-Shop in der beliebten Touristenstraße Khaosan Road in Bangkok vorbei. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Kleinunternehmer und Angestellte von Cannabis-Shops in Thailand schlagen Alarm: Die überraschend verschärften Vorschriften des Gesundheitsministeriums bedrohen ihre wirtschaftliche Existenz.

Eine vom Ministerium am 23. Juni 2025 unterzeichnete Verordnung erlaubt den Verkauf von Cannabisblüten nur noch zu medizinischen Zwecken – und ausschließlich an Patienten mit ärztlichem Rezept und medizinischem Attest. Die Regelung trat am letzten Donnerstag (26. Juni 2025) in Kraft.


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Zudem kündigte Gesundheitsminister Somsak Thepsutin an, Cannabis in naher Zukunft wieder als Betäubungsmittel einzustufen. Zwar hatten frühere Gesetzesänderungen den Aufbau eines blühenden Marktes ermöglicht, doch viele rechtliche Fragen – etwa zur Rolle traditioneller Heilkunde – bleiben weiterhin ungeklärt.

Kostenexplosion: Cannabispreis verdreifacht sich

Für Pan (37), Betreiber des Shops „Apollo Cannabis 1988“ in Bangkok, haben die neuen Regeln unmittelbare Folgen: „Wir müssen Cannabis jetzt von staatlich zertifizierten Lieferanten kaufen. Früher kostete ein Gramm im Großhandel rund 40 Baht. Über Nacht ist der Preis dramatisch auf 120 Baht pro Gramm gestiegen.“ Seine eigene Anbaufläche erfüllt nicht die geforderte GACP-Zertifizierung (Good Agricultural and Collection Practices) – damit fällt eine wichtige Einnahmequelle weg.

Cannabisblüten in Gläsern: Neue Vorschriften und teurere Beschaffung stellen Shops in Thailand vor Probleme. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Cannabisblüten in Gläsern: Neue Vorschriften und teurere Beschaffung stellen Shops in Thailand vor Probleme. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

Auch andere Geschäftsinhaber stehen vor gravierenden Herausforderungen. Viele Läden müssen nun medizinisches Fachpersonal anstellen, um weiter verkaufen zu dürfen – etwa Ärzte, Apotheker oder traditionell ausgebildete Heiler. Bank (28), Angestellter bei „B Good @21Market“, berichtet: „Wir mussten sofort mit dem Einstellungsprozess beginnen. Wir haben keine Wahl – wir müssen uns an die Vorschriften halten.“

Zweifel an Qualität trotz staatlicher Zertifizierung

Nicht jeder ist überzeugt vom Nutzen der neuen Standards. Ham (23), Mitarbeiter bei „Friendly Cannabis“, zweifelt an der Qualität staatlich zertifizierter Produkte: „Aus meiner Erfahrung heraus garantiert GACP weder Reinheit noch Qualität – chemische Verunreinigungen sind trotzdem möglich.“

Hinzu kommen zusätzliche bürokratische Hürden: Alle Käufer müssen künftig eine sogenannte Patientenkarte vorlegen – auch Touristen. „Das schreckt Besucher ab“, sagt Pan. „Die Karte ist ein Jahr gültig, verursacht aber zusätzliche Kosten und Aufwand.“

Strengere Regeln könnten Markt bereinigen – doch vielen droht das Aus

Trotzdem erkennt Pan auch einen positiven Aspekt: „Die neuen Regeln werden unseriöse Anbieter vom Markt verdrängen.“ Doch für viele kleine Betriebe kommt die Regulierung zu abrupt. Ohne klare Übergangsfristen droht vielen das Aus – noch bevor sie sich auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen können.

Die einst boomende Branche, die viele Hoffnungen für lokale Wirtschaft und Tourismus geweckt hatte, sieht sich nun mit Unsicherheit, hohen Kosten und wachsender Bürokratie konfrontiert.

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