China-Bahnprojekt bleibt auf Regierungskurs

Erste Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Korat soll 2030 eröffnet werden

Der Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bangkok und Nong Khai ist Teil der geplanten Bahnverbindung von Kunming bis Singapur. Archivbild: Wu Hong
Der Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bangkok und Nong Khai ist Teil der geplanten Bahnverbindung von Kunming bis Singapur. Archivbild: Wu Hong

BANGKOK: Thailand will den Bau des ersten Abschnitts seiner Hochgeschwindigkeitsstrecke nach China bis zum Jahr 2030 abschließen. Das Vorhaben wurde nach dem Ende des fünftägigen China-Besuchs von Premierminister Anutin Charnvirakul bekräftigt. Wie die Regierung am Montag (20. Juli 2026) mitteilte, soll zunächst die rund 250 Kilometer lange Strecke zwischen Bangkok und der Provinz Nakhon Ratchasima fertiggestellt werden.

Die Hochgeschwindigkeitsverbindung ist Teil eines von China vorangetriebenen internationalen Bahnnetzes, das auf einer Gesamtlänge von rund 3.900 Kilometern die südwestchinesische Metropole Kunming mit Singapur verbinden soll. Im nächsten Schritt bereitet Thailand den Baubeginn der zweiten Ausbaustufe von Nakhon Ratchasima bis Nong Khai an der Grenze zu Laos vor.

Anschluss über Laos nach China

Dort wird die Strecke an die bereits bestehende Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Laos und Kunming angeschlossen. Nach Fertigstellung soll Thailand damit erstmals direkt an das chinesische Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden sein.

Parallel dazu treibt die Regierung den Ausbau einer weiteren Nord-Süd-Schienenverbindung auf konventioneller Spurweite voran. Diese soll künftig Laos im Norden mit Malaysia im Süden verbinden und die grenzüberschreitende Güter- und Personenbeförderung weiter verbessern.

Mehr Exporte nach China geplant

Auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit stand im Mittelpunkt der Gespräche. Thailand bat China, seine Importe thailändischer Früchte und verarbeiteter Lebensmittel auszuweiten. China ist nach den USA der zweitgrößte Exportmarkt des Königreichs.

Darüber hinaus vereinbarten beide Länder die Einrichtung eines gemeinsamen Dialogmechanismus für Außen- und Verteidigungsfragen. Zudem soll die Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie sowie bei der Ausbildung von Personal intensiviert werden.

Mehr Kooperation gegen Cyberbetrug

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität. Thailand und China wollen künftig Geheimdienstinformationen sowie Transaktionsdaten austauschen, um Online-Betrug und Finanzkriminalität wirksamer zu bekämpfen.

Thailand beteiligt sich bereits an regionalen Maßnahmen gegen grenzüberschreitend operierende Betrugsnetzwerke. Diese unterhalten unter anderem in Myanmar und Kambodscha sogenannte Scam-Zentren, von denen aus weltweit Menschen mit illegalen Online-Betrugsmaschen um Milliardenbeträge geschädigt werden.

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Roman Knöpfel 21.07.26 18:10
@ Chris Jomtien
China, laos & Vietnam hatten aus Gründen keine Regierungswechsel, wogegen Thailand ca. 4 verschieden Regierungen an der Spitze des Landes zu verkraften hatte. Unt in Thailand ist halt so, dass eine neue Regierung, die Entscheidungen der Alten als Nobes abtut und andere Prioritäten setzt. So sind natürlich solch gigantische Projekte halt schwierig zeitgemäss umzusetzen. Anbei. möchte ich noch anfügen, dass man, wenn man die Projektverspätung der DB im Nord-/Süd Güterverkehr anschaut, muss man nicht auf TH schimpfen.
Chris Jomtien 21.07.26 17:34
@Ingo Kerb
Wo waren Sie in den vergangenen 10 Jahren? Die Hochgeschwindigkeits-Bahnsstecke von Kunming nach Shanghai wurde im Dezember 2016 eröffnet und deren Erweiterung durch Laos bis Vientiane wurde im Dezember 2020, trotz Corona, ohne einen einzigen Tag Verspätung eröffnet. Einzig Thailand, das vorher noch verächtlich scherzte das Laos das Projekt niemals schaffen würde, liegt mittlerweile rund 2 Jahrzehnte hinter der eigenen Planung zurück. Statt dieses Projekt mit Elan voranzutreiben um den Anschluss an die modernere Welt hinter dem Mekong zurück zu gewinnen, wurden und werden weiterhin Abermilliarden in den Ausbau der Schmalspurbummelbahn versenkt. Im Grunde genommen könnte Thailand jedoch sofort seine Pläne zum Bau der Highspeed Strecke begraben, denn längst haben Laos und Vietnam eine alternative Lösung, unter Umgehung von Thailand, in Planung. Als erstes Teilstück ist zur Zeit eine Bahnstrecke von Takhek zum laotischen Tiefseehafen in der finalen Planungsphase. Anmerkung: Doch, @MiCHel, obwohl Laos nicht am Meer liegt, besitzt es einen Tiefseehafen, gepachtet von Vietnam. Bis zur Fertigstellung dieses Hafens lief der größte Teil des internationalen Güterverkehr von und nach Laos über die Mitraparp Road (Friendship Highway) zum thailändischen Tiefseehafen Laem Chabang.
Ingo Kerp 21.07.26 13:30
Die Streckenführung innerhalb von China wird definitiv im Zeitplan liegen. Man kann nur hoffen, das China darauf drängen wird, das Thailand ebenso zügig arbeitet und es keine Verzögerungen, welcher Art auch immer, geben wird.

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