BANGKOK: Das thailändische Department of Disease Control hat eine öffentliche Anhörung zur möglichen Wiedereinführung von Raucherbereichen innerhalb der Passagierterminals internationaler Flughäfen gestartet. Über die zentrale Gesetzgebungsplattform können Bürger, Behörden, Unternehmen und weitere Interessengruppen Stellung dazu nehmen, ob die geltenden Vorschriften entsprechend angepasst werden sollen.
Hintergrund ist eine Überprüfung der derzeitigen Regelung nach dem Tobacco Products Control Act B.E. 2560 (2017). Das Gesetz ermächtigt den Gesundheitsminister auf Empfehlung des National Tobacco Products Control Committee, öffentliche Orte ganz oder teilweise als Nichtraucherbereiche auszuweisen. Gleichzeitig erlaubt es grundsätzlich die Einrichtung von Raucherzonen innerhalb solcher Bereiche, sofern dies angemessen ist und den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Nach den derzeit gültigen Bestimmungen gelten Flughäfen jedoch als Nichtraucherbereiche. Raucherzonen dürfen ausschließlich außerhalb von Gebäuden und Terminalanlagen eingerichtet werden. Sämtliche Innenbereiche von Flughafengebäuden sind daher rauchfrei.
Sicherheitsbereich als Hindernis
Nach Angaben der Behörde ergeben sich insbesondere an internationalen Flughäfen besondere Herausforderungen. Internationale Fluggäste, Transit- und Transferpassagiere sowie Reisende, die sich nach der Sicherheits- und Passkontrolle über längere Zeit im Sicherheitsbereich aufhalten, haben in der Regel keine Möglichkeit, die außerhalb des Terminals gelegenen Raucherzonen zu nutzen. Ein Verlassen des kontrollierten Bereichs und eine anschließende Rückkehr sind aus Sicherheits- und Einreisegründen im normalen Reiseablauf nicht möglich.
Vor diesem Hintergrund prüft das Department of Disease Control, ob unter bestimmten Voraussetzungen Raucherbereiche innerhalb internationaler Passagierterminals zugelassen werden sollten. Ziel ist es, die besonderen räumlichen Gegebenheiten internationaler Flughäfen sowie die Situation von Fluggästen mit langen Wartezeiten im Sicherheitsbereich zu berücksichtigen.
Schutz für Personal und Passagiere
Eine mögliche Änderung der Vorschriften würde sowohl Raucher als auch Nichtraucher betreffen. Darüber hinaus wären Beschäftigte und Gewerbetreibende innerhalb der Terminals betroffen, die täglich viele Stunden in den Gebäuden verbringen. Im Mittelpunkt der Prüfung stehen daher der Schutz der Gesundheit von Nichtrauchern, das Wohlbefinden der Beschäftigten, die Organisation der Terminalflächen sowie praktische Anforderungen an den Betrieb möglicher Raucherbereiche.
Zu den offenen Fragen gehören unter anderem die Kosten und Zuständigkeiten für leistungsfähige Lüftungs- und Abluftsysteme, die Einhaltung technischer Standards, deren regelmäßige Wartung sowie Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Rauch weder in benachbarte Bereiche gelangt noch andere Terminalnutzer beeinträchtigt. Die Entscheidung berührt damit sowohl Aspekte des Gesundheitsschutzes als auch wirtschaftliche und betriebliche Fragestellungen.
Anhörung zu zwei Kernfragen
Im Rahmen der öffentlichen Anhörung stehen zwei Kernfragen im Mittelpunkt. Zum einen soll geklärt werden, ob Raucherbereiche innerhalb der Passagierterminals internationaler Flughäfen grundsätzlich wieder zugelassen werden sollen. Zum anderen geht es darum, welche baulichen, technischen und organisatorischen Anforderungen erfüllt sein müssten, damit solche Bereiche andere Personen im Terminal weder beeinträchtigen noch belästigen.
Die Ergebnisse der Anhörung sollen in die Entscheidung einfließen, ob die entsprechende Verordnung des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2018 geändert wird.
Raucherkabinen gab es bereits
Kritiker der geltenden Regelung verweisen darauf, dass es an Thailands internationalen Flughäfen bereits über Jahre hinweg geschlossene Raucherkabinen mit separaten Abluft- und Filtersystemen gab. Auch am internationalen Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok standen Passagieren nach der Sicherheitskontrolle entsprechende Raucherbereiche zur Verfügung. Diese wurden jedoch schrittweise geschlossen. Zuletzt wurden im Jahr 2025 auch die Raucherkabinen im neuen Midfield Satellite Terminal (SAT-1) außer Betrieb genommen. Aus Sicht der Kritiker zeigt dies, dass eine erneute Zulassung technisch grundsätzlich umsetzbar wäre.