BANGKOK: Thailand verschärft die Regeln für den Verkauf von Cannabis: Blüten dürfen künftig nur noch auf ärztliche Verschreibung abgegeben werden. Während der private Anbau zu Hause legal bleibt und Konsumenten aktuell keine Strafen befürchten müssen, stehen Cannabis-Shops unter Druck, sich innerhalb einer Übergangsfrist neu aufzustellen. Die Regierung betont, dass es sich nicht um eine Rückkehr zur Kriminalisierung handelt – noch nicht.
Trotz verschärfter Regulierungen bleibt Cannabis in Thailand vorerst legal: Die Blüten der Pflanze wurden durch eine neue Ministerialverordnung des Gesundheitsministeriums als „kontrolliertes Heilkraut“ eingestuft. Der Verkauf ist künftig nur noch mit ärztlicher Verschreibung erlaubt. Eine vollständige Kriminalisierung oder Neueinstufung als Betäubungsmittel ist jedoch bislang nicht erfolgt.
Übergangsfrist für Shops – keine Strafen für Nutzer
Die neuen Vorschriften, die seit dem 26. Juni 2025 in Kraft sind, betreffen in erster Linie die Verkaufsstellen. Für deren Umsetzung wurde eine Übergangsfrist von 30 bis 90 Tagen eingeräumt – je nach Region und Provinz unterschiedlich. Diese Zeit soll genutzt werden, um Personal zu schulen und die vorgeschriebenen Abläufe zu etablieren. Konsumenten müssen aktuell keine Strafen fürchten, auch nicht bei Besitz ohne Rezept, da das Gesundheitsministerium und nicht die Polizei für die Einhaltung zuständig ist.
Eigenanbau weiter legal und rezeptfrei
Der Anbau von Cannabis im eigenen Haushalt zur persönlichen Nutzung bleibt weiterhin erlaubt und rezeptfrei. Polizeiliche Drogentests oder Inhaftierungen wegen Cannabisbesitzes finden derzeit nicht statt, da die Pflanze bislang nicht wieder als Betäubungsmittel eingestuft wurde.
Gesundheitsminister Somsak Thepsuthin betonte in Gesprächen mit Geschäftsinhabern und Aktivisten, dass eine Rückführung in die Liste der Betäubungsmittel nicht beabsichtigt sei – es sei denn, Händler würden sich nicht an die neuen Regeln halten und weiterhin ohne Verschreibung verkaufen.
Shops dürfen Rezepte künftig selbst ausstellen
Shops erhalten künftig die Möglichkeit, ihr Personal online durch traditionelle Thai-Medizin-Ausbilder zertifizieren zu lassen. Auch Apotheker und Zahnärzte dürfen Rezepte ausstellen – nicht nur voll ausgebildete Ärzte in Kliniken. Viele Verkaufsstellen planen daher, wie Apotheken direkt vor Ort Verschreibungen ausstellen zu können, ohne langwierige Verfahren.
Viele Regeln sind nicht wirklich neu
Für eine Verschreibung kommen unter anderem Beschwerden wie Asthma, Schlaflosigkeit, Angstzustände oder Depressionen in Frage. Zahlreiche Aspekte, die aktuell als neu gelten – etwa das Verbot von Werbung, Online-Verkauf oder Konsum in der Öffentlichkeit – sind bereits seit Jahren gesetzlich geregelt, wurden bislang jedoch kaum kontrolliert. Ob es künftig verstärkte Durchsetzung gibt, ist offen.
Die weitere Entwicklung bleibt ungewiss: Sollte sich der politische Druck auf die derzeitige Regierung weiter erhöhen, könnten sich auch die regulatorischen Vorgaben kurzfristig ändern.
Ein detaillierter Beitrag zu diesem Thema wäre zumindest für mich sehr lesenswert.