THAI hofft auf starkes drittes Quartal

Neue Flotte und Förderprogramme geben Rückenwind

Nach einem schwachen zweiten Quartal rechnet die Fluggesellschaft in der zweiten Jahreshälfte mit einer Belebung des Geschäfts. Bild: THAI
Nach einem schwachen zweiten Quartal rechnet die Fluggesellschaft in der zweiten Jahreshälfte mit einer Belebung des Geschäfts. Bild: THAI

BANGKOK: Die Fluggesellschaft Thai Airways International (THAI) dürfte nach Einschätzung von Analysten das schwächste Quartal des Jahres im zweiten Quartal hinter sich lassen. Für die zweite Jahreshälfte werden eine Erholung des Geschäfts sowie positive Impulse durch staatliche Tourismusförderprogramme erwartet. Belastend könnten jedoch steigende Kerosinpreise infolge der erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran wirken.

Thanapol Jiratanakij, Analyst bei CGS International Securities (Thailand), erklärte nach einem Investorentreffen mit der Unternehmensführung, dass sich die Vorausbuchungen im zweiten Quartal aufgrund des Nahostkonflikts zwar abgeschwächt hätten. Die zugrunde liegende Reiselust bleibe jedoch hoch, was sich an einer konstant guten Auslastung der Flüge zeige. Davon profitiere insbesondere das Streckennetz von THAI mit Direktverbindungen zwischen Asien und Europa, da viele Reisende Umsteigeverbindungen derzeit meiden.

THAI rechnet mit stabilem Flugbetrieb

Um die Rentabilität zu sichern, reduzierte die Fluggesellschaft im Mai und Juni die Kapazitäten auf einzelnen Strecken, verringerte Flugfrequenzen und setzte kleinere Flugzeuge ein. Seit Juli seien keine weiteren Kürzungen geplant, sodass das Management im dritten Quartal wieder mit einem normalen Flugbetrieb rechnet. Zusätzliche Unterstützung erwarten die Analysten durch die hohe Nachfrage nach Luftfracht, insbesondere für Elektronikprodukte, sowie durch die europäische Hauptreisezeit.

Steigende Treibstoffkosten bleiben zwar ein Risikofaktor, nach Einschätzung von CGS dürften Fluggesellschaften jedoch den Großteil höherer Kerosinkosten über Ticketpreise an die Passagiere weitergeben können.

Staat fördert Airlines und Tourismus

Auch staatliche Tourismusprogramme sollen die Luftfahrtbranche in den kommenden Monaten stützen. Dithanop Vattanawakin von Krungsri Securities verwies auf drei Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 2,45 Milliarden Baht. Das Programm „Thai Tiew Thai Plus“ knüpft an ein erfolgreiches Fördermodell aus dem Vorjahr an. Mit der Initiative „Fly Thai All the Feeling“ unterstützt die Regierung Preisnachlässe für insgesamt 400.000 Sitzplätze auf Inlandsflügen teilnehmender Fluggesellschaften. Das Programm „Thailand Air Connect“ fördert zudem Linien- und Charterflüge, um mehr internationale Touristen nach Thailand zu bringen. Dafür stehen 500 Millionen Baht bereit. Von der Maßnahme sollen Fluggesellschaften, Flughäfen und Hotels profitieren. Ziel sind rund 487.000 zusätzliche Fluggäste.

Parallel setzt THAI ihre Flottenmodernisierung fort. Das Unternehmen befindet sich nach eigenen Angaben bis 2028 in einer Investitionsphase und betrachtet die Erneuerung der Flotte als wichtigsten Wachstumstreiber der kommenden Jahre. Für 2026 erwartet die Fluggesellschaft die Auslieferung von 28 neuen Flugzeugen, während sechs ältere Maschinen außer Dienst gestellt werden. Damit soll die Flotte bis Jahresende auf 102 Flugzeuge anwachsen und nahezu wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie erreichen.

Frankfurt profitiert von Ausbauplänen

Die zusätzlichen Flugzeuge sollen den Ausbau des Streckennetzes in Europa, Indien und China ermöglichen. Insbesondere der Airbus A321neo ist für neue Kurzstrecken vorgesehen, während die Boeing-787-Flotte ab 2027 das Langstreckengeschäft stärken soll. Darüber hinaus plant THAI, auf wichtigen Verbindungen wie Frankfurt die Zahl der Flüge zu erhöhen. Neben der größeren Kapazität erwartet das Management auch niedrigere Betriebskosten und eine höhere Profitabilität durch die modernisierte Flotte.

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