BANGKOK: Das Department of Special Investigation (DSI) hat im Rahmen der Operation „Silent Volt“ rund 1.900 Geräte zum Schürfen von Kryptowährungen sichergestellt und einen mutmaßlich groß angelegten Stromdiebstahl im Zusammenhang mit illegalem Bitcoin-Mining aufgedeckt.
Nach Angaben der Behörden beläuft sich der entstandene Schaden durch entwendeten Strom auf mehr als 280 Millionen Baht. Die Ermittlungen richten sich nun gegen Investoren, Betreiber und mögliche Hintermänner des Netzwerks.
Sieben Standorte gleichzeitig durchsucht
Die Durchsuchungen fanden am Dienstag (21. Juli 2026) an insgesamt sieben Standorten in den Provinzen Samut Sakhon und Nakhon Pathom statt. Betroffen waren zwei Lagerhallen, in denen sich die Mining-Anlagen befunden haben sollen, sowie fünf Wohnhäuser und Büros, die mit den mutmaßlichen Betreibern und Investoren in Verbindung stehen. Neben den rund 1.900 beschlagnahmten Geräten, deren Wert auf etwa 200 Millionen Baht geschätzt wird, stellten die Ermittler umfangreiche Unterlagen und weitere Beweismittel sicher.

Ministerpräsident Anutin Charnvirakul erklärte am Donnerstag (23. Juli 2026), dass alle zuständigen Behörden angewiesen worden seien, die Ermittlungen gemeinsam auszuweiten, die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen und die Finanzierer sowie Organisatoren des Netzwerks zu identifizieren. Zudem soll die Zollbehörde prüfen, wie die Mining-Geräte nach Thailand eingeführt wurden, wie sie deklariert waren und welchem Verwendungszweck sie offiziell dienten.
Verdacht durch hohen Stromverbrauch
DSI-Generaldirektor Pol Maj Yutthana Praedam zufolge nahm der Fall seinen Anfang, nachdem die Provincial Electricity Authority (PEA) in Nakhon Pathom ungewöhnliche Stromverbrauchsmuster in mehreren Lagerhallen festgestellt hatte. Die anschließenden Ermittlungen ergaben Hinweise darauf, dass die Standorte seit mehr als einem Jahr für das Schürfen von Kryptowährungen genutzt worden sein könnten und die Aktivitäten möglicherweise Teil eines organisierten kriminellen Netzwerks waren.

Bei gemeinsamen Kontrollen stellten die Behörden fest, dass der Strom nicht über reguläre Stromzähler bezogen wurde. Stattdessen soll die Anlage direkt an ein 22-Kilovolt-Hochspannungsnetz angeschlossen worden sein, wodurch die offiziellen Messsysteme umgangen wurden.
Stromrechnung passte nicht zusammen
Nach Angaben des PEA-Gouverneurs Mongkol Treekijjanon handelt es sich um ein schwerwiegendes Wirtschaftsdelikt mit erheblichen Folgen. Eine legale Bitcoin-Mining-Anlage mit rund 2.000 Geräten verursache normalerweise Stromkosten von etwa 22 Millionen Baht pro Monat. Die nun untersuchten Standorte hätten dagegen lediglich Stromrechnungen zwischen 10.000 und 25.000 Baht monatlich bezahlt.

Die Behörden gehen davon aus, dass dem Staat dadurch erhebliche Einnahmen entgangen sind und zugleich die Stabilität des Stromnetzes beeinträchtigt wurde. Nach Angaben des DSI könnten die sichergestellten Beweise zu weiteren Strafverfahren gegen Mitglieder des Netzwerks sowie möglicherweise auch gegen beteiligte Staatsbedienstete führen.