USA verhängen neue Strafzölle

Thailand und 59 Handelspartner betroffen

Container im Hafen von Laem Chabang: Thailand gehört zu den Ländern, die von den neuen US-Einfuhrzöllen betroffen sind. Archivbild: epa/Rungroj Yongrit
Container im Hafen von Laem Chabang: Thailand gehört zu den Ländern, die von den neuen US-Einfuhrzöllen betroffen sind. Archivbild: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die Vereinigten Staaten führen zum Freitag (24. Juli 2026) neue Einfuhrzölle auf Waren ihrer 60 wichtigsten Handelspartner ein, inklusive Thailand. Je nach Einschätzung der US-Regierung werden zusätzliche Zölle in Höhe von 10 oder 12,5 Prozent erhoben.

Betroffen sind unter anderem China, Japan, Südkorea, Thailand, Australien, Indonesien, die Philippinen, die Schweiz und Taiwan. Als Begründung nennt Washington den Vorwurf, die betroffenen Staaten gingen nicht ausreichend gegen den Import von Waren vor, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden.

Trump ersetzt bisherigen Einfuhrzoll

Die neuen Maßnahmen treten mit dem Auslaufen des bisherigen pauschalen Einfuhrzolls von 10 Prozent in Kraft, den US-Präsident Donald Trump Anfang des Jahres eingeführt hatte. Dieser war nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs als zeitlich befristete Übergangslösung auf Grundlage des Trade Act von 1974 verhängt worden und läuft nun aus.

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte, dass die Vereinigten Staaten seit nahezu einem Jahrhundert über ein Importverbot für Produkte aus Zwangsarbeit verfügten und dieses konsequent durchsetzten. Nun sei es an der Zeit, dass auch die wichtigsten Handelspartner vergleichbare Maßnahmen ergriffen.

Zollhöhe richtet sich nach Vorwürfen

Nach Angaben des Büros des US-Handelsbeauftragten entfallen rund 99 Prozent aller US-Importe auf die von den neuen Zöllen betroffenen Länder. Die Höhe der Abgaben richtet sich nach der Einschätzung der US-Regierung zur Schwere der Vorwürfe im Zusammenhang mit Zwangsarbeit. Die meisten Staaten werden mit einem Zollsatz von 12,5 Prozent belegt. Rund 20 Länder, darunter Großbritannien, Indonesien, Malaysia und Mexiko, müssen lediglich 10 Prozent zahlen, da sie nach Ansicht Washingtons stärkere rechtliche Maßnahmen gegen den Import mutmaßlich unter Zwangsarbeit hergestellter Waren ergriffen haben.

Japan und Südkorea erhalten eine Sonderregelung: Produkte, die bereits mit Zöllen von mindestens 12,5 Prozent belegt sind, bleiben von den neuen Maßnahmen ausgenommen. Für China gilt diese Ausnahme nicht. Dort wird der neue Zollsatz von 12,5 Prozent zusätzlich zu den bereits bestehenden Einfuhrabgaben erhoben.

Ausnahmen für Automobile und Stahl

Nicht betroffen sind Waren, die bereits unter sektorbezogenen Zöllen aus Gründen der nationalen Sicherheit fallen, darunter Automobile und Stahlprodukte.

Die US-Regierung hatte im März neue Handelsuntersuchungen eingeleitet, nachdem der Oberste Gerichtshof einen Großteil der zuvor verhängten länderspezifischen Strafzölle für unzulässig erklärt hatte. Washington wirft zahlreichen Handelspartnern vor, ihren Unternehmen durch den Einsatz von Zwangsarbeit unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Parallel untersucht die Regierung nach eigenen Angaben auch mögliche Wettbewerbsverzerrungen durch industrielle Überkapazitäten in 16 Volkswirtschaften, darunter China, Indien, Japan, Vietnam und die Europäische Union.

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