Bangkoks Hotelmarkt unter Druck

Auslastung sinkt, dennoch entstehen Tausende neue Zimmer

Die Hotels in Bangkok verzeichneten im zweiten Quartal 2026 eine geringere Auslastung. Bis 2031 sollen mehr als 12.600 weitere Zimmer entstehen. Archivbild: note thanun/Unsplash
Die Hotels in Bangkok verzeichneten im zweiten Quartal 2026 eine geringere Auslastung. Bis 2031 sollen mehr als 12.600 weitere Zimmer entstehen. Archivbild: note thanun/Unsplash

BANGKOK: Die Hotelauslastung in Bangkok ist im zweiten Quartal 2026 auf 73 Prozent gesunken. Gleichzeitig gingen sowohl die durchschnittlichen Zimmerpreise als auch der Erlös pro verfügbarem Zimmer zurück.

Nach Angaben des Immobilienberatungsunternehmens Cushman & Wakefield belasteten neben dem saisonalen Nachfragerückgang insbesondere höhere Flugpreise und Störungen im internationalen Luftverkehr die Nachfrage aus Fernmärkten. Trotz der schwächeren Entwicklung sollen bis 2031 weitere 12.672 Hotelzimmer auf den Markt kommen.

12.672 weitere Zimmer geplant

Zwischen April und Juni eröffneten in Bangkok zwei neue Hotels mit insgesamt 655 Zimmern. Damit stieg das Hotelangebot in der Hauptstadt auf rund 147.230 Zimmer, nachdem es im ersten Quartal noch bei 146.570 gelegen hatte. Nach Angaben der Berater befinden sich weitere 12.672 Zimmer im Bau oder in der Planung. Das entspricht rund 8,6 Prozent des derzeitigen Hotelbestands. Die ersten Projekte sollen bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 eröffnet werden.

Die durchschnittliche Auslastung sank gegenüber dem ersten Quartal von 77 auf 73 Prozent. Gleichzeitig verringerte sich die durchschnittliche Tagesrate (ADR) von 3.730 auf 3.660 Baht. Der Erlös pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) fiel von 2.872 auf 2.672 Baht und damit gegenüber dem Vorquartal um rund sieben Prozent.

Reisekosten dämpfen Nachfrage

Cushman & Wakefield führt den Rückgang teilweise auf den üblichen Übergang von der Hochsaison zum ruhigeren zweiten Quartal zurück. Zusätzlich hätten höhere Reisekosten sowie Einschränkungen im internationalen Flugverkehr die Nachfrage gebremst. Die Zahl der internationalen Besucher in Thailand lag im zweiten Quartal rund drei Prozent unter dem Vorjahreswert, obwohl sich der chinesische Markt zuletzt leicht erholt habe.

Besonders deutlich sei der Nachfragerückgang bei Reisenden aus Europa und den USA ausgefallen. Höhere Flugpreise, der Konflikt im Nahen Osten sowie Änderungen bei Flugrouten hätten Fernreisen erschwert und verteuert. Da zahlreiche Fluggesellschaften Verbindungen zwischen Europa und Asien über Drehkreuze im Nahen Osten führen, hätten Luftraumsperrungen und Flugausfälle zusätzlich für Unsicherheit gesorgt. Auch gestiegene Ölpreise hätten die Ticketkosten erhöht.

Watthana führt im Hotelmarkt

Mehr als die Hälfte aller Hotelzimmer in Bangkok entfielen im zweiten Quartal auf das zentrale Geschäftsviertel (CBD), das 52,9 Prozent des Gesamtangebots ausmachte. Innerhalb des CBD verfügte der Bezirk Watthana mit 31,7 Prozent über den größten Anteil, gefolgt von Khlong Toei mit 25,3 Prozent und Pathum Wan mit 18 Prozent.

Das größte Marktsegment bilden Vier-Sterne-Hotels mit rund 39 Prozent aller Zimmer. Drei-Sterne-Hotels kommen auf 29 Prozent, Fünf-Sterne-Häuser auf 26 Prozent. Nach Angaben der Berater hat sich der Markt in den vergangenen zwei Jahrzehnten zunehmend in Richtung mittlerer und gehobener Kategorien entwickelt. Während die Zahl der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels kontinuierlich zunahm, wuchs das Angebot an Drei-Sterne-Zimmern besonders stark und übertraf das Luxussegment bereits im Jahr 2016.

Pathum Wan führt bei Zimmerpreisen

Die höchsten durchschnittlichen Zimmerpreise wurden in Pathum Wan mit rund 5.683 Baht pro Nacht erzielt. Verantwortlich dafür sei die hohe Konzentration von Luxushotels rund um den Lumpini-Park sowie entlang der Rama I Road, Ratchadamri Road und Rama IV Road. An zweiter Stelle folgte Watthana, wo entlang des nördlichen Sukhumvit-Korridors zahlreiche gehobene Hotels entstanden sind. Die niedrigsten Preise wurden mit durchschnittlich 1.806 Baht pro Nacht in den Außenbezirken Bangkoks verzeichnet, wo vor allem Mittelklasse- und Budgethotels vertreten sind.

Angesichts der schwächeren Nachfrage aus Fernmärkten und des wachsenden Hotelangebots erwarten die Analysten, dass Betreiber künftig stärker auf den Umsatz pro Gast und den Erlös pro Zimmer achten werden, anstatt ausschließlich eine möglichst hohe Auslastung anzustreben. Premiumreisende dürften dabei stärker in den Fokus rücken, um rückläufige Buchungen aus Europa und den USA auszugleichen.

Hotelmarkt bleibt widerstandsfähig

Grundsätzlich bewertet Cushman & Wakefield den Bangkoker Hotelmarkt dennoch als widerstandsfähig. Die breite Mischung aus Urlaubs-, Geschäfts- und anderen Reisenden stütze die Nachfrage in allen Preiskategorien. Zugleich verwies das Unternehmen auf den zunehmenden Wettbewerb durch nicht lizenzierte Unterkünfte, die über Online-Buchungsplattformen angeboten werden. Die Berater sprechen sich deshalb für strengere Kontrollen und eine konsequentere Durchsetzung der Vorschriften gegenüber nicht registrierten Beherbergungsbetrieben aus.

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