Khlong Mae Kha wird zum beliebten Nachtmarkt 

Ein Insider-Uferquartier in Chiang Mai

Am Khlong Mae Kha in Chiang Mai lädt ein neu gestaltetes Uferquartier abends zum Bummeln und Fotografieren ein. Fotos: DER FARANG
Am Khlong Mae Kha in Chiang Mai lädt ein neu gestaltetes Uferquartier abends zum Bummeln und Fotografieren ein. Fotos: DER FARANG

CHIANG MAI: Ein alter Kanal wird zum Ausflugsziel. Entlang des Wassers entsteht ein belebtes Uferquartier. Besucher kommen vor allem in den Abendstunden. Die Stadt setzt auf saubere Ufer und mehr Aufenthaltsqualität. Anwohner und Gäste sollen den erneuerten Kanal gleichermaßen nutzen.

Wer in Chiang Mai abseits der klassischen Tempelrouten unterwegs ist, findet am Khlong Mae Kha ein noch junges Viertel, das sich in kurzer Zeit vom Problemfall zum beliebten Spazier- und Fotospot entwickelt hat. Entlang des gereinigten Kanals wurden Stege, Brücken und Sitzbereiche angelegt, dazu Beleuchtung, Blumenschmuck und kleine Läden.

Noch vor wenigen Jahren galt der Wasserlauf als stark verschmutzt, inzwischen haben Stadtverwaltung, Anwohner und private Partner mit öffentlichen Investitionen und Auflagen zur Abwasserentsorgung für eine sichtbare Aufwertung gesorgt, wie mehrere thailändische und internationale Berichte über das Revitalisierungsprojekt bestätigen. Das Gebiet wurde 2022 als Markt- und Flanierzone offiziell neu eröffnet und seither schrittweise weiterentwickelt, inzwischen auch mit Auszeichnungen im Bereich nachhaltige Stadtentwicklung bedacht.

Atmosphäre am Abend

Besonders in den frühen Abendstunden füllt sich der Bereich: Ab etwa 15 Uhr öffnen viele Stände, gegen Sonnenuntergang setzt die Beleuchtung ein, und zwischen rund 18 und 22 Uhr herrscht am meisten Betrieb. Gäste schlendern über die Holzstege, fotografieren die Spiegelungen im Wasser und lassen sich an der Uferkante auf einfachen Bänken nieder.

Entlang des Kanals reihen sich Streetfood-Stände und kleine Restaurants mit nordthailändischen Gerichten, Snacks und Desserts. Daneben haben sich Cafés und Souvenirläden angesiedelt, die von handgefertigten Andenken bis zu moderner Deko ein breites Spektrum anbieten, häufig direkt in die Erdgeschosse der Wohnhäuser integriert.

Viele deutschsprachige Besucher empfinden Khlong Mae Kha als ideale Ergänzung zu Tempeln und Nachtmärkten, weil sich der Abstecher gut in einen Stadtbummel am späten Nachmittag oder Abend einfügen lässt. Häufig wird das Viertel als flexibler Stopp mit einem anschließenden Abendessen oder einem Besuch nahegelegener Märkte kombiniert.

In der Gestaltung lehnt sich das Viertel teilweise an japanische Vorbilder an: Holzbrücken, Lampions und Wandmalereien erinnern an klassische Kanalszenen, was dem Spitznamen „Little Venice of Chiang Mai“ zusätzlich eine eigene Note gibt. Trotz des Instagram-freundlichen Looks bleibt der Charakter jedoch eher kleinteilig und nachbarschaftlich – anders als bei den großen, stark touristisch geprägten Wochenendmärkten der Stadt. ​

Kultur, Markt und Alltag

Fußgängerbrücke und Uferweg am Mae-Kha-Kanal, oft als „Little Venice of Chiang Mai“ bezeichnet. Foto: DER FARANG

Fußgängerbrücke und Uferweg am Mae-Kha-Kanal, oft als „Little Venice of Chiang Mai“ bezeichnet. Foto: DER FARANG

Immer wieder werden kleinere Veranstaltungen wie Live-Musik oder temporäre Märkte organisiert, je nach Saison und Wochenendterminen. Gleichzeitig bleibt Khlong Mae Kha ein Wohngebiet, in dem sich der Alltag der Anwohner mit der neuen Rolle als Ausflugsziel mischt.

Die Stadt verfolgt das Ziel, den Kanal langfristig sauber zu halten und das Ufer ähnlich attraktiv wie bekannte Beispiele in Japan oder Südkorea zu gestalten. Zugleich werben Behörden und Betreiber dafür, Lärm und Müll zu begrenzen und Rücksicht auf die Bewohner zu nehmen, auch im Hinblick auf künftige Erweiterungen der Uferwege und Renaturierungsmaßnahmen.

Projekt mit Signalwirkung

Khlong Mae Kha ist Teil eines größeren Programms zur Sanierung innerstädtischer Wasserwege, das unter anderem von königlichen Initiativen und kommunalen Programmen zur Verbesserung von Wohnumfeld, Infrastruktur und Hochwasserschutz getragen wird. Die Aufwertung des Kanals soll langfristig auch die wirtschaftliche Situation der Anwohner stärken, etwa durch kleine Läden, Gastronomie und den Verkauf lokaler Produkte.

Stadtplaner und Umweltorganisationen sehen in dem Projekt ein Beispiel dafür, wie aus ehemals als Problemzone wahrgenommenen Vierteln grüne Korridore entstehen können. Die Stadt Chiang Mai hat für den Ansatz, Umweltqualität, Mobilität und öffentliche Räume zu verbinden, bereits nationale Anerkennung im Rahmen von Smart-City-Programmen erhalten.

Praktische Hinweise für Besucher

Spazierweg, Bäume und kleine Läden säumen den Mae-Kha-Kanal in Chiang Mai am späten Nachmittag. Foto: DER FARANG
Spazierweg, Bäume und kleine Läden säumen den Mae-Kha-Kanal in Chiang Mai am späten Nachmittag. Foto: DER FARANG

​Der Uferweg ist grundsätzlich frei zugänglich, der eigentliche Marktbereich und viele Stände konzentrieren sich jedoch auf den späten Nachmittag und Abend bis etwa 22 Uhr. Mehrere aktuelle Reiseportale empfehlen einen Besuch nach 16 Uhr, wenn die Hitze nachlässt und die meisten Geschäfte geöffnet sind.

Khlong Mae Kha liegt unweit der Altstadt südöstlich der alten Stadtmauer; häufig wird der Abschnitt an der Adresse 9 Sridonchai Road im Hai-Ya-Viertel als Orientierung genannt, der sich per Songthaew, Tuk-Tuk oder Taxi in wenigen Minuten erreichen lässt. Auf Google Maps ist das Ziel unter „Khlong Mae Kha“ verzeichnet:

In den vergangenen Monaten wurde Khlong Mae Kha in Reiseblogs und auf Bewertungsplattformen zunehmend als „Little Venice of Chiang Mai“ oder neues Nachtmarkt-Ziel beschrieben, wobei die Zahl der Stände je nach Saison und Wochentag schwanken kann. Für Chiang Mai ist das Projekt ein sichtbares Beispiel dafür, wie aus einem vernachlässigten Kanal ein touristisch nutzbares, gleichzeitig aber weiterhin bewohntes Viertel geworden ist, dessen Zukunft auch davon abhängt, wie nachhaltig Besucher und Betreiber mit dem neuen Uferquartier umgehen.

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