BANGKOK: Das thailändische Innenministerium hat einen Beschluss der vorherigen Regierung abgelehnt, der kambodschanischen Arbeitskräften einen vorübergehenden Aufenthalt über das Ablaufdatum ihrer Arbeitserlaubnis hinaus gestatten sollte, um den Arbeitskräftemangel im Land abzufedern.
Trisulee Trisoranakul, Generalsekretärin des Premierministers, erklärte am Montag, (10. November 2025) Premierminister und Innenminister Anutin Charnveerakul habe entschieden, die entsprechende ministerielle Bekanntmachung nicht zu unterzeichnen. Diese hätte es kambodschanischen Arbeitnehmern, deren Arbeitserlaubnisse im Februar ausgelaufen waren, erlaubt, weiterhin in Thailand zu arbeiten.
Spannungen an der Grenze zu Kambodscha
Die Entscheidung fällt in eine Phase erhöhter Spannungen an der thailändisch-kambodschanischen Grenze. Erst am Montag waren vier thailändische Soldaten bei einer Patrouille im Bezirk Kantharalak der Provinz Sisaket durch eine Landmine verletzt worden.
Die vorherige Regierung unter der Führung der Pheu-Thai-Partei hatte am 19. August 2025 beschlossen, kambodschanische Arbeitskräfte vorübergehend im Land zu dulden, um mehr Zeit für die Überprüfung ihrer Identität und Aufenthaltsorte zu gewinnen. Der Beschluss trat jedoch nicht automatisch in Kraft, sondern erforderte eine formale Anordnung des Innenministeriums, das für die innere Sicherheit zuständig ist. Den damaligen Kabinettssitz leitete der amtierende Premierminister Phumtham Wechayachai.
Arbeitskräftemangel nach Gefechten verschärft
Mit der Entscheidung sollte einem akuten Arbeitskräftemangel begegnet werden, nachdem im Zuge schwerer Grenzgefechte Ende Juli zahlreiche kambodschanische Arbeitskräfte in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Der Plan sah zudem vor, auch Beschäftigte aus Myanmar, Laos und Vietnam einzubeziehen – der Schwerpunkt lag jedoch auf Kambodschanern.
Lesen Sie auch: Vier Soldaten durch Landmine verletzt
ach offiziellen Angaben arbeiteten vor den Zusammenstößen über 520.000 kambodschanische Staatsbürger in Thailand, inzwischen seien es nur noch rund 100.000, so Trisulee. „Eine unkontrollierte Duldung nicht verifizierter Personen könnte die nationale Sicherheit gefährden und Probleme wie illegale Migration oder grenzüberschreitende Kriminalität verschärfen“, heißt es in einer Mitteilung des Regierungshauses.
Die vorherige Regierung hatte außerdem erwogen, Arbeitskräfte aus Sri Lanka zu rekrutieren, um die entstandene Lücke zu schließen – Experten warnten jedoch vor möglichen Komplikationen.