BANGKOK: Die Regierung Anutin hat damit begonnen, bei Ausländern Thailand genau hinzusehen und ihre Kontrollen gegen Ausländer deutlich verschärft. Nach Angaben der Einwanderungsbehörde wurden seit Jahresbeginn fast 30.000 ausländische Staatsangehörige an der Einreise gehindert. Gleichzeitig wurden mehr als 14.000 Ausländer verhaftet, die gegen Gesetze oder Visabestimmungen verstoßen haben sollen.Genaue Zahlen hat jetzt die Zeitung „Thai Examiner“ veröffentlicht, die von den Behörden zugänglich gemacht wurden.
Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Kampagne der Regierung unter Premierminister Anutin Charnvirakul gegen illegale Migration, organisierte Kriminalität, Betrugsnetzwerke und sogenannte „Nominee-Geschäfte“, bei denen Ausländer thailändische Strohmänner nutzen, um Beschränkungen beim Besitz von Unternehmen oder Immobilien zu umgehen.
Fast 30.000 Einreiseverbote
Nach Angaben von Polizeigeneral Panumas Boonyalak wurden zwischen Januar und Mai 29.490 Personen bereits vor ihrer Einreise gestoppt. Möglich macht dies das System „Advanced Passenger Processing System“ (APPS), das Passagierdaten vor dem Abflug mit nationalen und internationalen Fahndungsdatenbanken abgleicht.
Auf Thailands Schwarzer Liste stehen derzeit über 169.000 Personen, darunter frühere Straftäter, Visasünder und Personen mit internationalen Haftbefehlen. Betroffene dürfen weder Flugzeuge nach Thailand besteigen noch über Landgrenzen einreisen.
Fokus auf illegale Arbeit und Betrugszentren
Die Behörden richten ihr Augenmerk besonders auf Personen, die als Touristen einreisen, tatsächlich aber illegal arbeiten. Auch mutmaßliche Mitglieder internationaler Betrugsnetzwerke („Scam Centers“) stehen im Fokus.
Die Strategie der Einwanderungsbehörde basiert auf dem Konzept der „Drei Nein“:
- Kein Eintritt (No Entry) – Verhinderung der Einreise unerwünschter Personen.
- Kein Aufenthalt (No Stay) – Vorgehen gegen Ausländer mit Visaverstößen.
- Kein Entkommen (No Escape) – Überwachung und Festnahme von Verdächtigen innerhalb des Landes.
Studentenvisa unter Verdacht
Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit dem Missbrauch von Studentenvisa. Ermittler stellten fest, dass einige Ausländer zwar über Bildungsvisa verfügten, jedoch keine ernsthaften Studien betrieben. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden 668 Visa widerrufen und die betreffenden Personen abgeschoben.
Mehr als 14.000 Festnahmen
Zwischen Januar und April nahmen Polizei und Einwanderungsbehörden 14.161 Ausländer in verschiedenen Verfahren fest. Landesweit laufen zudem gezielte Ermittlungen gegen Personen, die als Risiko für die öffentliche Sicherheit eingestuft werden.
Bisher wurden 190 Zielpersonen identifiziert, vor allem in den Provinzen Chonburi, Surat Thani, Phuket und Chiang Mai. Bereits 31 Verdächtige wurden festgenommen.
Tourismuspolitik setzt auf Qualität statt Quantität
Parallel dazu verändert Thailand seine Tourismusstrategie. Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul betonte, dass künftig nicht mehr allein die Zahl der Besucher entscheidend sei. Stattdessen sollen Sicherheit, Qualität und wirtschaftlicher Nutzen stärker im Vordergrund stehen.
Die Regierung möchte verstärkt wohlhabende und gesetzestreue Besucher anziehen und gleichzeitig gegen Personen vorgehen, die das Gastrecht des Landes missbrauchen.
Klare Botschaft der Regierung
Die aktuellen Zahlen zeigen eine der umfassendsten Verschärfungen der thailändischen Einwanderungspolitik seit Jahren. Thailand verfolgt damit das Ziel, die öffentliche Sicherheit zu erhöhen, illegale Geschäftspraktiken einzudämmen und das Vertrauen in den Tourismusstandort langfristig zu stärken.