BANGKOK: Das thailändische Verkehrsministerium will die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr senken und plant die Einführung eines einheitlichen Tarifsystems für elektrische Bahnlinien in Bangkok. Der Fahrpreis soll künftig pro Fahrt zwischen 17 und 45 Baht liegen, unabhängig davon, wie oft Fahrgäste zwischen den einzelnen Metro- und Bahnlinien umsteigen.
Verkehrsminister und stellvertretender Premierminister Phiphat Ratchakitprakarn erklärte, dass der entsprechende Vorschlag in der kommenden Woche dem Kabinett zur grundsätzlichen Zustimmung vorgelegt werden soll. Ziel der Maßnahme sei es, die Lebenshaltungskosten zu senken und die Nutzung des Schienenverkehrs attraktiver zu machen.
Nur noch eine Grundgebühr pro Fahrt
Nach dem derzeitigen System müssen Fahrgäste bei jedem Wechsel auf eine andere Linie erneut eine Grundgebühr entrichten. Künftig soll diese Einstiegsgebühr nur noch einmal pro Fahrt berechnet werden. Der geplante Höchstpreis von 45 Baht würde dabei für die gesamte einfache Strecke gelten, unabhängig von der Anzahl der Umstiege. Für die Rückfahrt würde erneut ein separater Fahrpreis erhoben.
Zur Umsetzung des Vorhabens prüft das Ministerium verschiedene Möglichkeiten, die Kontrolle über bestehende Bahnkonzessionen zurückzugewinnen, die derzeit von privaten Unternehmen betrieben werden. Dabei werden zwei Finanzierungsmodelle diskutiert.
Finanzierung über Zukunftsfonds
Die erste Möglichkeit sieht eine Kapitalbeschaffung über den Thailand Future Fund in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium vor. Aufgrund regulatorischer Anforderungen könnte dieser Weg jedoch ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen.
Als zweite Option wird erwogen, die Konzessionsrechte an die thailändische Mass Rapid Transit Authority (MRTA) zurückzuführen, während die privaten Betreiber den Betrieb der Bahnlinien weiterhin im Rahmen von Managementverträgen übernehmen.
Konzessionsrückkauf bleibt schwierig
Phiphat betonte, dass das Ministerium die Einführung des neuen Tarifsystems bereits vor Abschluss der Verhandlungen mit den privaten Konzessionsinhabern prüfen werde. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Rückführung bestehender Konzessionen ein komplexes Vorhaben sei.