Gefechte weiten sich auf Trat aus

Marine meldet neue Front / Luftwaffe greift Brücke in Kambodscha an

Menschen fliehen am 13. Dezember 2025 auf einer Straße im Grenzgebiet in der kambodschanischen Provinz Koh Kong. Foto: epa/Agence Kampuchea Presse (akp)
Menschen fliehen am 13. Dezember 2025 auf einer Straße im Grenzgebiet in der kambodschanischen Provinz Koh Kong. Foto: epa/Agence Kampuchea Presse (akp)

TRAT: In den frühen Morgenstunden des Samstags (13. Dezember 2025) haben sich die Gefechte zwischen Thailand und Kambodscha weiter verschärft und erstmals auch auf die thailändische Küstenprovinz Trat ausgeweitet.

Nach Angaben der Royal Thai Navy eröffneten kambodschanische Truppen gegen 02.00 Uhr Artilleriefeuer aus befestigten Stellungen in der Provinz Koh Kong und nahmen dabei ein Kriegsschiff der thailändischen Marine ins Visier, das vor der Küste bei Hat Lek patrouillierte. Thailändische Einheiten erwiderten das Feuer auf Stellungen auf kambodschanischem Gebiet. Die Marine sprach von der Eröffnung einer neuen Front im Bereich Hat Lek–Koh Kong.

Flucht und Verkehrschaos in Koh Kong

Zeitgleich war wiederholter Artilleriebeschuss zu hören, der von thailändischem Gebiet in Richtung Koh Kong reichte und auf beiden Seiten der Grenze erhebliche Unruhe auslöste. In Kambodscha flohen zahlreiche Bewohner aus ihren Häusern. In der Stadt Khemarin kam es infolge der Evakuierungen zu massiven Verkehrsstaus auf allen Ausfallstraßen. Bilder der Verkehrsbehinderungen verbreiteten sich rasch über soziale Medien. Über zivile Opfer lagen zunächst keine bestätigten Berichte vor; die Behörden erklärten, dass ein Großteil der Bevölkerung zuvor aus besonders gefährdeten Zonen in Sicherheit gebracht worden sei.

Thai-F-16-Kampfflugzeuge bombardierten am 13. Dezember 2025 eine Brücke in der kambodschanischen Provinz Pursat, die nach Armeeangaben als wichtige Nachschubroute kambodschanischer Truppen galt. Foto: epa/Agence Kampuchea Presse (AKP)
Thai-F-16-Kampfflugzeuge bombardierten am 13. Dezember 2025 eine Brücke in der kambodschanischen Provinz Pursat, die nach Armeeangaben als wichtige Nachschubroute kambodschanischer Truppen galt. Foto: epa/Agence Kampuchea Presse (AKP)

Nach Angaben der Marine leisteten thailändische Marineinfanteristen während der Nacht anhaltendes Gegenfeuer. Erstmals seien in dem Gebiet auch mit Sprengladungen bestückte Drohnen festgestellt worden. Zudem setzten kambodschanische Einheiten den Berichten zufolge weiterhin BM-21-Raketen ein.

Thai-F16-Bomber zerstören Chum-Nea-Brücke

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kämpfe forderte die Marine Luftunterstützung an. In den frühen Morgenstunden bombardierte daraufhin die Royal Thai Air Force die Chum-Nea-Brücke in der kambodschanischen Provinz Pursat. Zwei F-16-Kampfflugzeuge setzten mehrere Bomben ein. Nach Angaben thailändischer Stellen diente die Brücke im Gebiet Thmor Da als zentrale logistische Versorgungsroute für kambodschanische Truppenbewegungen in Grenznähe. Die Flugzeuge kreisten demnach zweimal über dem Zielgebiet, bevor um 06.00 Uhr die erste Bombe abgeworfen wurde. Weitere Abwürfe folgten um 06.07 Uhr und 06.12 Uhr. Erste Berichte bestätigten Schäden an der Brücke; eine unmittelbare militärische Reaktion Kambodschas blieb zunächst aus.

Die Chum-Nea-Brücke in der kambodschanischen Provinz Pursat wurde bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Foto: epa/Agence Kampuchea Presse (AKP)
Die Chum-Nea-Brücke in der kambodschanischen Provinz Pursat wurde bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Foto: epa/Agence Kampuchea Presse (AKP)

Der Leiter des Grenzbezirks Khlong Yai, Cherdsak Chumnaseo, bestätigte, dass infolge der Gefechte rund 50 bis 60 Bewohner aus dem Grenzgebiet Hat Lek vorsorglich evakuiert wurden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen befindet sich eine kambodschanische Militärbasis mit Artilleriestellungen in der Nähe eines Casinos und eines Kraftwerks im Gebiet Koh Yor, unmittelbar an der Grenze zur Provinz Trat. Thailändische Staatsangehörige in Koh Kong bereiteten sich am Samstag auf ihre Rückkehr vor. Nach Abschluss der Evakuierungen könnte sich die Lage weiter zuspitzen, hieß es aus Behördenkreisen.

Anutin informiert Trump über Angriffe

Bereits am Freitagabend (12. Dezember 2025) hatte Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul erklärt, dass er US-Präsident Donald Trump telefonisch darüber informiert habe, dass Kambodscha eine zuvor erklärte Friedenszusage verletzt habe. Durch Angriffe auf thailändische Zivilisten und Sachschäden habe Thailand keine andere Wahl gehabt, als seine Bevölkerung zu verteidigen.

Das zerstörte Casinogebäude im Gebiet Koh Yor nahe der Provinz Trat nach einem Luftangriff thailändischer F-16-Jets. Foto: epa/Agence Kampuchea Presse (AKP)
Das zerstörte Casinogebäude im Gebiet Koh Yor nahe der Provinz Trat nach einem Luftangriff thailändischer F-16-Jets. Foto: epa/Agence Kampuchea Presse (AKP)

Der kambodschanische Regierungschef Hun Manet erklärte hingegen, er habe sowohl mit Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim als auch mit Trump gesprochen und das Bekenntnis Kambodschas zu einer friedlichen Lösung bekräftigt. Zugleich forderte er eine Untersuchung der Vorfälle seit dem 7. Dezember 2025, um zu klären, wer den ersten Schuss abgegeben habe. Trump erklärte später online, dass die beiden Nachbarstaaten sich darauf verständigt hätten, die Feindseligkeiten entlang der umstrittenen Grenze einzustellen.

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Derk Mielig 14.12.25 14:30
Da hat ja dem FIFA Friedenspreisträger ...
... Trump seine großspurig ankündigte Waffenruhe zwischen Thailand und Kambodscha echt was gebracht.
Derk Mielig 14.12.25 14:30
@Andreas Hamm
Völlig richtig, schließlich setzten zwei F-16-Kampfflugzeuge mehrere Bomben ein. Aber die Wahrheit ist das erste Opfer eines Krieges.
Kradi 13.12.25 18:08
Die Kampfhandlungen sind das eine - aber es gibt viele andere, gewichtigere Gründe um genau zu überlegen, ob man sich eine Reise antun will.
Andreas Hamm 13.12.25 17:30
2 F16 fliegen 3 Angriffe auf die Bruecke und beschaedigen sie nur. Die sollte doch komplett zerstoert sein. Auf dem Bild sieht es aus als ob nur die Haelfte weggesprengt wurde. Keine besonders gute Leistung, finde ich.

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