NAKHON RATCHASIMA: Mehrere thailändische Tierschutzorganisationen haben eine Untersuchung gegen einen freiwilligen Helfer gefordert, der im Khao-Yai-Nationalpark einen Feuerwerkskörper in Richtung des bekannten Wildelefanten Plai Salika geworfen haben soll. Auslöser sind Fotos und Videos des Vorfalls vom 12. Juli 2026, die sich in sozialen Medien verbreiteten und landesweit Kritik auslösten.
Die Thailand Society for the Prevention of Cruelty to Animals (TSPCA), die Friends of the Asian Elephant Foundation sowie weitere Partnerorganisationen reichten am Montag (20. Juli 2026) ein Schreiben an den Vorsitzenden des Ausschusses für Tierschutz und Tierwohl ein, der zugleich ständiger Sekretär des Landwirtschaftsministeriums ist. Darin verlangen sie eine umfassende Aufklärung des Vorfalls sowie die konsequente Anwendung der geltenden Gesetze.
Tierschutz soll Wildtiere einbeziehen
Die Organisationen forderten die Behörden auf, den Sachverhalt vollständig zu untersuchen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten. Zugleich appellierten sie an die Regierung, den Animal Cruelty Prevention and Animal Welfare Act von 2014 zu überarbeiten und den gesetzlichen Schutz auf wildlebende Tiere auszuweiten. Künftig sollten insbesondere Wildtiere, die regelmäßig mit Menschen in Kontakt kommen, sowie weitere gefährdete Wild- und eingeführte Tierarten besser vor Misshandlungen geschützt werden.
Die Leitung des Khao-Yai-Nationalparks wies die Vorwürfe jedoch zurück. Parkchef Chaiya Huaihongthong erklärte, dass es sich bei der im Video gezeigten Person um ein Mitglied des Schnellreaktionsteams gehandelt habe, das Wildelefanten aus Wohngebieten fernhalten soll. Die Kameraperspektive lasse den Abstand zwischen den Einsatzkräften und dem Elefanten deutlich geringer erscheinen, als er tatsächlich gewesen sei. Während des gesamten Einsatzes sei ein sicherer Abstand eingehalten worden.
Nationalpark ordnet Untersuchung an
Chaiya bedankte sich zugleich für die Hinweise aus der Bevölkerung und kündigte an, die öffentliche Kommunikation sowie die Einsatzrichtlinien zu verbessern. Darüber hinaus habe der Nationalpark eine Untersuchungskommission eingesetzt, die den Vorfall umfassend aufklären und ihre Ergebnisse veröffentlichen werde. Die Erkenntnisse sollen außerdem in die Weiterentwicklung künftiger Maßnahmen im Wildtiermanagement einfließen.
Nach Angaben von Sathaporn Theerawat, Leiter des Nationalparkverwaltungsgebiets 6, befindet sich Plai Salika seit rund zwei Monaten in der Musth, einer hormonell bedingten Phase erhöhter Aggressivität bei männlichen Elefanten. Dadurch reagiere das Tier deutlich weniger auf seine Umgebung und neige eher dazu, Hindernisse direkt zu konfrontieren. Sanftere Methoden zur Vertreibung, die zuvor erfolgreich gewesen seien, hätten zuletzt nicht mehr ausgereicht.
Elefantenherde bedrohte Wohngebiete
Am Tag des Vorfalls habe Plai Salika eine Herde von mehr als 20 Wildelefanten in Durianplantagen der Umgebung geführt. Dabei seien Ernteschäden entstanden und eine Gefahr für Anwohner entstanden. Um ein Vordringen der Tiere in Wohngebiete zu verhindern, hätten die Einsatzkräfte deshalb auf ein handgehaltenes pyrotechnisches Signalgerät zurückgegriffen.
Nach Darstellung des Nationalparks erzeugte das eingesetzte Gerät lediglich einen Lichtblitz ohne lauten Knall. Ziel sei gewesen, den Elefanten kurzzeitig abzulenken und seine Bewegung zu unterbrechen, ohne Gehörschäden oder körperliche Verletzungen zu verursachen.
Mehr Prävention gegen Konflikte
Der Nationalpark kündigte an, die Einsatzabläufe gemeinsam mit Mitarbeitern und freiwilligen Helfern zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Zudem sollen die Bewegungen von Plai Salika künftig früher erfasst, tägliche Risikobewertungen gemeinsam mit Wildtierexperten durchgeführt und die Zusammenarbeit mit den Anwohnern intensiviert werden, um Nahrungsquellen zu reduzieren, die Elefanten aus dem Wald in Siedlungsnähe locken.