Erster Ausländer im höchsten Mönchsrang

Ajahn Jayasaro wird erster ausländischer Somdet-Mönch

Ajahn Jayasaro ist der erste im Ausland geborene Mönch, der den höchsten Rang der thailändischen Mönchshierarchie erreicht hat. Foto: Dhamma By Ajahn Jayasaro
Ajahn Jayasaro ist der erste im Ausland geborene Mönch, der den höchsten Rang der thailändischen Mönchshierarchie erreicht hat. Foto: Dhamma By Ajahn Jayasaro

NAKHON RATCHASIMA: Mit der Ernennung des britischstämmigen Mönchs Ajahn Jayasaro zum Somdet Phra Mahapatcharayanamunee hat Thailand ein historisches Kapitel seiner buddhistischen Geschichte aufgeschlagen. Erstmals wurde ein im Ausland geborener Mönch in den höchsten Rang der thailändischen Mönchshierarchie erhoben und damit zum Somdet Phra Ratchakhana ernannt.

Die Ernennung wurde am 12. Juli 2026 in der „Royal Gazette“ durch einen königlichen Erlass bekanntgegeben. Insgesamt wurden acht hochrangige Mönche aus der Brahma-Klasse der Phra Ratchakhana in den Rang eines Somdet Phra Ratchakhana befördert. Unter ihnen befand sich Phra Brahmapatcharayanamunee, besser bekannt als Ajahn Jayasaro, mit bürgerlichem Namen Shaun Michael Chiverton. Der Mönch lebt heute in der Klosterresidenz Ban Rai Thaw Si in der Provinz Nakhon Ratchasima. Mit der Verleihung des Titels Somdet Phra

Höchste Würde für Ajahn Jayasaro

Mahapatcharayanamunee erhielt er als erster im Ausland geborener Mönch in der Geschichte Thailands den höchsten königlich verliehenen Rang der buddhistischen Geistlichkeit.

Ajahn Jayasaro wurde am 7. Januar 1958 auf der Isle of Wight in England geboren. Bereits als Kind litt er unter schwerem Asthma, wodurch er häufig dem Schulunterricht fernbleiben musste. Die Krankheit führte dazu, dass er sich intensiv im Selbststudium weiterbildete und schon früh existenzielle Fragen nach dem Sinn des Lebens stellte. In der buddhistischen Philosophie fand er schließlich Antworten, die ihn nachhaltig prägten. Bereits als Jugendlicher begann er eigenständig zu meditieren und arbeitete ab seinem 17. Lebensjahr, um sich die Reise nach Thailand finanzieren zu können.

Der Weg zum Mönch in Thailand

Seine eigentliche spirituelle Laufbahn begann 1978, nachdem er in England unter der Anleitung des angesehenen Mönchs Ajahn Sumedho Meditation praktiziert hatte. Anschließend reiste er nach Thailand und wurde Schüler des berühmten Meditationsmeisters Luang Por Chah Subhaddo im Wat Nong Pah Pong in der Provinz Ubon Ratchathani. Dort wurde er 1979 zunächst als Novize ordiniert. Am 3. Juni 1980 empfing er die volle Mönchsordination, wobei Luang Por Chah als Präzeptor fungierte. Dabei erhielt er den Pali-Namen „Jayasaro“, der sinngemäß „der durch das Dhamma Siegreiche“ bedeutet.

Während seiner Ausbildung widmete sich Ajahn Jayasaro intensiv dem Studium der thailändischen Sprache sowie der buddhistischen Schriften. Neben fließendem Thai erlernte er auch Pali und Sanskrit, da er überzeugt war, dass ernsthafte Studenten des Buddhismus die klassischen Sprachen des buddhistischen Kanons beherrschen sollten. Nach seinen ersten fünf Jahren als Mönch verbrachte er mehrere Jahre als wandernder Waldmönch nach der traditionellen Dhutanga-Praxis, bevor er sich wieder verstärkt der Lehrtätigkeit widmete.

Brücke zwischen Ost und West

International bekannt wurde Ajahn Jayasaro vor allem durch seine Arbeit als Brückenbauer zwischen östlicher und westlicher buddhistischer Tradition. Von 1986 bis 1996 war er stellvertretender Abt des internationalen Waldklosters Wat Pah Nanachat, das speziell für nicht-thailändische Mönche gegründet worden war. Zwischen 1997 und 2002 leitete er das Kloster als Abt. In dieser Zeit erwarb er sich große Anerkennung für seine Lehrvorträge, die er gleichermaßen auf Thai und Englisch hielt. Zudem verfasste er mit „Stillness Flowing“ eine umfassende Biografie sowie eine Sammlung der Lehren seines Lehrers Luang Por Chah, die heute als eines der bedeutendsten Werke über den Meditationsmeister gilt.

Im Jahr 2003 legte Ajahn Jayasaro sein Amt als Abt nieder, um sich wieder verstärkt der Meditation zu widmen.

Lehren für die nächste Generation

Seither lebt er in der Klosterresidenz Ban Rai Thaw Si im Bezirk Pak Chong in der Provinz Nakhon Ratchasima. Dort unterrichtet er weiterhin Meditation und entwickelte das Konzept „Vividh Buddha“, das die buddhistischen Grundprinzipien von Sittlichkeit (Sila), Sammlung (Samadhi) und Weisheit (Panna) in den Lehrplan der Panyaprateep School integriert und damit eine ganzheitliche buddhistische Bildung für junge Menschen fördern soll.

Auch außerhalb der buddhistischen Gemeinschaft wurde sein Wirken vielfach gewürdigt. Im Jahr 2010 zeichnete ihn das Kulturministerium als herausragenden Nutzer der thailändischen Sprache aus. Ein Jahr später verlieh ihm die Mahachulalongkornrajavidyalaya-Universität die Ehrendoktorwürde für Buddhistische Studien im Bereich der Dhamma-Kommunikation.

Königliche Anerkennung im Jahr 2020

Am 9. März 2020 erhielt Ajahn Jayasaro durch einen besonderen königlichen Gnadenakt die thailändische Staatsbürgerschaft. Gleichzeitig wurde ihm der Familienname Bothanuwat verliehen, den der angesehene buddhistische Gelehrte Somdet Phra Buddhaghosacariya (P.A. Payutto) auswählte.

Sein Aufstieg innerhalb der thailändischen Mönchshierarchie verlief in den vergangenen Jahren außergewöhnlich schnell. Nach seiner Ernennung zum Phra Rajapatcharamanit im Jahr 2019 folgten die Titel Phra Theppatcharayanamunee (2020), Phra Thammapatcharayanamunee (2021) und Phra Brahmapatcharayanamunee (2024). Mit seiner Ernennung zum Somdet Phra Mahapatcharayanamunee im Jahr 2026 erreichte er nun den höchsten königlichen Rang innerhalb der thailändischen Geistlichkeit. Buddhisten im In- und Ausland würdigten die Entscheidung als Anerkennung eines jahrzehntelangen Wirkens für Meditation, buddhistische Lehre und Bildung.

Dhamma-Vortrag im Großen Palast

Nur wenige Wochen vor seiner Ernennung war Ajahn Jayasaro bereits eine besondere Ehre zuteilgeworden. Am 4. Juni hielt er im Amarin Winitchai Thronsaal des Großen Palastes vor König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida einen Dhamma-Vortrag über die Zehn Vollkommenheiten (Dasa Parami). Die Predigt war Teil der Feierlichkeiten zum 48. Geburtstag der Königin und unterstrich seine herausragende Stellung als einer der angesehensten buddhistischen Lehrer Thailands.

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