EEC fordert klare Investitionssignale

Wirtschaft drängt auf Tempo bei Infrastrukturprojekten

Die Wirtschaft fordert eine zügige Umsetzung der Infrastrukturprojekte im Eastern Economic Corridor, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Thailands zu stärken. Bild: KI generiert
Die Wirtschaft fordert eine zügige Umsetzung der Infrastrukturprojekte im Eastern Economic Corridor, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Thailands zu stärken. Bild: KI generiert

BANGKOK: Der Vorsitzende des Thai National Shippers' Council (TNSC), Dhanakorn Kasetrsuwan, hat die Eastern Economic Corridor (EEC) als eines der wichtigsten strategischen Entwicklungsprojekte Thailands bezeichnet. Nach seiner Einschätzung bleibt die Sonderwirtschaftszone ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, um internationale Investitionen anzuziehen. Voraussetzung für ihren langfristigen Erfolg sei jedoch, dass die Regierung Großprojekte planmäßig umsetze, politische Kontinuität gewährleiste und ein verlässliches, unternehmensfreundliches Umfeld schaffe.

Angesichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs um Investitionen seien die Geschwindigkeit bei der Umsetzung von Projekten, Planungssicherheit und die Glaubwürdigkeit der Regierung entscheidende Faktoren für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Thailands. Die größten Bedenken der Wirtschaft beträfen dabei nicht mögliche Vertragsänderungen oder Streitigkeiten, sondern die konsequente Umsetzung staatlicher Infrastrukturvorhaben, insbesondere des Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts.

EEC braucht pünktliche Infrastruktur

Nach den Worten Dhanakorns wurde der EEC geschaffen, um die Industrie zu modernisieren, Investitionen anzuziehen und die regionale Logistik zu stärken. Verzögerten sich zentrale Infrastrukturprojekte, könnten ausländische Investoren ihre Investitionsentscheidungen verschieben, da langfristige Engagements auf einer verlässlichen Infrastruktur basierten.

Obwohl die Hochgeschwindigkeitsstrecke in erster Linie kein Güterverkehrssystem sei, spiele sie eine wichtige Rolle bei der Verbindung von Flughäfen, Städten und Wirtschaftszentren. Sie verbessere die Mobilität von Investoren, Führungskräften und Fachkräften und steigere damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Region.

Klarheit schafft Investitionssicherheit

Für die Privatwirtschaft sei vor allem Klarheit über die weitere Ausrichtung und den Zeitplan des Bahnprojekts erforderlich. Unsicherheit verursache bei Investitionsentscheidungen größere Kosten als mögliche Änderungen am Projektkonzept, betonte Dhanakorn.

Mit Blick auf Überlegungen der State Railway of Thailand, anstelle einer Hochgeschwindigkeitsstrecke möglicherweise eine Mittelgeschwindigkeitsbahn zu realisieren, erklärte das TNSC, dass nicht die Höchstgeschwindigkeit entscheidend sei, sondern ob das Projekt erfolgreich abgeschlossen, wirtschaftlicher Nutzen geschaffen und der Betrieb innerhalb eines angemessenen Zeitraums aufgenommen werden könne. Sollte eine Mittelgeschwindigkeitslösung eine schnellere Umsetzung ermöglichen, den Staatshaushalt entlasten und dennoch eine leistungsfähige Anbindung des EEC gewährleisten, müsse diese Option ernsthaft geprüft werden.

Effizienz zählt mehr als Spitzentempo

Nach Ansicht des TNSC sollte Thailand der Effizienz des Verkehrssystems größere Bedeutung beimessen als der maximalen Geschwindigkeit. Für Investoren seien Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und niedrigere Geschäftskosten wichtiger als Spitzengeschwindigkeiten.

Zur weiteren Stärkung des EEC sprach sich Dhanakorn dafür aus, den Schwerpunkt weniger auf steuerliche Anreize als auf den Ausbau einer umfassenden Investitionsinfrastruktur zu legen. Die Regierung solle sämtliche Schlüsselprojekte in den Bereichen Schienenverkehr, Straßen, Häfen, Flughäfen und digitale Infrastruktur beschleunigen und dabei klare Zeitpläne sowie politische Kontinuität gewährleisten.

Digitale Verfahren statt Bürokratie

Zugleich sollten Genehmigungs- und Zulassungsverfahren durch digitale One-Stop-Service-Lösungen modernisiert werden, um Bürokratie abzubauen, Bearbeitungszeiten zu verkürzen und die Transparenz zu erhöhen.

Darüber hinaus müsse die Ausbildung von Fachkräften gezielt auf Zukunftsbranchen wie Halbleiter, moderne Elektronik, Künstliche Intelligenz, Elektrofahrzeuge, Robotik und Luftfahrt ausgerichtet werden. Gleichzeitig solle die Regierung insbesondere kleine und mittlere thailändische Unternehmen dabei unterstützen, sich in die Lieferketten ausländischer Investoren zu integrieren, um Technologietransfer und höhere Wertschöpfung im Inland zu fördern.

Saubere Energie stärkt den Standort

Als weitere Voraussetzungen für die Entwicklung künftiger Industrien nannte Dhanakorn den Ausbau sauberer Energie, eine stabile Stromversorgung sowie leistungsfähige digitale Infrastruktur. Ebenso wichtig seien eine verlässliche Fortführung der Wirtschaftspolitik und möglichst geringe regulatorische Unsicherheiten, um das Vertrauen internationaler Investoren dauerhaft zu sichern.

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