BANGKOK: Thailands Ministerpräsident Anutin Charnvirakul hat nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit Donald Trump deutlich gemacht, dass Kambodscha gegen die bestehende Friedensvereinbarung verstoßen habe. Angriffe kambodschanischer Kräfte hätten thailändische Zivilisten getötet und Sachschäden verursacht, sodass Thailand keine andere Wahl gehabt habe, als das Leben seiner Bevölkerung zu verteidigen.
Anutin äußerte sich nach dem Gespräch, das der US-Präsident am Freitagabend (12. Dezember 2025) initiiert hatte.
Anutin: Kein Angriff, sondern Reaktion
Er habe Trump erklären müssen, dass Thailand nicht der Aggressor gewesen sei, sondern auf Angriffe reagiert habe. Andernfalls hätte der Eindruck entstehen können, Thailand habe die Kämpfe begonnen. Es gebe Situationen, in denen eine Antwort notwendig sei, um deutlich zu machen, dass solche Handlungen nicht akzeptiert würden. Thailand sei kein Land, mit dem man nach Belieben verfahren könne, betonte der Regierungschef.
ASEAN bestätigt neu verlegte Minen
Nach Angaben Anutins habe Trump Thailand zu einem Waffenstillstand bewegen wollen. Im Gegenzug habe er den US-Präsidenten gebeten, eine klare Botschaft an Kambodscha zu übermitteln: Das Nachbarland müsse öffentlich einen Waffenstillstand erklären, seine Truppen zurückziehen und sämtliche neu verlegten Landminen entfernen. Beobachter der ASEAN hätten bereits frisch gelegte Minen festgestellt, durch die thailändische Soldaten verletzt worden seien.
Angriffe auf Zivilisten inakzeptabel
Dies belege eindeutig einen Bruch der Vereinbarungen, so Anutin. Nach international anerkannten Grundsätzen sei es Aufgabe der Partei, die ein Abkommen verletze, die Situation zu bereinigen – nicht der angegriffenen Seite. Angriffe auf unbeteiligte thailändische Zivilisten könne er nicht hinnehmen.
Darüber hinaus erklärte Anutin, dass Trump ihm zugesichert habe, Thailand künftig bei Zoll- und Handelspolitiken günstiger zu behandeln als andere Länder. Der US-Präsident habe eingeräumt, eine entsprechende Zusage zuvor aus Zeitgründen nicht umgesetzt zu haben.