BANGKOK: Die thailändische Regierung hat einen Fünf-Punkte-Plan zur Wasserbewirtschaftung vorgestellt, um sich auf mögliche Dürren infolge des Wetterphänomens El Niño vorzubereiten. Das teilte das Landwirtschaftsministerium am Sonntag (17. Mai 2026) mit.
Landwirtschaftsminister Suriya Juangroongruangkit erklärte, dass Thailand aufgrund klimatischer Schwankungen und der El-Niño-Bedingungen ab der Mitte dieses Jahres bis ins kommende Jahr mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen rechnen müsse.
Wasserreserven sollen wachsen
Nach einem Besuch des Entwässerungskanalprojekts „Phakdi Royal Initiative“ in Chanthaburi sowie des Prasae-Stausees in Rayong erklärte der Minister, dass das Royal Irrigation Department (RID) und weitere Behörden angewiesen worden seien, Maßnahmen zur Speicherung, Verteilung und Einsparung von Wasser für Haushalte, Landwirtschaft und Industrie zu verstärken.
Besondere Bedeutung komme dabei dem Eastern Economic Corridor (EEC) zu. Dort müsse eine ausreichende Wasserversorgung sichergestellt werden, um die steigende industrielle Nachfrage decken zu können. Dies solle insbesondere durch eine bessere Abstimmung zwischen Stauseen und Kanalsystemen erreicht werden.
Behörden planen Hochwasserschutz
Zudem seien die Behörden angewiesen worden, Hochwasserschutzpläne auszuarbeiten, um Krankenhäuser, Tempel, historische Stätten und wichtige Gemeinschaftsbereiche zu schützen. Während möglicher Dürreperioden werde das RID außerdem Wasserlastwagen und Pumpen einsetzen, um betroffene Einwohner und Landwirte zu unterstützen.
Nach Angaben des Ministers betrachte die Regierung die Lage derzeit nicht als Krise, beschleunige jedoch vorsorglich die Vorbereitungen durch fünf zentrale Maßnahmen. Die erste Maßnahme sieht vor, die Wasservorräte in Stauseen, lokalen Wasserquellen und Verteilungssystemen auszubauen, um die Versorgung während Trockenperioden sicherzustellen.
Effizientere Nutzung von Wasser
Die zweite Maßnahme konzentriert sich auf die Wasserverteilung durch eine engere Abstimmung und gemeinsame Datennutzung zwischen Wasser-, Energie-, Industrie- und Kommunalbehörden. Drittens soll die Wassernutzung in der Landwirtschaft durch präzise Bewässerung, Bodenanalysen, Anbauplanung und klimafreundliche Anbaumethoden effizienter gestaltet werden.
Die vierte Maßnahme umfasst eine intensivere Überwachung der Wasserlage und landwirtschaftlichen Produktion, um Landwirte und Unternehmen frühzeitiger warnen zu können. Der fünfte Punkt zielt darauf ab, die sogenannte „Wasserproduktivität“ zu erhöhen, damit aus jeder eingesetzten Wassermenge ein größerer wirtschaftlicher Nutzen erzielt werden kann.