BANGKOK: Der frühere thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra gehört zu den Personen, denen anlässlich des 48. Geburtstags von Königin Queen Suthida eine königliche Begnadigung gewährt wurde. Dies bestätigte Justizminister Pol Lt Gen Rutthapon Naowarat am Mittwoch (3. Juni 2026).
Nach Angaben des Ministers befindet sich der 76-jährige Thaksin auf der Liste der Begnadigten. Die genaue Zahl der Begnadigungsempfänger nannte er nicht. Aufgrund der Bestimmungen des Königlichen Begnadigungsdekrets von 2026 werde Thaksin mit sofortiger Wirkung von der Verbüßung seiner Reststrafe entbunden. Da ihm weniger als ein Jahr seiner Freiheitsstrafe verblieben sei, greife die Regelung nach Abschnitt 8 des Dekrets. Auch die elektronische Fußfessel könne umgehend entfernt werden.
Begnadigung beendet Bewährungsauflagen
Die weiteren administrativen Schritte zur Umsetzung der Begnadigungen sollen von den zuständigen Provinzkomitees vorgenommen werden. Mit der Begnadigung endet zugleich Thaksins laufende Bewährungsaufsicht. Er muss sich damit nicht länger monatlich bei den Bewährungsbehörden melden und auch nicht bis zum ursprünglich vorgesehenen Strafende am 9. September 2026 warten.
Vor der Begnadigung befand sich Thaksin seit dem 11. Mai 2026 auf einer viermonatigen Bewährungsentlassung. Die Reststrafe hätte noch einen Monat und zehn Tage betragen.
Anutin gratuliert zur Begnadigung
Premierminister Anutin Charnvirakul gratulierte Thaksin zur Begnadigung, wollte sich jedoch nicht näher zu dem Fall äußern. Am Morgen erklärte er am Sanam Luang in Bangkok, dass er von der Entscheidung aus den Medien erfahren habe und Thaksin alles Gute wünsche. Zugleich rief er die Bevölkerung dazu auf, an der landesweiten Kerzenzeremonie zu Ehren der Königin teilzunehmen und ihr Gesundheit sowie ein langes Leben zu wünschen.
Auch aus der Familie Shinawatra wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Thaksins Tochter Pintongta Shinawatra Kunakornwong erklärte, dass die Familie zutiefst dankbar und erleichtert sei. Sie habe sich mit ihrer Schwester Paetongtarn Shinawatra ausgetauscht, und beide hätten die Entscheidung mit großer Freude aufgenommen.
Haft wegen früherer Amtsvergehen
Thaksin war am 9. September 2025 inhaftiert worden, nachdem der Oberste Gerichtshof angeordnet hatte, eine einjährige Freiheitsstrafe wegen Amtsmissbrauchs und Interessenkonflikten aus seiner Zeit als Premierminister vor 2006 tatsächlich zu verbüßen. Das Gericht hatte entschieden, dass sein längerer Aufenthalt in einer VIP-Station des Police General Hospital zwischen 2023 und 2024 nicht als Haftzeit angerechnet werden könne. Bereits am 22. August 2023 hatte der Oberste Gerichtshof die Vollstreckung der einjährigen Freiheitsstrafe angeordnet, zu der Thaksin zuvor verurteilt worden war.