Chiang Mai testet Gänse im Stadtgraben

Pilotprojekt soll Algen reduzieren und die Wasserqualität verbessern

Chiang Mais Stadtgraben: Hier sollen künftig Gänse Algen fressen und so das Wasser nachhaltig reinigen. Foto: asiastock/Adobe Stock
Chiang Mais Stadtgraben: Hier sollen künftig Gänse Algen fressen und so das Wasser nachhaltig reinigen. Foto: asiastock/Adobe Stock

CHIANG MAI: In Chiang Mai sorgt derzeit ein ungewöhnliches Pilotprojekt für Aufmerksamkeit: Die Stadtverwaltung hat am Donnerstag zehn Gänse in den Stadtgraben nahe dem Chiang Mai Gate ausgesetzt. Ziel des Versuchs ist es, die Wasserqualität zu verbessern, da die Tiere Algen, Plankton und Wasserpflanzen fressen.

Die unerwartete Aktion lockte zahlreiche Passanten und Autofahrer an, die das ungewöhnliche Bild fotografierten, während viele Anwohner zunächst rätselten, weshalb die Vögel dort auftauchten.

Bürgermeister bestätigt einwöchige Testphase

Am Freitag (22. August 2025) bestätigte Bürgermeister Assanee Buraupakorn, dass die Initiative von der Stadtverwaltung ausgeht und zunächst eine einwöchige Testphase geplant ist. Bei Erfolg sollen weitere Gänse in den gesamten Stadtgraben rund um die Altstadt eingesetzt werden.

Gänse entkommen – Chaos am ersten Tag

Noch am ersten Tag gab es jedoch Probleme: Arbeiter hatten Schwierigkeiten, die Tiere am Abend zurück in ihren Käfig zu bringen, woraufhin einige Gänse kurzzeitig auf eine nahegelegene Straße gelangten und den Verkehr zum Stillstand brachten. Buraupakorn kündigte an, ein größeres und sicheres Gehege bauen zu lassen und zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Tiere bald an ihre neue Umgebung gewöhnen würden. Die Herkunft der Gänse ließ er allerdings offen.

Opposition kritisiert Einsatz von Gänsen scharf

Kritik an dem Projekt ließ nicht lange auf sich warten. Der Politiker Teerawuth Kaewfong von der People’s Party, der bei der letzten Bürgermeisterwahl gegen Buraupakorn angetreten war, warnte, dass Gänsekot die Wasserqualität weiter verschlechtern und die Tiere durch Straßenquerungen Unfälle verursachen könnten. „Die echte Lösung liegt in einer besseren Abwasserbehandlung aus Märkten und Wohngebieten, nicht im Einsatz von Gänsen“, betonte Teerawuth.

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joe bachmann 24.08.25 06:50
also für die gänse wird das wohl nicht grad gesund sein. da dürften sich bestimmt auch noch tierschützer zu worte melden. zu recht.
Siegfried Naumann 23.08.25 14:20
Von hinten aufgezogen
Seit 2012 lebe ich unweit von diesen Stadtgräben (Moat genannt) und sehe, was dort an Schmutz eingeleitet wird. Illegal und legal. Selbst 100 Gänse und mehr können das Wasser nicht sauber halten. Denn was bei den Gänseschnabeln vorne reingeht, muss ja auch wieder raus.
Robert Bachofner 23.08.25 13:30
Wo er Recht hat…
Da hat Khun Teerawuth Kaewfong Recht. Der Gänsekot wird die Wasserqualität noch weiter verschlechtern, da die lieben Tierchen höchstwahrscheinlich auch von tierliebenden Touristen zusätzlich gefüttert werden. Besser wären Silberkarpfen (Tolstolob) gegen die Algen und Graskarpfen (Weisser Amur) gegen die Wasserpflanzen einzusetzen.



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