CHIANG MAI: In Chiang Mai sorgt derzeit ein ungewöhnliches Pilotprojekt für Aufmerksamkeit: Die Stadtverwaltung hat am Donnerstag zehn Gänse in den Stadtgraben nahe dem Chiang Mai Gate ausgesetzt. Ziel des Versuchs ist es, die Wasserqualität zu verbessern, da die Tiere Algen, Plankton und Wasserpflanzen fressen.
Die unerwartete Aktion lockte zahlreiche Passanten und Autofahrer an, die das ungewöhnliche Bild fotografierten, während viele Anwohner zunächst rätselten, weshalb die Vögel dort auftauchten.
Bürgermeister bestätigt einwöchige Testphase
Am Freitag (22. August 2025) bestätigte Bürgermeister Assanee Buraupakorn, dass die Initiative von der Stadtverwaltung ausgeht und zunächst eine einwöchige Testphase geplant ist. Bei Erfolg sollen weitere Gänse in den gesamten Stadtgraben rund um die Altstadt eingesetzt werden.
Gänse entkommen – Chaos am ersten Tag
Noch am ersten Tag gab es jedoch Probleme: Arbeiter hatten Schwierigkeiten, die Tiere am Abend zurück in ihren Käfig zu bringen, woraufhin einige Gänse kurzzeitig auf eine nahegelegene Straße gelangten und den Verkehr zum Stillstand brachten. Buraupakorn kündigte an, ein größeres und sicheres Gehege bauen zu lassen und zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Tiere bald an ihre neue Umgebung gewöhnen würden. Die Herkunft der Gänse ließ er allerdings offen.
Opposition kritisiert Einsatz von Gänsen scharf
Kritik an dem Projekt ließ nicht lange auf sich warten. Der Politiker Teerawuth Kaewfong von der People’s Party, der bei der letzten Bürgermeisterwahl gegen Buraupakorn angetreten war, warnte, dass Gänsekot die Wasserqualität weiter verschlechtern und die Tiere durch Straßenquerungen Unfälle verursachen könnten. „Die echte Lösung liegt in einer besseren Abwasserbehandlung aus Märkten und Wohngebieten, nicht im Einsatz von Gänsen“, betonte Teerawuth.