Zugunglück: Güterzug durfte gar nicht fahren

Verkehrsministerium bestätigt Verstöße gegen Betriebsregeln

Der zerstörte Linienbus steht nach der Kollision mit einem Güterzug an einem Bahnübergang im Bangkoker Bezirk Huai Khwang auf der Asok-Din-Daeng Road. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Der zerstörte Linienbus steht nach der Kollision mit einem Güterzug an einem Bahnübergang im Bangkoker Bezirk Huai Khwang auf der Asok-Din-Daeng Road. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Bei dem schweren Zugunglück in Bangkok mit acht Todesopfern und zahlreichen Verletzten hat das thailändische Verkehrsministerium Verstöße gegen bestehende Betriebsvorschriften eingeräumt. Wie Vizeverkehrsminister Siripong Angkasakulkiat am Dienstag (19. Mai 2026) in einem Interview mit „Chula Radio“ erklärte, hätte der beteiligte Güterzug zum Zeitpunkt des Unfalls gar nicht in Bangkok verkehren dürfen.

Nach den geltenden Vorschriften dürfen Güterzüge die Hauptstadt lediglich zwischen 21.00 Uhr abends und 5.00 Uhr morgens befahren. Der Güterzug aus dem Hafen Laem Chabang in der Provinz Chonburi, der am Samstagnachmittag (16. Mai 2026) mit einem Linienbus kollidierte, war ursprünglich für eine Abfahrt um Mitternacht vorgesehen. Aufgrund einer Verzögerung von rund 15 Stunden sei der Zug jedoch tagsüber unterwegs gewesen.

Ministerium reagiert auf Verstöße

Siripong erklärte, dass die Vorschrift offenbar nicht konsequent umgesetzt worden sei. Das Verkehrsministerium habe die zuständigen Stellen inzwischen erneut ausdrücklich angewiesen, verspätete Güterzüge bis zur nächsten zulässigen Betriebszeit nachts warten zu lassen.

Der Lokführer des Güterzugs wurde vom Dienst suspendiert. Gegen ihn laufen zudem Ermittlungen wegen mutmaßlichen Drogenkonsums. Auch der zuständige Mitarbeiter des Bahnübergangs sowie der Zugingenieur wurden bis zum Abschluss weiterer Untersuchungen aus dem operativen Bahnbetrieb abgezogen. Gleichzeitig ordnete das Verkehrsministerium Drogentests für sämtliche Bus- und Zugfahrer an.

Polizei erhebt schwere Vorwürfe

Nach Angaben der Polizei wurden der Lokführer, der Busfahrer sowie der Verantwortliche für den Bahnübergang wegen fahrlässiger Verursachung von Tod und Verletzungen angeklagt.

Das Unglück ereignete sich am Samstagnachmittag an einem Bahnübergang an der Asok-Din-Daeng Road im Bangkoker Bezirk Huai Khwang. Der Linienbus war aufgrund starken Verkehrs auf den Gleisen stehen geblieben, als der Güterzug den Bus erfasste. Die Schrankenanlage war zu diesem Zeitpunkt nicht geschlossen.

Bei dem Zusammenstoß kamen acht Menschen ums Leben, rund 30 weitere wurden verletzt. Der Bus geriet nach der Kollision in Brand. Zudem wurden vier Autos und 15 Motorräder beschädigt.

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Christian St 20.05.26 11:54
Zugunglück
Bei Zugunglücken schiessen die „Experten“ wie Pilze aus dem Boden. Angetrieben von den SozialMedien. Lasst die untersuchenden Beamten und wirklichen Fachkräfte arbeiten. Das braucht Zeit.
Um die Opfer trauern ist natürlich menschlich und hofft das die erforderlichen Konsequenzen gezogen werden.
An Bahnübergängen gibt es weltweit immer wieder schreckliche Unfälle. Leider!!
joe bachmann 20.05.26 05:40
@marcel
der lokführer stand unter drogen. das alleine reicht schon um "auf ihm rumzutrampeln". da ist gar nichts scheinheilig.
Dieter Kowalski 19.05.26 18:30
Wird immer besser.
Ein Zug der gar nicht unterwegs hätte sein dürfen, Ein Lokführer der besoffen oder unter Drogen unterwegs ist, und auf keine Haltesignale reagiert.
Schrankenwärter die nicht imstande sind das verdammte Ding runterzubekommen, und ein Busfahrer der in den Gleisbereich einfährt, obwohl vor ihm die Straße blockiert ist und die Schranken runtergehen?!
Und dann warten alle stoisch im Bus auf den Unfall der unabwendbar scheint? Wie kann man sich so etwas vorstellen?
Warum hat der Busfahrer nicht Gas gegeben und im Notfall die Fahrzeuge vor oder hinter sich einfach weggeschoben? War der von LKW's umzingelt, oder was? Warum nicht alle Türen geöffnet um die Fahrgäste in Sicherheit zu bringen?
Oder haben sich alle Involvierten mai pen rai gedacht und auf Buddhas Hilfe gehoft? Ich verstehe es nicht.
Hartmut Wirth 19.05.26 14:50
Der Busfahrer
Ungeachtet dessen, dass der Zug zu diesem Zeitpunkt nicht hätte fahren dürfen: es stellt sich dennoch die Frage, warum der Busfahrer bei Rückstau überhaupt auf den Bahnübergang gefahren und dort angehalten hat.
Ist er von der Routine davon ausgegangen/war er überzeugt, dass um diese Uhrzeit kein Zug unterwegs ist?

Ein ganz klein wenig Vorsicht und der Unfall wäre nicht passiert! Nur darauf vertrauen, dass andere sich korrekt verhalten, führt hier in Thailand wiederholt zu schweren Unfällen.
Und mal ehrlich: wer hat noch nicht solche Situationen erlebt, wo man sich fragt, ob der Andere noch normal ist?

Tragisch wird/ist das Ganze, wenn aufhrund dieser Ignoranz Unschuldige verletzt werden oder gar sterben müssen.
Marcel Edouard Petter 19.05.26 14:00
Der Lokführer
ist ja sicher nicht aus Eigeninitiative losgefahren, sondern von vorgesetzter Stelle dazu aufgefordert worden.
Hätte er sich geweigert, musste er mit Konsequenzen rechnen und jetzt wird auf dem Mann rumgetrampelt.
Ein bisschen scheinheilig, finde ich.

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