BANGKOK: Nach dem Wassereinbruch in einen Tunnel der im Bau befindlichen Südverlängerung der Purple Line hat sich die Bodenbewegung im Bereich Wongwian Yai nach Angaben des thailändischen Verkehrsministeriums stabilisiert. Nicht betroffene Straßenabschnitte sollen voraussichtlich innerhalb einer Woche schrittweise wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Der Vorfall ereignete sich am 8. Juli 2026 auf dem Abschnitt Tao Poon–Rat Burana, als Wasser in den U-Bahntunnel eindrang. In der Folge kam es zu Bodensenkungen und Rissen auf der Prajadhipok Road in der Nähe des Wongwian-Yai-Kreisverkehrs. Die Behörden sperrten Straßen, evakuierten Anwohner und leiteten Untersuchungen an umliegenden Gebäuden ein.
Bodenbewegung hat sich stabilisiert
Verkehrsstaatssekretär Siripong Angkasakulkiat erklärte, dass die Vermessungen eine durchschnittliche Bodensenkung von 30 bis 32 Zentimetern ergeben hätten. Weitere Absenkungen seien bislang jedoch nicht festgestellt worden. In Bereichen, in denen die Bauunternehmen Hohlräume mit chemisch behandeltem Zementmörtel verfüllt hätten, sei der Boden inzwischen sogar leicht angehoben worden.
Zur Überwachung der Lage installierte das Urban Search and Rescue Team (USAR Thailand) gemeinsam mit der Kasetsart-Universität zehn zusätzliche Messsensoren. Zudem kommen mit LiDAR-Technologie ausgestattete Drohnen zum Einsatz, um dreidimensionale Geländemodelle zu erstellen und mögliche Bodenbewegungen präzise zu überwachen. Trotz der anhaltenden Regenfälle seien keine weiteren Bodensenkungen registriert worden.
30 Hohlräume werden abgedichtet
Die Verkehrsbeschränkungen bleiben vorerst bestehen, da die Bauunternehmen noch rund 30 unterirdische Hohlräume abdichten müssen. Nicht betroffene Straßenabschnitte sollen nach Abschluss dieser Arbeiten schrittweise innerhalb einer Woche wieder geöffnet werden.
Siripong zeigte sich zuversichtlich, dass die Reparaturarbeiten deutlich schneller abgeschlossen werden können als nach dem Straßeneinbruch vor dem Vajira Hospital. Premierminister Anutin Charnvirakul habe die zuständigen Behörden angewiesen, die Unterstützung der betroffenen Anwohner zu beschleunigen.
Hilfe für betroffene Anwohner
Die Mass Rapid Transit Authority of Thailand (MRTA) und die beteiligten Bauunternehmen besuchen die betroffenen Haushalte derzeit persönlich. Sie übernehmen die Kosten für notwendige Ausweichunterkünfte und leisten, soweit angemessen, Entschädigungszahlungen.
Das Department of Disaster Prevention and Mitigation (DDPM) teilte mit, dass bei den Untersuchungen keine nennenswerten Bewegungen an den Gebäuden im Umfeld von Wongwian Yai festgestellt worden seien. Zwar seien an einigen Stellen zusätzliche Risse beobachtet worden, Hinweise auf strukturelle Veränderungen oder weitere Bodensenkungen gebe es jedoch nicht. Die Messungen werden weiterhin dreimal täglich durchgeführt.
Behörden prüfen weiter die Lage
Auch der Präsident der Structural Engineers Association of Thailand, Assoc Prof Amorn Pimanmas, erklärte, dass seit zwei aufeinanderfolgenden Tagen keine Auffälligkeiten mehr festgestellt worden seien. Zudem sei der unterirdische Wasserzufluss von zuvor rund 50 auf etwa 20 Kubikmeter pro Stunde zurückgegangen. Dies deute auf eine zunehmende Stabilisierung des Untergrunds hin. Dennoch rief er die evakuierten Anwohner dazu auf, erst nach ausdrücklicher Freigabe durch die Behörden in ihre Häuser zurückzukehren.