Thailand verschärft Crew-Kontrollen

Ermittler suchen gezielt weitere Mitglieder des Drogennetzwerks

Thailand reagiert auf den Heroin-Schmuggelfall mit strengeren Kontrollen für Flugbesatzungen und erweiterten Ermittlungen. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Thailand reagiert auf den Heroin-Schmuggelfall mit strengeren Kontrollen für Flugbesatzungen und erweiterten Ermittlungen. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die thailändischen Behörden haben ihre Ermittlungen gegen ein mutmaßliches internationales Drogennetzwerk im Zusammenhang mit der festgenommenen Thai-Airways-Flugbegleiterin Meena Kondo ausgeweitet und zugleich die Sicherheitskontrollen für Flugbesatzungen an Flughäfen verschärft.

Justizminister Pol Lt Gen Rutthapon Naowarat erklärte, dass das Office of the Narcotics Control Board (ONCB) und das Narcotics Suppression Bureau ihre Ermittlungen intensiviert hätten. Dabei seien mehrere weitere Verdächtige identifiziert worden, die mit dem Netzwerk in Verbindung stehen sollen.

AoT verschärft Crew-Kontrollen

Die Airports of Thailand (AoT) reagierten mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere für Flugpersonal auf internationalen Flügen. Dazu gehören der verstärkte Einsatz von Drogenspürhunden, eine Ausweitung technischer Kontrollsysteme sowie stichprobenartige Durchsuchungen des Gepäcks von Besatzungsmitgliedern. Darüber hinaus überwachen die Behörden Social-Media-Seiten, auf denen Kurierdienste für Pakete angeboten werden, um mögliche Beteiligte unter den Airline-Mitarbeitern zu identifizieren.

Nach Angaben des Justizministers sollen die verschärften Maßnahmen den regulären Reiseverkehr kaum beeinträchtigen, da sich die Kontrollen für gewöhnliche Passagiere nicht ändern. Flugbesatzungen müssten jedoch mit intensiveren Überprüfungen rechnen, nachdem frühere Ausnahmeregelungen bei Sicherheitskontrollen Sicherheitslücken geschaffen hätten.

Mutmaßlicher Drahtzieher identifiziert

ONCB-Generalsekretär Pol Maj Suriya Singhakamol erklärte, dass die Ermittlungen im Fall Meena Kondo sowie in weiteren Fällen von Cannabis-Schmuggel nach Australien und Taiwan bereits zu mehreren Festnahmen geführt hätten. Unter den Festgenommenen befänden sich thailändische und laotische Staatsangehörige, Kuriere sowie Personen, die Drogenlieferungen im Ausland entgegennehmen sollten. Zudem hätten die Ermittler den mutmaßlichen Eigentümer der sichergestellten Heroinlieferung identifiziert. Dieser habe Thailand jedoch bereits verlassen.

Nach Einschätzung der Ermittler ist das Netzwerk bislang nicht vollständig zerschlagen. Die Royal Thai Police, das ONCB und das Department of Special Investigation setzen ihre Ermittlungen fort, um weitere Beteiligte zu identifizieren.

Ermittlungen ohne Einfluss auf Prozess

Auf die Frage, ob weitere Festnahmen Auswirkungen auf das Strafverfahren gegen Meena Kondo in Australien haben könnten, erklärte Pol Maj Suriya, dass das dortige Verfahren unabhängig geführt werde und mögliche Entwicklungen in Thailand keinen direkten Einfluss auf die australische Justiz hätten.

Unterdessen lehnte das Strafgericht in Bangkok einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution von Ekkawit Yongnichakul ab. Ihm wird vorgeworfen, den Koffer mit Elefantenmuster geliefert zu haben, in dem das Heroin versteckt gewesen sein soll. Das Gericht begründete die Entscheidung mit der Schwere der Vorwürfe, der mutmaßlich organisierten Vorgehensweise, der großen Drogenmenge sowie der bestehenden Fluchtgefahr. Ekkawit bleibt bis zum Prozess in Untersuchungshaft.

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