Von Importen aus Japan bis zu Weltrekorden

Die faszinierende Geschichte von Thailands kultigen Tuk-Tuks

Die ikonischen Tuk-Tuks sind ein Sinnbild für Thailands Kultur und bei Touristen beliebt. Man sollte jedoch unbedingt vor der Abfahrt den Fahrpreis aushandeln. Foto: epa-efe/Diego Azubel
Die ikonischen Tuk-Tuks sind ein Sinnbild für Thailands Kultur und bei Touristen beliebt. Man sollte jedoch unbedingt vor der Abfahrt den Fahrpreis aushandeln. Foto: epa-efe/Diego Azubel

BANGKOK: In den chaotischen Straßen Bangkoks sind sie nicht wegzudenken – die ikonischen Tuk-Tuks, auch als motorisierte Dreiräder bekannt. Ihr Charme und ihre Präsenz sind seit 63 Jahren ein fester Bestandteil der thailändischen Kultur. Die Geschichte dieser eigenwilligen Fahrzeuge reicht bis ins Jahr 1960 zurück, als die ersten motorisierten Dreiräder aus Japan importiert wurden, vor allem von der Marke Daihatsu Midget MP4.

Ursprünglich dienten diese Dreiräder als Importware und wurden dann von den geschickten Händen der Thailänder umgebaut, um die verbotenen Fahrrad-Rikschas („Samlor“) in Bangkok zu ersetzen. In den Anfangsjahren gab es eine Vielzahl von Marken wie Honda, Daihatsu, Hino, Mazda und Mitsubishi. Heute ist jedoch nur noch die Marke Daihatsu übriggeblieben, die die Tradition der Tuk-Tuks am Leben hält.

Engpass wegen Daihatsu-Stopp

Anfangs boten die Tuk-Tuks zwei Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für Passagiere, jedoch aus Sicherheitsgründen wurde dies später auf nur eine Seite reduziert. Die Anfänge des Tuk-Tuks waren von Verkehrsproblemen und verschiedenen Marken geprägt, aber im Laufe der Zeit entwickelte sich dieses Fahrzeug zu einem festen Bestandteil des thailändischen Straßenbilds.

Die Regierung erwog in den 1960er Jahren die Abschaffung der Tuk-Tuks, da sie als verkehrsbehindernd betrachtet wurden. Obwohl diese Pläne nicht umgesetzt wurden, führte die Einstellung der Produktion des Daihatsu Midget DK-Modells 1972 zu einer Knappheit von Ersatzteilen. Infolgedessen begannen lokale Garagenbesitzer, Ersatzteile selbst herzustellen.

Nationalstolz auf dem Heck

Chamras Wo-Onsri gründete die erste Tuk-Tuk-Ersatzteilfabrik in Khlong Toei und startete die Produktion unter dem Namen „Wat Karnchang“. Später wurde die Wat Indus­try Co., Ltd. gegründet, und die Rückseite der Tuk-Tuks zierte fortan stolz das Wort „THAILAND“.

Im Jahr 1979 erließ die Regierung ein Gesetz, das die Regis­trierung und Lizenzierung von Tuk-Tuks für den Personenverkehr vorschrieb. Diese Maßnahme erforderte die Bildung von Agenturen oder Unternehmen, um die Lizenz zu beantragen. Darüber hinaus wurde 1987 die Anzahl der Tuk-Tuks für den Verleih durch ein Gesetz begrenzt, wobei nur persönliche Tuk-Tuks für bestimmte Zwecke in bestimmten Gebieten erlaubt waren.

Bei allen von Wat Industry gebauten Tuk-Tuks ziert der bekannte Thailand-Schriftzug das Heck. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Bei allen von Wat Industry gebauten Tuk-Tuks ziert der bekannte Thailand-Schriftzug das Heck. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

Tuk-Tuks auf Weltrekordjagd

Die Tuk-Tuks haben jedoch nicht nur in Thailand ihre Spuren hinterlassen. Susie Bemsel und Daniel Snaider, ein deutsches Ehepaar, brachen 1979 den Guinness-Weltrekord für die längste zurückgelegte Strecke mit einem Tuk-Tuk – und zwar von Thailand, über Kambodscha, Laos, Japan, Russland, die Mongolei, Türkei, Ägypten, Italien und Frankreich nach Deutschland. Ein weiterer Weltrekord wurde 2019 von Matt Evergard aus England aufgestellt, der ein thailändisches Tuk-Tuk modifizierte und damit den Titel des schnellsten Tuk-Tuks der Welt mit beeindruckenden 119 km/h erzielte.

Die Leidenschaft für Tuk-Tuks kennt keine Grenzen. Die Schweden, unter der Führung von Björn Lagercrantz und Peter Ternström, brachten ein Tuk-Tuk aus Thailand mit, um auf dem Nürburgring in Deutschland zu fahren, und schrieben mit einer Zeit von 31 Minuten und 49,46 Sekunden Geschichte.

So bleibt das Tuk-Tuk nicht nur ein Symbol für den Verkehr in Thailand, sondern hat sich auch auf globaler Ebene als eigenständiges und vielseitiges Fahrzeug etabliert, das die Herzen von Menschen weltweit erobert.

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Strauss 05.02.24 12:32
Heute haben sie 4 Takt Benzinmotoren
und stinken weniger als die alten 2 Takter mit Oelgestank und Rauch.
Die komplett zu Elektrifizieren wäre heute ein Kinderspiel, man müsste nur wollen.....Dies mussten der Trabi und die DKW s auch erleben in Europa. Selbst Motorsägen können sich diesem Wandel nicht heraushalten.
Zumindest mal die Kleineren.
Ingo Kerp 04.02.24 11:40
Eine Regierungsidee in den 1960iger Jahren brachte das Tuk-Tuk erst so richtig in Fahrt, nachdem es nicht verboten wurde. Heute sind die wendigen Dinger nicht mehr von Thailands Straßen wegzudenken. Wenn man hin und wieder sieht was alles darin transportiert wird, kann einem schon angst und bang werden.

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